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Barack Obama

Der US-amerikanische, demokratische Politiker stellt seit 2009 den 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. 2004 wurde der promovierte Jurist für Illinois in den Senat gewählt und avancierte darauf als charismatischer und patriotischer Demokrat zu einem der populärsten Politiker der USA. Davor lehrte er bis zu seiner Wahl in den US-Senat Verfassungsrecht an der Fakultät für Rechtswissenschaft der University of Chicago. Insbesondere seine Friedenspolitik für einen schnellen Rückzug amerikanischer Truppen aus dem Irak und seine Sozialpolitik bescherten Barack Obama großen Zuspruch. 2009 wurde ihm der Friedensnobelpreis für seine Anstrengungen zur Stärkung der internationalen Diplomatie und der Zusammenarbeit zwischen den Völkern zuerkannt...

Biografie

Barack Hussein Obama wurde am 4. August 1961 in Honolulu geboren.

Der Vater, Barack Obama Senior, ein schwarzer Muslim und Angehöriger des Luo-Volks, stammte aus Alego, Kenia, die Mutter Stanley Ann Dunham war eine weiße US-Amerikanerin aus Wichita, Kansas. 1963 ließen sich die Eltern scheiden. Der Vater reiste zurück nach Kenia, die Mutter blieb mit ihrem Sohn in Hawaii.

Im Jahr 1965 heiratete sie den indonesischen Studenten Lolo Soetoro, worauf sich die Familie von 1967 bis 1971 in Jakarta niederließ. Hier wurde seine Halbschwester Maya geboren. Auch von väterlicher Seite erhielt Obama mehrere Halbgeschwister. Im Alter von zehn Jahren kehrte Obama 1971 in seine Heimat Hawaii zurück, wo er weiter bei seinen Großeltern als Atheist aufwuchs.

Obama legte 1979 in Hawaii seinen Highschool-Abschluss mit Auszeichnung ab. Im Anschluss studierte er zwei Jahre am Occidental College in Los Angeles und wechselte 1981 an die Columbia University nach New York City. Nach seinem BA-Abschluss 1983 in Politikwissenschaften (Schwerpunkt Internationale Beziehungen) arbeitete er ein Jahr lang für das Wirtschaftsberatungsunternehmen Business International Corporation in New York.

Im Jahr 1985 wechselte Obama nach Chicago, wo er für eine gemeinnützige Organisation arbeitete, die Kirchengemeinden beim Arbeitstraining für Einwohner armer Stadtviertel unterstützte. Danach studierte er drei weitere Jahre Rechtswissenschaft an der Harvard Law School und wurde dort als erster Afroamerikaner zum Chefredakteur der Fachzeitschrift "Harvard Law Review" berufen. 1991 promovierte er mit "magna cum laude".

Darauf kehre er nach Chicago zurück und arbeitete ab 1993 in der auf Bürgerrechte spezialisierten Anwaltssozietat Miner, Barnhill and Galland. Weiter lehrte er Verfassungsrecht an der Fakultät für Rechtswissenschaft der University of Chicago. Ab 1992 wurde Obama in der Landespolitik des Staates Illinois aktiv. Er organisierte eine politische Kampagne zur Wählerregistrierung in der afroamerikanischen Gemeinschaft, um die Präsidentschaftskampagne des traditionell unter Schwarzen sehr beliebten Bill Clinton zu unterstützen.

Im Jahr 1996 wählte ihn der südliche Wahlkreis von Chicago in den Senat von Illinois. Er übernahm damit den Vorsitz des Ausschusses für öffentliches Gesundheitswesen und Wohlfahrt. Indes galt er als überzeugter Linksliberaler und als Sozialpolitiker. 2000 unterlag er gegen den Mitbewerber und Mandatsinhaber Bobby L. Rush bei den Vorwahlen für das US-Repräsentantenhaus in einem Wahlkreis in Illinois. 2002 wurde Obama im Senat von Illinois betätigt.

Obama trat 2004 an, um für die Demokratische Partei einen Sitz im US-Senat zu erlangen. Der amtierende Senator Peter Fitzgerald verzichtete auf eine Wiederwahl und vier Kongressabgeordnete aus Illinois unterstützten die Wahl Obamas öffentlich, ebenso liberale Demokraten wie der frühere Vorsitzende des Democratic National Committee, David Wilhelm. Indes markierte seine Grundsatzrede (Keynote) auf dem Demokratischen Parteitag im Juli 2004 seinen politischen Durchbruch.

Am 4. Januar 2005 zog er nach einem Erdrutschsieg (70 zu 25 %) als Senator im Kapitol ein. Er wurde Mitglied folgender US-Senat-Ausschüsse: Außenpolitische Beziehungen, Gesundheit, Bildung, Arbeit und Renten, Heimatschutz und staatliche Angelegenheiten und Angelegenheiten der Veteranen. Im Januar 2006 flog Obama mit einer Delegation des Kongresses in den Nahen Osten und besuchte dort Kuwait, den Irak, Israel und die palästinensischen Autonomiegebiete. Im August 2006 bereiste er Südafrika und Kenia mit Zwischenstopps in Äthiopien und Tschad.

Am 30. Januar 2007 initiierte Obama den "War De-Escalation Act", einen Plan für einen phasenweisen Rückzug amerikanischer Truppen aus dem Irak bis März 2008. Indes avancierte er unter den 99 Senatoren-Kollegen als politischer Linksausen. Im Februar 2007 erklärte er seine Kandidatur für das Amt des US-Präsidenten, worauf gegen Hillary Clinton ein heißer Kampf um die Kandidatur der Demokraten entbrannte. Am 3. Juni 2008 erreichte er die notwendige Zahl von Delegierten, um sich eine Mehrheit für die Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten seiner Partei zu sichern.

Am nationalen Wahltag, dem 4. November 2008, errangen er und Joe Biden als designierten Vize eine Mehrheit von 365 Wahlmännern des Electoral College und 53% aller abgegebenen Wählerstimmen gegenüber 162 Wahlmännern und 46% für die republikanischen Kandidaten, John McCain und Sarah Palin. Parallel dazu vergrößerten die Demokraten ihre Mehrheit im Senat um sechs auf 57 Sitze gegenüber 40 Sitzen für die Republikaner, im Repräsentantenhaus um 21 Sitze auf 256 von insgesamt 435 Sitzen. Seine Vereidigung und Amtseinführung wurde am 20. Januar 2009 vollzogen.

Am Tag seiner Amtseinführung ließ Obama die laufenden Gerichtsverfahren gegen Insassen des Gefangenenlagers Guantanamo für 120 Tage aussetzen, um sie juristisch überprüfen zu können. Zugleich stelle er die Schließung von Guantanamo binnen eines Jahres in Aussicht. Am 17. Februar 2009 unterschrieb er in Denver den American Recovery and Reinvestment Act of 2009, ein 787 Milliarden US-Dollar großes Konjunkturprogramm, das die Effekte der Finanzkrise abdämpfen und 3,5 Millionen Arbeitsplätze schaffen sollte.

Am 31. März reiste er erstmals als US-Präsident nach Europa. Das Programm zum 60. Geburtstag der NATO sah innerhalb von acht Tagen Treffen in London, Straßburg, Baden-Baden, Prag, Ankara und Istanbul vor. In Prag hielt Obama eine Rede vor der Prager Burg, in der er unter anderem die weltweite Abschaffung aller Nuklearwaffen als langfristiges Ziel ankündigte. Innenpolitisch befürwortete er eine Reform des Gesundheitssystems durch Einführung einer allgemeinen Krankenversicherung. Bis Ende der nächsten Präsidentschaft soll demnach jeder US-Amerikaner krankenversichert sein.

Im Juni 2009 besuchte Obama als erster US-amerikanischer Präsident das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald. Er nahm darauf an den Feierlichkeiten zum 65. Jahrestag des D-Day teil. Am 9. Oktober 2009 wurde bekannt gegeben, dass Obama den Friedensnobelpreis erhält. Das Komitee vergab den Preis an ihn "für seine außergewöhnlichen Bemühungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu stärken".

Barack Obama ist privat seit 1992 mit Michelle Obama verheiratet, die wie er an der Harvard Law School studierte und auch in der öffentlichen Verwaltung von Chicago tätig war. Sie haben zwei Töchter.

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