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Ich habe im November 2004 die Diagnosen Depression und Kombinierte Persöhnlichkeitsstörung bekommen.

Depression

Jeder Mensch erlebt Phasen oder Momente, in denen er Traurigkeit, Einsamkeit oder Unglücklichsein verspürt. Nicht nur durch große Schicksalsschläge, sondern auch durch scheinbar banale Erlebnisse im Alltag kann das Gefühlsleben ganz plötzlich aus den Fugen gerissen werden.

Diese Phasen im Leben sind ganz normal! Man könnte sogar sagen: notwendig! Denn würde unser Leben immer vollkommen gleichmäßig verlaufen, wären wir auch nicht in der Lage, die schönen Momente als solche wahrzunehmen.

Dauert aber eine traurige Phase, in der das Leben vom Betroffenen nicht mehr aus einer normalen Perspektive wahrgenommen wird, über Wochen oder gar länger an, könnte bereits eine Depression vorliegen.

Häufigkeit

Depressionen zählen zu den häufigsten behandlungsbedürftigen Erkrankungen in der westlichen Welt.

In Deutschland gibt es ca. 4 Millionen Depressive Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, beträgt für Frauen 26 %, für Männer bis zu 12 %.Besonders im Lebensalter zwischen 25 und 45 Jahren werden Depressionen gehäuft diagnostiziert.

Depression ist kein Schicksal

Depressionen lassen sich heute sehr gut - insbesondere wegen der großen Fortschritte, die die Arzneimittelforschung in den letzten Jahren gemacht hat, behandeln. Ganz besonders wichtig ist es aber, dass der Betroffene erkennt, dass er erkrankt ist, er in eine Behandlung einwilligt und bereit ist, für die persönliche Genesung auch aktiv etwas zu tun.

Symptome

Die Depression ist eine Erkrankung, die sich sehr vielgestaltig äußern kann, entsprechend groß ist die Anzahl der Beschwerden. Sie läßt sich nicht so einfach bestimmen, wie etwa z.B. ein hoher Blutdruck gemessen werden kann. Bei der Depression unterscheidet man sog.Hauptsymptome, Zusatzsymptome und weitere charakteristische Symptome unterschieden.

Hauptsymptome

Verlust von Interesse und Freude

Depressive Stimmung

Verminderung von Antrieb

Zusatzsymptome

Konzentrationsstörungen

Mangelndes Selbstwertgefühl

Schuldgefühle

Pessimistische Zukuftsperspektive

Lebensüberdruß, Selbsttötung

Schlafstörungen

Appetitverminderung

Weitere charakteristische Symptome

Libidoverlust

Grübeln

Gefühllosigkeit

Unruhe

Körperliche Symptome

Ursachen

Die moderne Medizin geht heute davon aus, dass es eine Reihe von Ursachen für die Entstehung von Depressionen gibt.

Erbliche (genetische) Veranlagung

Neurobiologische Faktoren

Traumatische Faktoren

Sonstige Faktoren

Erbliche (genetische) Veranlagungen

Kinder eines bereits depressiv erkrankten Elternteils können mit einer höheren Wahrscheinlichkeit von dieser Erkrankung betroffen sein als Nachkommen von Eltern, die nie unter einer Depression litten.

Neurobiologische Ursachen

Bei Depressionen liegt ein Ungleichgewicht oder eine gestörte Konzentration von bestimmten Botenstoffen im Gehirn, den so genannten Neurotransmittern, vor.

Diese Substanzen sind für die Informationsübertragung zwischen den einzelnen Nervenzellen zuständig. Ein Missverhältnis dieser Botenstoffe kann nicht nur Ursache der Depression, sondern auch Grund für andere Erkrankungen sein. Es stehen heute eine Reihe von Medikamenten zur Verfügung, die diese Botenstoffe wieder in eine Balance bringen und sich bei der Behandlung der Depression als besonders wirksam erwiesen haben.

Traumatische Faktoren

Ein weiterer Erklärungsansatz für das Auftreten von Depressionen geht davon aus, dass schmerzliche Erfahrungen, die ein Mensch lebenslang macht, entsprechend „abgespeichert“ werden. Zu einem späteren Zeitpunkt kann die gespeicherte Erfahrung durch ähnliche Situationen aus dem Unterbewusstsein abgerufen werden und eine depressive Störung auslösen. Hierzu zählen beispielsweise Verlustängste gegenüber der Mutter, die dann später z.B. in einer Konfliktsituation mit dem Ehepartner wieder hervortreten. Ebenso kann durch zwischenmenschliche Kränkungen in Partner- oder Freundschaft, durch Verlust des Arbeitsplatzes oder den Tod eines nahen Angehörigen eine Depression ausgelöst werden.

Sonstige Faktoren

Es gibt zahlreiche Erkrankungen wie z.B. Schilddrüsenerkrankungen, in deren Folge auch Depressionen ausgelöst werden können. In diesen Fällen wird der behandelnde Arzt bemüht sein, zunächst die Haupterkrankung wirkungsvoll zu therapieren. Häufig genügt die Therapie der ursächlichen Erkrankung, um danach die Depression erfolgreich behandeln zu können.

Darüber hinaus können auch einige Arzneimittel, die zur Behandlung von bereits bestehenden organischen Erkrankungen angewendet wurden, als Nebenwirkung Depressionen auslösen. Deshalb sollte jeder Patient bereits beim ersten Gespräch mit dem Arzt alle zur Zeit eingenommenen Medikamente benennen. Eine Arzneimittelumstellung auf ein anderes Präparat kann in bestimmten Fällen bereits die Depressionssymptomatik zum Abklingen bringen

Schweregrad

In dem Kapitel "Symptome einer Depression" wurden Symptome beschrieben, die bei einer Depression auftreten können.
Je nach Anzahl der vorhandenen Symptome kann die Depression in verschiedene Schweregrade eingeteilt werden. Hiernach richtet sich dann auch der therapeutische Behandlungsansatz.Die körperlichen Symptome können unabhängig von den Haupt- und Zusatzsymptomen bei allen Schweregraden auftreten. Eine depressive Episode – ebenfalls unabhängig vom Schweregrad – kann einmalig auftreten oder sich in unterschiedlichen Zeitabständen wiederholen. Im letzteren Fall wird die Krankheit als "rezidivierende depressive Episode" bezeichnet.

Leichte depressive Episode

Über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen treten 2 Hauptsymptome plus 2 Zusatzsymptome auf.

Mittelschwere depressive Episode

Über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen treten 2 Hauptsymptome plus 3-4 Zusatzsymptome auf.

Schwere depressive Episode

Über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen treten alle 3 Hauptsymptome plus mindestens 4 Zusatzsymptome auf.

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