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drabbles

Das Hochzeitsfoto

?Dafür, dass dieses rauschende Fest niemals Enden möge?, rief trunken der Vater der Braut ?würde ich meine Seele hergeben!?.
Zugegeben, es war wirklich die prächtigste und schönste Hochzeit, die ich jemals erlebt hatte.
Alle Gäste waren hervorragender Laune, die alkoholischen Getränke flossen in strömen und es gab keinerlei Familienstreitigkeiten. Die Braut und der Bräutigam animiertem mit ihrem Ehrentanz so viele Gäste zum mittanzen, dass die Tanzfläche zum bersten voll war.

Die Feier dauert nun mehr als zehn Jahre.

Es konnte ja keiner ahnen, dass der Brautvater den Teufel mit seiner Aussage heraufbeschwor, der uns für immer in ein Hochzeitsfoto
bannte.

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Der Vogel und die Fledermaus

Ein junger Vogel und eine erwachsene Fledermaus trafen sich auf einem Baum.
?Was bist du denn für ein Vogel?, fragte der Vogel.
?Ich bin kein Vogel, sondern eine Fledermaus, Dummchen.?
?Aber du hast doch Flügel, wie ich.?
?Ja, aber schau doch, ich habe keine Federn.?
?Aber du sitzt hier auf dem Baum, wie ich.?
?Ja, aber ich sitze hier nur dir zuliebe?, erwiderte die Fledermaus und hängte sich am Ast mit dem Kopf nach unten. ?Glaubst du mir jetzt, dass ich kein Vogel bin??
?Ja, jetzt glaube ich dir?, sagte der junge Adler, packte sich die Fledermaus und frass sie.

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Püppchen

Ungebremst rast das Fahrzeug gegen eine Mauer. Die Seitenfenster des Fahrzeugs platzen mit einem ohrenbetäubenden Knall und Glassplitter fliegen durch den Innenraum. Hart schlage ich mit dem Kopf auf die Armaturen. Meine Arme rudern wild im Innenraum des Fahrzeugs, wäre ich nicht angeschnallt, würde mein Körper wahrscheinlich durch die Windschutzscheibe fliegen. Stehend messe ich 99 Zentimeter, sitzend bin ich 55 Zentimeter gross und ich bin 14,5 kg schwer. Von meinem Vater werde ich liebevoll ?mein Püppchen? genannt, doch lässt er es täglich zu, das ich misshandelt werde und Kopf und Kragen riskiere. Das ?Leben? als Crashtest Dummy ist kein Geschenk.

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weg

Er möchte so gerne davonlaufen. Einfach aufstehen und gehen, alles hinter sich lassen. Manchmal den Leuten ins Gesicht sagen was er von Ihnen hält, sie anschreien und dann raus durch die Tür auf die Strasse und dann so lange rennen, bis ihm die Luft wegbleibt und dann noch weiter rennen. Die Leute mit ihrer starren Meinung hinter sich lassen und sich nicht mehr umdrehen. Einfach vor allem weglaufen, was ihn ängstlich und wütend macht.

Ihm fehlt nicht der Mut, nicht die Courage, nicht der Schneid und nicht die Luft in den Lungen. Nein, ihm fehlen die Beine seit seiner Geburt.

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Wieder zu spät?

Er rannte gehetzt durch die leeren Gänge seiner Schule. Er war wieder mal zu spät dran. Der Schweiss kroch ihm in Rinnsalen von der Stirn. Diese Prüfung durfte er nicht vermasseln, denn dann könnte er seinen Abschluss vergessen. Als er endlich die Tür seiner Klasse erreichte und die Klinke anfassen wollte, zog sich diese plötzlich von ihm zurück. Er wurde panisch und sein Schweiss verwandelte sich in Lava, die ihm das Gesicht verbrannte. Er schrie und wachte augenblicklich auf. Erleichtert atmete er auf, öffnete die Augen und stellte fest, dass er im Klassenzimmer sass und die ganze Prüfung verschlafen hatte.

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Feuer?

Kevin verstand die Worte nicht gleich, da er sich zu sehr darauf konzentrierte, nicht über seine eigenen Füsse zu stolpern. Er sah zur Seite und merkte, dass ein schäbig gekleideter Mann neben ihm herlief und ihm eine Zigarette in vergilbten Fingern entgegen hielt. ?Gibst du mir mal Feuer?? Wiederholte der Mann mit mungeruchbehafteter Stimme.?Lassen sie mich in Ruhe?, keuchte Kevin angewidert zurück, ?sehen sie nicht, dass ich mich konzentrieren muss? Wie kommen sie darauf, dass ich Ihnen Feuer geben...?

Doch da war es schon passiert, Kevin stolperte und liess die olympische Feuer auf den Boden fallen, wodurch dieses augenblicklich erlosch.

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Das Übel

Kreischend frass sich der schnell rotierende Metallbohrer in das poröse Material.
Er kam nur mühsam voran, da die Höhle sich langsam schloss. Bald würde sie sich gänzlich schliessen und es würde eine Heidenarbeit sein, sie wieder auf zu bekommen.
Ausserdem füllte sie sich unnachgiebig mit Wasser, da die angebrachten Sauger es kaum noch schafften, hinterher zu kommen. Endlich war der Bohrer bis zur entscheidenden Stelle vorgedrungen und legte somit das Gesuchte frei. Ein feineres Werkzeug förderte nun das Material an die Oberfläche, bis die Quelle versiegte.

?So, die Wurzel ist raus. Kommen sie nächste Woche zum anpassen der Brücke wieder.?

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Gefangen!


Ich winde mich in ihrer Umarmung. Es sind Tausende. Sie bringen mich beinahe zu Fall. Sie sind überall. Sie schlingen sich um meine Beine, um meine Arme und um meinen Hals. Ich habe das Gefühl, dass ich kaum noch atmen kann. Warum ist niemand da, der mir hilft? Ich fühle mich so allein gelassen. Keiner ist da. Schweiss beginnt mir den Rücken herunter zu laufen. Ich versuche mich erneut zu befreien, schaffe es aber nur bedingt. Vielleicht sollte ich einfach aufgeben.

Warum habe ich mich dazu überreden lassen diese Party alleine auszurichten? Diese Luftschlangen rauben mir noch den letzten Nerv.

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Schwarzer Ritter trifft Engel

?Folgen Sie den Markierungen auf dem Boden?, bat mich eine emotionslose Stimme. Ich betrat als schwarzer Ritter einen blauen Raum. Am Ende des Raumes stand ein grünmetallic schimmernder Engel und streckte mir seine Hand entgegen. Ich ging auf ihn zu und legte meine Hand in Seine. Ich vollzog eine Drehung mit meiner Hand und der Engel wechselte in ein leuchtendes Rot. Er liess mich los und in seiner Hand materialisierte sich ein flammendes Schwert welches er mir in die Brust rammte. Der Raum verschwamm und ich sass in meinem Wohnzimmer.

?Scheiss Cyberspace, früher war die Ablehnung eines Kredites irgendwie kundenfreundlicher.?

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Herr der Winde

?Ich bin der Herr der Winde und des Regens, bin der Gott der Gezeiten! Meiner Gnade seit ihr ergeben, ohne mich seit ihr nichts! Unwissend werdet ihr ohne mich in den Tag stolpern und den Tod ihr finden, wenn ihr nicht meinen weisen Worten vorher gelauschet habt! Kniet nieder vor meinem Medium, preiset mich, denn sonst werde ich euch eine stürmische Zukunft voraussagen! Ich... nein... lasst mich los...?

Zwei Männern in weissen Klamotten schleiften den Mann zum Ausgang. ?Wir müssen für neue Mitarbeiter einen Psychotest einführen?, sagte der Intendant zu seinem Assistenten, ?und zwar BEVOR sie live den Wetterbericht moderieren.?

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Die WG


Stolz beschritt Kevin seine neuen Wohnlichkeiten. Er beäugte alles ganz genau, denn schliesslich hatte er lange nach einer neuen Behausung gesucht. Anscheinend hatte er jetzt genau das gefunden, von dem er immer geträumt hatte: Grosse Wohnräume, ein geräumiges Badezimmer, ganz in weiss. Er hatte sogar Personal, welches die Mahlzeiten servierte. Er hatte ein paar Mitbewohner in Kauf genommen, denn der Preis war phänomenal günstig. Er begrüsste seine neue Wohngemeinschaft mit einem Kräftigen: ?Hallo ihr Lieben! Wie geht?s euch denn??

Er bekam keine Antwort, denn die Mitinsassen der geschlossenen Anstalt in die Kevin heute eingeliefert wurde, hatten gerade ihre Medikamente bekommen.

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Alltägliches

Sein Magen krampfte sich zusammen, sein Kopf schmerzte. Immer wiederkehrende Fragen quälten seine Hirnwindungen und liessen ihm keine Ruhe: ?Wird das den Anderen gefallen? Werden sie mich auslachen, über mich spotten?? Seine Hände zitterten und Schweisstropfen perlten von seiner Stirn. Ein paar Mal dachte er es würde ihm besser gehen, doch dann kamen die Symptome in vollem Umfang wieder und jedes Mal wurden sie schlimmer. Er fühlte sich krank, doch kein Arzt auf dieser Welt konnte ihm Heilung geben. Dem jungen Mann, der in seiner Wohnung vor seinem Computer sass, fiel einfach kein Drabble zu dem heute vorgegebenen Wort ein.

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Ausgereift

Langsam merkte er, dass er bei der hohen Belastung immer mehr an Substanz verlor.
Seit Jahren wurde er nun schon unter Druck gesetzt. Immer wieder wurde er zu Höchstleistungen gezwungen, er konnte kaum noch zählen, wie oft ihm Steine in den Weg gelegt wurden. Nun, zumindest hatte er immer angemessene Pausen bekommen um sich zu erholen, denn schliesslich arbeitete er saisonabhängig. Trotzdem war sein so Job hart, dass er wohl oder übel, in seinen jungen Jahren, bald in den Ruhestand gehen musste. Ein Bisschen freute er sich auf die verdiente Ruhe, er fragte sich nur, ob alte Autoreifen wiederverwertet wurden.

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Das Rennen

Ungeduldig liess Kevin den Motor aufheulen und wartete, dass die Ampel endlich auf grün schaltete. Er sah sich noch mal seine Konkurrenten an und ihm wurde bewusst, dass dies nicht einfach werden würde. Da, die Ampel wurde grün und Kevin gab Gas. Mit quietschenden Reifen hängte er seine Verfolger ab. Da tauchte plötzlich Etwas vor ihm auf und er bremste mit voller Wucht. Eine heftige Lenkbewegung brachte sein Fahrzeug zum kippen und schliesslich überschlug er sich. In der Zeitung stand am nächsten Tag nur, dass ein Raser in der Stadt verunglückte und das dies aber seine letzte Fahrt gewesen war.

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Der Kritiker


?Jetzt schau sich jemand dieses Durcheinander an! Alles liegt kreuz und quer! Wie soll ich denn da die Werkzeuge richtig ansetzen? Wer ist hier der Verantwortliche? Den werde ich mir schnappen! Ich komme den langen Weg hierher und dann finde ich so etwas vor, ich bin stinksauer! Und hier, alles versaut, wer hat die rote Farbe da rübergekippt? Wie das aussieht, war hier der grösste Stümper der Welt am Werk!?

?Mein Gott,? stöhnte sie, ?da mache ich mir schon die Mühe, dir nach der Arbeit etwas zu essen zu machen, und dann meckerst du, weil es Spaghetti mit Tomatensauce gibt.?

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Die Heldin

Sie kämpfte sich durch den dichten Rauch, immer weiter in den Raum hinein. Sie hörte schwache Stimmen und jemand hustete. Langsam bahnte sie sich ihren Weg und je näher sie den Stimmen kam, desto schwieriger wurde es für sie, Sauerstoff in ihre Lungen zu bekommen. ?Ich hätte eine Sauerstoffmaske aufsetzen sollen.? Dachte sie und unterdrückte erfolgreich einen Hustenanfall. Gerade als sie meinte das Bewusstsein zu verlieren, kam sie an, stellte die Chips und Getränke auf dem Beistelltisch ab und sagte: ?Schatz, ich sehe ja ein, dass ihr an eurem Männerabend Karten spielt, aber mit den Zigarren müsst ihr euch zusammenreissen.?

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Die Suche

Gestern war ich bei einem berühmten Autor, er hat mich wieder weggeschickt, da er gerade an einer wichtigen Sache arbeitete. Dann war ich bei einem grossen Verlag, aber auch dort konnte niemand etwas mit mir anfangen, da dort alle die Köpfe zu voll hatten. Also bin ich weiter zu einem kleineren Verlag und dachte dort könnte ich Etwas werden, das wurde aber ebenfalls ein Misserfolg, die waren zu beschäftigt. Ich erwägte, es in einer anderen Stadt, wenn nötig in einem anderen Land zu versuchen, doch dann hatte ich ihn gefunden: Einen unbekannten Autor, der eine gute Idee zu schätzen wusste.

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Genuss

Kevin stand vor dem dampfenden Bottich. Langsam liess er erst den Einen, dann den anderen Fuss ins Wasser gleiten. Es war einfach zu heiss, um schnell hinein zu steigen. Es folgten seine Beine, nun ging es schon besser, sein Körper gewöhnte sich an die Temperatur. Schliesslich liess er sich ganz in dem Behälter nieder. Er lehnte sich an den einen Rand und stützte sich mit den Füssen am anderen ab, um nicht unterzugehen. So schaute nur noch sein Kopf heraus. Kevin wünschte sich, dass er dieses Bad geniessen könnte, doch er befürchtete, dass ihn die Kannibalen kochen und essen wollten.

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Kreislauf

Die Gedanken, die in mir wohnen sind wie bunte Blätter im Herbst.
Sie reifen heran, lösen sich vom Körper und verlieren sich im Wind.
Sie gehen auf eine weite, spannende Reise und suchen nach ihres gleichen,
um sich mit ihnen zu paaren und neue, wundervolle Gedanken zu zeugen.
Sie düngen die Köpfe der Menschen und umarmen die ganze Welt.
Sie dringen in die trockene Erde, ergreifen Besitz von ihr und befruchten sie.
Bäume nähren sich von dieser Erde und gebären neue Blätter,
die jung und unscheinbar an Ästen reifen.
Bis der Herbst naht und sie sich von ihrem Schöpfer trennen.

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Like a slap in the face

Wie eine Ohrfeige erwischte mich die Liebe, als ich sie das erste Mal sah. Sie hypnotisiert mich mit ihren grasgrünen Augen und ihr wunderschönes, glänzendes, blondes Haar wollte ich seit der ersten Sekunde, als ich es sah, in meinen Händen halten und es streicheln. Ich sehe sie jeden Tag und doch weiss ich, dass ich ihr niemals wirklich Nahe sein kann. Und was sollte sie auch schon mit jemanden wie mir anfangen können? Ich versuche nicht mal mit ihr Kontakt aufzunehmen, obwohl ich ihren Namen schon lange kenne. Es wird eine unerwiderte Liebe bleiben, zwischen mir und meiner wunderschönen Nachrichtensprecherin.

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Mein kleiner Liebling


?Mon Cheri, du bist für mich einfach unwiderstehlich?, säuselte Kevin. ?Ich liebe deine Haut, deinen Mund. Ich bin so froh, dass ich dich gefunden habe. Weißt du noch, als wir uns getroffen haben? Als ich dich gesehen habe, war es sofort um mich geschehen. Dir geht es doch sicher genau so, nicht wahr Schatz? Wir werden für immer zusammen bleiben. Du wirst mir doch immer treu bleiben? Ich muss nun zur Arbeit, du bleibst hier und wartest auf mich. Heute abend machen wir es uns gemütlich.?

Dann liess Kevin die Luft aus seiner Gummipuppe und verstaute sie unter seinem Bett.

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Nachtlager (ein Gute-Nacht-Drabble)


Habe keine Angst, die Dunkelheit ist kein Feind,
von der Natur ist sie als Freund gemeint.
Sie bringt dir Schlaf und lässt dich ruhen,
erholt deine Füsse von den schweren Schuhen.

Lass dich umarmen von dem düstren Freund,
der Tag hat extra für ihn das Feld geräumt.
Lass den Schlaf dich sanft umschmeicheln
und dich von süssen Träumen streicheln.

Hab keine Furcht vor den Geräuschen,
denn die können dich schnell täuschen.
Die Schatten können dir nicht schaden,
denn etwas Böses ist nicht eingeladen.

Schliess die Augen dann ist es schnell vollbracht,
lass dich tragen, sacht, ganz sacht, in die Nacht.

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Schwere Entscheidung


?Es bleibt abzuwägen, ob dies wirklich die richtige Entscheidung wäre, werter Kollege. Es gibt so viele Komponenten zu bedenken, so viele Sachen von allen Seiten zu analysieren.
Denn was würde es bringen, sich blindlings zu entscheiden nur um dann festzustellen, dass es die falsche Entscheidung war??
?Ja aber Herr Kollege, ist es nicht auch manchmal wünschenswert, sich einer Überraschung hinzugeben, denn was wäre das Leben ohne die eine oder andere Überraschung wert? Wenn wir schon wüssten, was auf uns zukommt, wäre das Leben doch sehr langweilig...?

?Können die Herren Doktoren nun zu einer Einigung kommen, welche Vorsuppe sie bestellen wollen??

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Helloween ? Drabbles

Grausam

Als der Sarg sich quietschend öffnete, quoll grünlicher Nebel unter dem Deckel hervor. Ein dürrer Arm stütze sich auf dem Rand des Sarges ab und eine hagere, schaurige Gestalt erhob sich und machte sich auf den Weg zum Ausgang. Die Tür zur Gruft öffnete sich und die Gestalt trat heraus. Da hatte sie auch schon ein Opfer gefunden: Ein blutjunges, wunderschönes Mädchen. Mit unmenschlicher Geschwindigkeit stürzte sich die Gestalt auf das kreischende, junge Ding und versuchte seine Zähne in dessen Hals zu schlagen. Mit schauderhaft, moderiger Stimme krächzte der Vampir: ?Scheiffe, jeft habe ich fon wieder vergeffen, meine Dritten reinfutun.?

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In der Höhle der Monster

Kevin schwang die Tür zu dem Raum auf. Er erschrak, das Zimmer war voller gruseliger Gestalten, eine schauriger als die andere. Er bewegte sich behutsam vorwärts und trotzdem stiess er mit einer Hexe zusammen, die gerade ein eklig grünes Getränk in ihren Rachen tröpfeln liess und sich mit einem Blutsauger köstlich zu amüsieren schien. Kevin fragte sich ernsthaft, was er hier zu suchen hatte. Aber er war schliesslich eingeladen worden und wollte sich selbst beweisen, dass er keine Angst vor diesen Gestalten hatte. Ausserdem brauchte er die Beförderung dringend und da machte es sich immer gut auf den Managementparties aufzutauchen.

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...wenn einen die Vergangenheit einholt

Ich war fassungslos. Sie hatte ihm einfach so, vor meinen Augen, den Kopf abgeschnitten. Und ich wusste nicht mal warum. Auf meine Frage, warum sie das getan hatte, erhielt ich  keine Antwort. Ich dachte mir sie würde schon ihre Gründe dafür haben aber gleich mit so einer Härte vorzugehen hätte ich nicht von ihr gedacht. Erst als ich ihre beste Freundin fragte, erfuhr ich, dass sie mit ihm für kurze Zeit zusammen war und er sie wie Dreck behandelt hatte.

Da verstand ich erst, warum sie ihn nicht mit auf dem Partyfoto haben wollte und ich hätte wahrscheinlich genauso gehandelt.

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Ein Rätsel-Drabble

Ich bin alles und nichts.

Wenn mich keiner beachtet, dann vergehe ich.
Wenn ich alt bin, bin ich meistens gut.
Wer mit mir spielt, wird verlieren.
Wer mich gewinnt, geht leer aus.
Jeder will mich, keiner gibt mich gerne her.
Wenn man mich tötet, trauert keiner.
Wer mich stiehlt, kann mich nicht zurückgeben.
Wer mich verliert, wird mich nicht mehr finden.
Wer mit mir auf reisen geht, bewegt sich nicht.
Wer mir zu nahe kommt, ist immer aktuell.
Wenn ich zu schnell bin, hast du deinen Spass.
Wer mich kürzt, wird mehr von mir haben.

Ich bin in deinem Gesicht.

(Wer hier die Lösung nicht findet kann mich gerne kontaktieren)

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Das einsame Leben eines Landstreichers

Ich streiche einsam durch die Lande. Komme ich in einen Ort, werde ich gefürchtet oder ignoriert. Viele würden mich am liebsten, wenn sie könnten, aus ihrer Stadt werfen. Doch ich gehe nicht, lasse mich nicht von euch vertreiben, denn auch ich habe eine Daseinsberechtigung. Ich erledige für euch die Drecksarbeit und es wird mir niemals gedankt. Im Gegenteil, ich werde dafür verachtet und gehasst. Ihr würdet mich niemals in euere Häuser einladen, doch ich beobachte euch ständig. Ohne mich würde eure heile Welt verfallen. Ohne mich gäbe es diese Welt nicht einmal, denn es gibt kein Leben ohne den Tod.

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Eine ist eine zuwenig

Seit Wochen fragte sich Kevin, wo sie hin ist. Er hatte zwar keine emotionale Bindung zu ihr aufgebaut, doch er fühlte sich nicht komplett, so ohne sie. Sie ist einfach stillschweigend verschwunden. Kevin fragte sich, ob er etwas grundlegendes falsch gemacht hatte. Ob er ihr einen Grund gegeben hatte, dass sie einfach verschwand? Nachts lag er oft stundenlang in seinem Bett wach und machte sich Gedanken darüber. Tagsüber lief er unruhig in seiner Wohnung hin und her und fragte sich, wo sie wohl sein möge. Dann sah er sie ganz zufällig wieder. Sie lag hinter der Waschmaschine, seine vermisste Socke.

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Die Gedanken, die in mir wohnen...

Haben eine weite Reise hinter sich gebracht
Sie entfalten ihre Wohltat und ihr Grauen
Hinter meinen weinenden und lachenden Augen
Die Tränen bilden einen See, so dunkel und tief
Das Lachen entfacht ein Feuer, so hell und hoch
Ich trage eine Maske, um den Kampf in mir zu verbergen

Gefühle sind auch mir nicht fremd, doch sie schmerzen mich...

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Ärgerlich

Er fühlte sich schon seit Wochen unwohl. In seinem Bauch grummelte es. Er wusste genau warum dies so war. Seit er denken kann, ist er von den Menschen um sich herum immer nur gehänselt worden. Die Leute bespuckten ihn sogar manchmal. Einmal sagte sogar mal jemand zu ihm, er würde aussehen wie ein unförmiger Berg. Als er das hörte, wäre er beinahe geplatzt. Aber er war einer der Sorte, die alles in sich reinfressen und dann irgendwann hochgehen. Er fühlte, dass es bald soweit war. Dann ging es los, ihm kam alles hoch und Ätna begrub ein halbes Dorf dabei.


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Schnittchen und die eifersüchtigen Gnome


Es war ein schöner, sonniger Tag im Wald hinter den sieben Bergen hinter der stinkigen Autobahn. Die sieben Zwerge machten sich auf den Weg zur Bushaltestelle und winkten Schnittchen zum Abschied noch mal zu. Schnittchen versicherte sich, dass die Zwerge ausser Sicht waren, öffnete die Ikeaschranktür und sagte zu dem darin verborgenen Prinzen: ?Du kannst rauskommen, sie sind weg.? ?Puh, Schnittchen, wir müssen uns endlich etwas anderes ausdenken, ich habe keine Lust mehr die Nacht im Schrank zu verbringen. Der Sex mit dir ist zwar hervorragend, doch ich bin nicht mehr bereit, dafür mit diesen eifersüchtigen Gnomen Versteck zu spielen.?

?Hach, mein Prinz?, sagte Schnittchen und streichelte ihm gedankenverloren die Prinzenrolle, ?ich weiss nicht, was sie mit dir machen würden, wenn sie herausfänden, was wir hier treiben.? ?Das ist mir auch egal! Ich werde mich den Zwergen heute stellen und dafür sorgen, dass du nur noch mir gehörst!?
Als die Zwerge ihre Schicht beendet hatten und wieder in dem geräumigen Haus ankamen, ging der Prinz auf sie zu und sagte mit geschwollener Brust und eingezogener Rolle: ?Hiermit fordere ich euch auf, mir Schnittchen zu überlassen!? Da nahm der stärkste Zwerg eine Säge und seit dem gibt es acht von ihnen.

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Tränen bilden einen See von Traurigkeit

...und schauderhafte Tentakeln versuchen mich in die Tiefe zu reissen. Sie greifen nach meiner Seele, nach meinen Gedanken, die sich ganz auf dich konzentrieren. Die Erinnerung ist wie ein rettendes Floß und die Bilder in meinem Kopf sind wie ein Schild, welches mich vor den Kreaturen der Dunkelheit bewahrt, die sich unaufhaltsam ihren Weg durch die düsteren Wogen zu mir nach oben bahnen. Wie lange noch kann ich das schwankende Floß am sinken hindern, bis meine Erinnerungen verblassen? Wie lange noch kann ich mich mit dem Schild gegen die Dunkelheit und ihrer Geschöpfe erwehren, bis die Bilder meinen Kopf verlassen?

Der See verwandelt sich langsam in einen tiefen Sumpf, der meinen Körper und meinen Geist fest umschließt. Die Traurigkeit hat nunmehr andere Namen, wie Hass und Wut gegen mich und alles was am Leben ist. Meine Gefühle bekommen Substanz und dringen in meinen wunden Rachen, die Luft wird aus meinen Lungen gepresst. Bin ich denn allein mit meiner Trauer, die mich noch am Leben hält? Wie lange soll ich dies ertragen, hab erbarmen und verachte mich nicht, wenn ich mich verschließe und die Traurigkeit tief in mir vergrabe, damit ich leben kann, obwohl ich mich dafür hasse.

ENDE?

Was sind drabbles?

Nun, eine durchaus berechtigte Frage,
dazu kann und muss ich auf die folgende
Website verweisen, da stehts ganz genau
und dort kann man es nach Lust und Laune
auch tun:


DRABBLES.DE

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