"Engel fliegen einsam"
"Engel können fliegen" flüsterte sie als sie sich aus seinen Armen riss und das Hochhaus runtersprang. Er hatte gehofft, dass sie wenigstens noch einen kleinen Augenblick in seinen Armen verweilen würde doch selbst Gott hätte sie nicht von ihrem Vorhaben abhalten können. Sie glitt langsam die Fassade hinab und spannte ihre Arme als wären es Engelsschwingen und ihre allerletzte Träne wirbelte durch die kühle Nachtluft. Sein Herz fühlte sich an, als sei ein Spiegel in tausende Teile zerborsten,. "Und wieder wirft der Mond dunkle Schatten wie in jener Nacht." stieß er verzweifelt in den Himmel hervor. Bunte Lichter drangen aus der Tiefe zu ihm und Sirenen durchdrangen die Stille ihrer letzten Nacht. Ihr blutüberströmter und demolierter Körper lag eingedrückt auf dem Asphalt. Der Wind wirbelte leise durch die Hochhäuserschlucht von Midtown. Als die Polizisten und Sanitäter eintraffen sah man in ihren Gesichtern das blanke Entsetzen. Man begann zu würgen, man begann wegzuschauen. Durch die lauten und grellen Sirenen wurde die Neugier der Mitmenschen geweckt. Als sie die Leiche des Mädchen sahen, fragten sie sich alle nur eine Frage: "Wieso hat sich so eine junge Seele das Leben genommen?" Hunderte Gedanken schossen ihm durch den Kopf, doch er wusste, dass es so sein musste. "Du musstest es tun, nur alleine aus dem Grund um endlich die Engel fliegen zu sehen." Und so verschwand er in der Dunkelheit mit ihrem Gesicht in seinem Kopf und ihren Träumen und Wünschen in seinem Herzem vergraben.