Lachender Tod
Ich das Klopfen meines Herzen. So leise ist es. Ich halte die Luft an. Staue sie tief in meiner Kehle. Bis ich nicht mehr kann und unmächtig werde. So mache ich es jedesmal wenn ich mit IHM allein bin. Ich höre das Pochen tief in mir drin. Es schlägt immer unregelmäßiger je länger ich den Mund zusammen presse. Ich versuche mich klein zu machen, und mich zu verstecken. Doch er wird kommen. Ich weiß es genau. Er wird in alle Schränke und in alle Zimmer schauen bis er mich gefunden hat. Angsttränen treten in meine Augen und ich versuche mich nicht mehr zu bewegen. Kein Laut mehr zu machen und wie erstarrt unter meinem Bett zu liegen. Er ruft meinen Namen doch ich antworte nicht. Immer noch halte ich die Luft an. Er kommt nun in mein Zimmer und der Schweiß bricht mir aus. Ich sehe seine großen Füße neben der Kommode stehen. Und dann kommen sie auf mich zu. Er setzt sich schweigend auf mein Bett. Seine Füße sind nur wenige Zentimeter von meinem Gesicht entfernt. Plötzlich höre ich sein Seufzen und sein Kopf erscheint neben meinem. Erschrocken weicht die angehaltene Luft aus meinem Mund und ich reiße die Augen angstvoll auf. Er sagt mir das ich nun aus meinem Versteck rauskommen soll und das er etwas mit mir spielen will. Ich schüttle den Kopf. Ich kenne dieses Spiel. Und seit dem er es immer mit mir spielen will, hasse ich es. Sein Mund verzieht sich mürrisch und er packt meine Arme um mich rauszuziehen. Mit aller Kraft versuche ich die Dunkelheit des Bettes nicht zu verlassen. Doch er ist stärker und hebt mich hoch. Dann trägt er mich, beruhigend auf mich einredend, ins große Schlafzimmer. Verzweifelt versuche ich mich vom Bett zu erheben und aus dem Zimmer zu rennen. Doch er hält mich fest und drückt mich auf die Decken. Der Angstschweiß rinnt mir über die Stirn und hinab zum Hals. Ich kann nicht mehr vernünftig denken. Er ist so schwer. Sein Gewicht zerquetscht mich fast und läst mich nach Luft schnappen. Ich versuche keine neue Luft mehr einzuatmen um unmächtig zu werden, doch mein Körper lässt das nicht zu. Er ringt verzweifelt nach Atem und versucht den Körper wegzustoßen. Doch meine Arme sind nicht stark genug. Die Tränen strömen in Bächen meine Wangen hinunter. Ich will das nicht. NEIN, ich will das nicht erleben. Es tut so schrecklich weh. Mein Körper brennt wie Feuer. Was passiert mit mir. Was ist los. Es fühlt sich an als wenn er in Flammen steht. Ich will schreien. All mein Leid und den Schmerz in die Welt heraus rufen. Doch kein Laut kommt über meine Lippen. Sie sind verschlossen und lassen sich nie wieder zu einem fröhlichen Lachen öffnen. Er hat es mir gestohlen. Was habe ich falsch gemacht? Wieso tut Gott mir diese Schmerzen an. Sie wollen mich zerreißen. Ich spüre wie ich Blute. Unten zwischen den Beinen und tief in meiner Brust. So viel Blut läuft aus meinem herzen. Ich kann es spüren. Dort wo einmal mein Herz war, ist nur noch ein schwarzer Stein, der alles zerstört. Er heißt Papi und lässt meine Tränen fließen. All das Gute hat er vertrieben, und das was blieb tut weh. Meine Augen reißen und mein Mund erstarrt. Er hat die Sonne verdrängt und lässt mich leiden. Warum tust du mir das an, Papi? Wieso??? Tue mir das nicht an. BITTE! Ich flehe dich an. Lass mein Kinderherz wieder leben und mich glücklich sein. Oder lass mich sterben. In deinen Armen, die mich fest halten. Lass mich zu Gott zurückkehren, der mich bei sich aufnimmt und mir das Lachen schenkt. Bitte Papi. BITTE!!!
Merit Bruhn
03.09.2009