Einzelheiten zum Angriff
Die erste japanische Angriffswelle mit 183 Maschinen startete um 6:10 Uhr Ortszeit am Morgen des 7. Dezember 1941 etwa 230 Seemeilen (400 Kilometer) nördlich von Oʻahu. Sie brauchte allerdings 20 Minuten länger als geplant, um sich über den Trägern zu formieren. Sechs nicht rechtzeitig gestartete Maschinen blieben zurück und starteten eine Stunde später mit der zweiten Welle. Die Besatzungen der Träger verabschiedeten die startenden Maschinen mit Banzai-Rufen. Zur gleichen Zeit starteten vom amerikanischen Flugzeugträger Enterprise, der sich rund 370 Meilen westlich von Pearl Harbor befand, 18 SBD Dauntless, die nach Ford Island vorausfliegen sollten.
Zum ersten Zusammenstoß zwischen den Streitkräften Japans und der Vereinigten Staaten kam es um 6:37 Uhr Ortszeit vor dem Hafeneingang. In der Nacht wollte man bereits von Bord des Minensuchers Condor ein Periskop in der Nähe der Hafeneinfahrt gesehen haben und hatte den vor der Hafeneinfahrt patrouillierenden Zerstörer Ward alarmiert. Dieser konnte jedoch kein U-Boot finden. Gegen 6:30 Uhr meldete dann auch das Versorgungsschiff Antares die Sichtung eines U-Boots, worauf die Marine ein PBY Catalina-Flugboot startete, das die Ward unterstützen sollte. Gegen 6:45 Uhr fand und versenkte die Ward das U-Boot mit Geschützfeuer und Wasserbomben. Es handelte sich dabei um eines von fünf japanischen Kleinst-U-Booten des U-Boot-Spezialverbandes, welche versuchen sollten, in den Hafen einzudringen. Wenige Minuten später meldete die Catalina die Versenkung eines weiteren U-Boots vor der Hafeneinfahrt. Der Kommandant der Ward, Lieutenant Outerbridge, der erst zwei Tage zuvor die Ward als sein erstes Kommando übernommen hatte, sendete eine verschlüsselte Nachricht an den Kommandeur des 14. Marinedistrikts, um diesen zu informieren, dass er in der Hafenverteidigungszone ein U-Boot bekämpfe. Verzögert durch den routinemäßigen Entschlüsselungsprozess (inklusive Textumformulierung, damit ein in falsche Hände gelangender Klartext nicht zum Einbruch in den verwendeten Code benutzt werden konnte) erreichte die Nachricht gegen 7:15 Uhr die diensthabenden Offiziere und wurde von dort bis zu Admiral Kimmel weitergeleitet. Angesichts zahlreicher falscher U-Boot-Meldungen in den vorherigen Wochen wollte Kimmel jedoch eine Bestätigung der Meldung abwarten, bevor er Maßnahmen traf.
Um 7:02 Uhr entdeckten die beiden Radarbeobachter der Opanah Radar-Station eine Gruppe von 50 oder mehr Flugzeugen in 130 Meilen Entfernung, die sich aus Norden näherten. Die Opanah-Radar-Station war eine von sechs der neuen mobilen Radaranlagen, der Armee, die seit weniger als einem Monat auf Oʻahu eingesetzt wurden. Es waren Geräte vom Typ SCR-270, eine Variante mit größerer Reichweite der Baureihe SCR-268. Nach einer kurzen Diskussion riefen sie die Informationszentrale in Fort Shafter an und meldeten die Ortung sich nähernder Flugzeuge, ohne allerdings die Anzahl der georteten Maschinen zu erwähnen. Der Bericht wurde von einem Leutnant entgegen genommen, der erst zum zweiten Mal Dienst in der Informationszentrale tat und nicht weiter nachfragte. Er wusste, dass eine Gruppe von Bombern des Typs B-17 Flying Fortress erwartet wurde und glaubte, dass diese Maschinen geortet worden waren. Da er diese als vertraulich eingestufte Information aber nicht den Radarbeobachtern mitteilen durfte, sagte er ihnen lediglich, dass sie ihren Dienst beenden (das Radar war immer nur zwischen 4:00 und 7:00 Uhr in Betrieb) und sich um die Flugzeuge keine Sorge machen sollten („Don’t worry about it.“)