login   anmelden   
 
Ja   nein   

Wie jeden Abend saß sie vorm PC und chattete via Facebook mit ihrer besten Freundin, ihrem Freund und ihrem besten Kumpel. Wie jeden Abend war sie schlecht gelaunt. In der Schule war sie nur noch körperlich anwesend, außer dann, wenn sie mit einem Kumpel darüber sprach, warum es ihr schlecht ging. Aber alles konnte sie diesem Kumpel nicht anvertrauen. Er würde Angst vor ihr bekommen und ihr vielleicht nie wieder zuhören. Nein, dass wollte sie nicht riskieren.
Sie hatte nur noch Stress. Stress mit ihren Eltern, die nicht verstanden, dass es das Beste war, was ihr passieren konnte, dass sie einen Freund hatte. Das sie glücklich war. Und sie hatte Stress mit ihren Freunden, die nichts mehr akzeptierten, was sie tat, seitdem sie einen Freund hatte oder insgesamt, wenn es um private Dinge ging. Andere hätten an ihrer Stelle geweint, aber das konnte sie nicht. Sie wusste, dass der Schmerz einen oft in die Wirklichkeit zurückführt und dies wollte sie. Sie wollte raus aus diesem trostlosen Dasein. Sich ritzen? Das hörte sich brutal an… Ein Messer hatte sie auch nicht. Was dann? Vor ihr lag eine Schere. Sie nahm sie in die Hand und betrachtete sie. ‚Was soll schon schlimm daran sein? Ist ja nur das eine Mal…‘ dachte sie, nahm die Schere in die rechte Hand und schnitt sich in den linken Arm. Es tat weh. Es tat gut. Der Schmerz lenkte ab, holte sie zurück. Aber nur kurz. Aber sie wollte nicht, dass ihr Arm vernarbt, dass es blutet. Nein, sie wollte nur Schmerz, nur kurz um sich zurückzuholen. Sie überwindete sich dazu, die Schere wegzulegen. Es fiel ihr Schwer, doch die Wunde blieb. Immer wenn etwas schief läuft kann man noch draufdrücken um Schmerzen zu spüren, um zurückzukehren, um nicht zu verzweifeln.
Aber sie hatte auch gleichzeitig Angst. Angst, dies ständig zu tun. Angst abhängig zu werden und natürlich Angst, dass ihre Eltern und Freunde es mitbekommen und sie noch mehr ausschließen, als sie es sowieso schon tun…
Sie beschloss es jemanden zu sagen, jemanden, der sie versteht, jemanden, der ihr hoffentlich helfen kann. Sie WOLLTE nicht in diese Schiene, in diese Gesellschaftsschiene, in der Schmerzen Standard sind. Sie beschloss es ihrer besten Freundin zu sagen. Sie hatte Glück. Am nächsten Tag verabredeten sich die beiden und sie konnte ihr es erzählen. Es fiel ihr schwer, sehr schwer. Aber sie schaffte es und versprach mit ihrer Freundin zu reden und sich keine Schmerzen zuzufügen.

Homepage Erstellung und Pflege: Superweb Homepage-Erstellung