David Schuster wurde 1910 in einer jüdischen Familie in der südlichen Rhön in Bad Brückenau geboren, wo er ebenfalls die Grundschule besuchte. Jedoch gab es dort vor etwa hundert Jahren keine weiterführende Schulen, die nächste befand sich in Würzburg. Darum reiste David Schuster in die ca. 70 km entfernte Bischofsstadt um dort die Oberrealschule zu besuchen. Seinen Schulabschluss absolvierte er anschließend im Würzburger Röntgengymnasium.
Da es zu damaliger Zeit keine Züge oder Autos gab, die von der Geschwindigkeit her vergleichbar mit denen in der heutigen Zeit sind, blieb David Schuster während der Schullaufbahn in Würzburg in einem Internat.
Die Präperantenschule mit wirtschaftlichem Schwerpunkt wurde nach dem Schulabschluss noch zwei Jahre von ihm besucht. Danach wurde er von seinen Großeltern in Bad Brückenau empfangen. Er blieb bei ihnen und fing dort in einem kleinen Hotel mit Postversandbetrieb, mit Postkutschen- und Pferden an, welches die Großeltern ihr eigen nennen durften.
Schon bald entwickelte sich ein Prozess in der Umgebung: Erst langsam und dann immer schneller vermehrten sich Verbote für Juden. Beispielsweise mussten alle Juden ihr Radio abgeben und ein anderes Verbot besagte, dass Juden keine Haustiere mehr halten durften. David Schusters Großeltern mussten sogar ein Schild an ihr eigenes Hotel anbringen: „Juden kein Zutritt!“
Als eine Weile später die Familie Schuster versehentlich gegen eine der vielen Regeln verstieß, erstattete ein Mitbewohner sofort Anzeige bei der NSDAP. David Schuster und sein Vater wurden abgeholt und zu sieben Jahren Haft verurteilt. Nach zwei Tagen Aufenthalt in Würzburg folgte ihr Transport in das Konzentrationslager Dachau. Dort erschienen zwei mal pro Woche 70 neue Häftlinge, welche besonders häftig gequält wurden.
Als Begrüßungszeremonie mussten 60 bis 70 Mann ein Eisenbahngleis heben. Eine Person nach der anderen wurde während dessen von der Zeremonie befreit bis zum Schluss nur noch zehn Leute damit beschäftigt waren, das Gleis zu heben.
Nach dem Aufenthalt im Dachauer KZ wurden Vater und Sohn Schuster weiter nach München transportiert. Während dessen erhielten sie ein Angebot einer Frau aus Bad Brückenau. Sie wollte das Hotel kaufen. David Schuster und sein Vater lehnten das Angebot der Frau ab. Daraufhin folgte der Weitertransport in das KZ Buchenwald, wo das Hotel durch Erpressung verkauft wurde. Da dies niemand erfahren durfte, kam ein Deal mit den Nazis zustande. Vater und sein Sohn David Schuster erhielten die Erlaubnis, Deutschland innerhalb von drei Tagen zu verlassen.
Am Entlassungsabend mussten sich alle in einer Reihe auf dem Apellplatz aufstellen. Weil zwei Männer geflohen und dabei 2 Lager-Aufseher niedergeschlagen hatten, mussten alle Personen der Baracke die ganze Nacht stillstehen. Es war die Nacht am 16. Dezember. Ein unvergessliches Erlebnis für David Schuster. Er selbst erzählte, dass er ohne seinen Vorteil noch jung und kräftig zu sein diese Nacht nicht überstanden hätte.
Kurz darauf sind seine zwei Schwestern und er in einem Spezialzug nach Italien geflüchtet und von dort aus nach Israel. Arbeit fand er als Bauarbeiter und arbeitete sich hoch bis zur Bauleitung. In Israel lernte er seine Frau kennen, welche auch aus Deutschland nahe der polnischen Grenze kam. Da eine Fernorganisation der Familie nicht möglich war, wünschte sich nach Ende des zweiten Weltkrieges David Schuster ihre Rückkehr nach Deutschland. Er war anfangs speptisch gegenüber den Deutschen.
Als er erfuhr, dass Würzburg wieder eine jüdische Gemeinde hatte, entschloss er sich, einen Probeausflug nach Deutschland zu unternehmen. Nachdem sich dieser Ausflug für ihn als positiv herausstellte, holte er seine ganze Familie nach Würzburg. David Schuster wurde Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Würzburg, er wurde politisch angagiert und er wurde Vizevorsitzender des Landesverbandes Bayrischer Jüdischer Gemeinden.
Ende der 40er und Anfang der 50er Jahre als seine Eltern starben, versuchte er das Hotel in Bad Brückenau weiterzuführen. David Schuster lebte noch bis um die Jahrtausendwende und starb aufgrund seines Alters. Ansonsten hatte er gesundheitlich keine Beschwerden. Bei Juden ist es üblich Freitagabend und Samstagmorgens in der Synagoge zu beten. Beim Zusammensein in der Synagoge hatte David Schuster aufeinmal keinen Herzschlag mehr.