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Die Vorbereitungen

... laufen auf Hochtouren!

Wir befinden uns im Schlussspurt und haben noch ausreichend zu tun.
Obwohl man ein Jahr auf den Urlaub wartet und in Ruhe hätte alles vorbereiten können, wirds wieder mal stressig. Wie bei der Planung der Hochzeit bleibt übrigens das meiste an der Frau hängen.... grmpfl.

Tag 0 ? Flug von München nach Hong Kong

Hong Kong, 17.00 Uhr
Die erste Flugetappe ist geschafft.
Der Flug war sehr ruhig, schlafen konnten wir auch leidlich gut, trotz der wirklich üblen Sitzabstände in der Economy-Class. Freundlicherweise durften wir beim Einsteigen durch die Business-Class laufen, so dass wir in der Nacht wussten, wovon wir träumen konnten.

Trotzdem fühlen wir uns noch einigermaßen gerüstet für den zweiten Langstreckenflug.

Was allerdings nicht erfüllt wurde, war die Hoffnung (von Andreas F. und uns) auf Bildschirme in unseren Vordersitzen. Wir waren einigermaßen erstaunt, als über der Mittelreihe ein Röhren(!!!)bildschirm in vergilbtem Gehäuse herausfuhr. Wir schätzen beide das Flugzeug als etwas älter ein...

Natürlich sind wir gleich hier auf dem Flughafen mit dem Linksverkehr konfrontiert worden ? die Laufbänder laufen hier ?falschherum?. Leider war diese erste Begegnung nicht sehr glücklich. Gerdi uns ich standen dauernd im Weg. Hoffentlich passiert uns das nicht mit dem Camper... ;-)

Tag 1 - Von Hong Kong nach Auckland

Am Flughafen von Hong Kong lernen wir einen Neuseeländer kennen, der uns erklärt, wir müssen unbedingt nach Napier kommen ? das schönste Fleckchen auf der Nordinsel.
Wir hoffen, er sagt das nur, weil er da herkommt, denn diese Gegend haben wir vor zwei Monaten schweren Herzens aus unserer Reiseroute genommen.
?Natürlich? haben seine Eltern eine Schaffarm (was sonst?) und natürlich ist Kiwi-Englisch erstmal ziemlich gewöhnungsbedürftig für unsere Ohren.
Und natürlich war er schon mal in Deutschland. Gerdi hat eine Ahnung, was er da so besichtigt haben könnte, und richtig: Leider, sagt er, war er zur falschen Zeit in München, da war nämlich gerade kein Oktoberfest, aber dafür kennt er das Münchner Hofbräuhaus von innen.
Dann ist da noch ein englisches Pärchen, das nach kurzer Unterhaltung mit ihm und uns hektisch auf die Toilette rennt und versucht, die dreckverkrusteten Bergstiefel irgendwie mit Klopapier und einem Schlüssel zu reinigen. Die sich im Handgepäck befindliche Zahnbürste wollen sie nicht opfern, was sich im Nachhinein betrachtet bitter rächt: Am Flughafen von Auckland treffen wir sie wieder: In Socken müssen sie zusehen, wie ihre Schuhe zum desinfizieren davon getragen werden...

Air Newzealand hatte übrigens all das, was wir bei Lufthansa vermisst haben (unter anderem die Möglichkeit, beim Frühstück scrambled eggs zu bekommen ? das Frühstück bei Lufthansa bestand zwangsweise aus Asianudeln mit Pilzen und Sojasauce...).
Die Sitzplatzabstände erinnern uns (fast) an die Business Class von Lufthansa, und wir haben Bildschirme am Vordersitz und die Wahl aus ca. 40 Filmen.
Schlafen können wir auch ein bisschen, obwohl der Schlaf nun nicht mehr wirklich erholsam ist ? diesmal träumen wir davon, uns in der nächsten Nacht auf die Seite drehen zu können. Die ideale Sitzposition gibt es auch nicht mehr, und ich danke Gott für die Stützstrümpfe ;-)
Trotzdem war auch dieser Flug dann relativ bald vorbei, und wir fühlen uns beide noch einigermaßen fit, als wir in Auckland aussteigen.
Nach einem kurzen Telefonanruf werden wir von dem Shuttleservice von Apollo Motorhomes abgeholt und bekommen unseren Camper ? Einen VW LT. Leider haben wir die Gabe, sogar wirklich weit weg von Deutschland auf Besserwisser mit viiiel Zeit und keinerlei Veständigungsproblemen, da ebenfalls aus Bayern, zu treffen. Ein älteres Ehepaar, dem es augenscheinlich völlig egal ist, dass wir gerade mit der Mitarbeiterin von Apollo den Check durchführen und die Einweisung in das Fahrzeug bekommen, erzählt uns, wo sie waren, wo wir hinmüssen und was unnötig zu sehen ist ? unter anderem unsere erste Station: Das Northland rentiert sich nicht ? da waren Sie nicht, da brauchen wir auch nicht hinfahren. Ah ja.
Meine leise Frage, worauf sie denn ihr Wissen stützen, wenn sie noch nie im Norden von Neuseeland waren, macht sie aber weder stutzig noch hält es sie davon ab, weiterführende Tipps zu geben.
?Glücklicherweise? passiert in dem Moment das, was ich eigentlich schon viel früher erwartet hatte: Ich werde plötzlich so müde, dass ich kaum mehr die Augen aufhalten kann. Mein Aufnahmevermögen geht gegen null und das merkt das Pärchen wohl, denn plötzlich ist es weg.
Und Gerdi muss fahren. Linksrum in einen Kreisverkehr einbiegen verursacht ein bis zwei Knoten im Hirn, aber Gerdi macht das erstaunlich gut. Nach zwei Kehrtwendungen, weil wir uns falsch eingeordnet haben, bringen uns Navi, Routenbeschreibung von Apollo und Gerdi sicher nach Takapuna, wo wir direkt am Strand an einem Campingplatz übernachten wollen.
Am liebsten gleich schlafen!
Aber vorher noch einkaufen.
Der Weg bis zur Mall ist zu Fuß doch weiter als gedacht, und wieder zurück sind wir beide wirklich fertig. Schlafen! Geht aber leider nicht, ist ja erst fünf Uhr nachmittags. Also Strandspaziergang. Abwechselnd sind Gerdi und ich kurz davor, einfach vornüber in den Sand zu kippen und einzuschlafen.
Um halb acht abends geben wir dem auch nach. So gut hat sich selten ein Bett angefühlt!

Tag 2 - Von Auckland in die Bay of Islands

Connys erster Tag im Linksverkehr. Gleich an der zweiten Kreuzung stirbt das Auto ab, weil der zweite Gang leider nicht da ist, wo ich denke, und ich den vierten einlege. Gerdis Navi lotst uns (wider Erwarten) sicher in Richtung Highway 1 und ich gewöhne mich an die verkehrte Welt. Wir halten kurz bei Sheepworld, einer Schaffarm, die einen Lehrpfad eingerichtet hat ?Alles, was man über Schafe wissen muss?. Leider ist die Schaf- und Hundshow erst in eineinhalb Stunden, und so fahren wir weiter.
Auf einem (nicht lohnenden) Abstecher in ein böhmisches Dorf erscheint mir nach dem Wendemanöver die Verkehrssituation plötzlich wie ganz viele böhmische Dörfer: Mir kommt auf meiner Spur ein Geisterfahrer entgegen. Oder bin ich das etwa? Schnell wieder rüber nach links, ist ja zum Glück nix passiert! ;-)
Zur Landschaft: Tja, der Besserwisser vom Vortag hat EINIGES verpasst!
Der Highway ist teilweise sehr eng und kurvenreich, aber führt durch eine wunderschöne, tiefgrüne Hügellandschaft zur Bay of Islands.
In Pahia angekommen, buchen wir für morgen unsere Bootstour und besichtigen danach Waitangi.
Unser Campground liegt außerhalb von Pahia, an den Haruru-Falls. Die wollen wir uns auch noch ansehen, aber leider sind wir plötzlich beide so müde, dass wir einschlafen, und erst nach dem Abendessen in der Dämmerung losgehen. Die Falls sind leidlich beeindruckend. Von hier aus geht aber auch ein Wanderweg in Richtung eines Mangrovenwaldes. Der Weg führt durch dichten Wald, und es wird immer dusterer. Da uns plötzlich von links ein Opossum beinahe anspringt (Fotobeweis!) und sich mehrere weitere unerklärliche Geräusche nah am Weg häufen, kehren wir lieber wieder um.
Einen Kiwi haben wir natürlich nicht gesehen.

Tag 3 - "Cream Trip" in der Bay of Islands

?Wenn dir das Wetter in Neuseeland nicht passt, warte 5 Minuten.?

Als wir morgens unser Boot besteigen, das uns durch die Bay of Islands fahren soll, regnet es leicht und ist sehr stürmisch.
Innerhalb von kurzer Zeit sitzen wir aber wieder in der Sonne, dann jedoch gleich wieder unter dunklen Wolken. Das einzige, was sich als stabil an der Wetterlage erweist, ist der Wind und der starke Seegang. (Ilona, des wär nix für dich gewesen!!! ;.)
Eisern bleiben wir aber am Oberdeck sitzen, zusammen mit 4 weiteren Deutschen,
einem Pärchen aus Stuttgart und deren Freunde, die schon vor Jahren nach Australien ausgewandert sind. Sie wollen hier ihre letzten beiden Tage verbringen und sich gerne in die Reihe hinter uns setzen, damit den Großteil der Gischt, die über den Bug spritzt, wir abbekommen.
The North Face und Salewa sei aber Dank, wir haben weder gefroren, noch sind wir nass geworden.
Die Bay zeigt sich mal ruhig, mal rauh und abweisend, und teilweise ist es schwierig, die wenigen Bewohner, die auf den einzelnen Inseln zu- und absteigen, sicher auf ihren Anlegestegen abzusetzen.
Nach einem dreiviertel Tag in der Bay geht es dann hinaus auf den offenen Pazifik, zum ?Hole in the Rock?. Die mehrmaligen Warnungen des Captains, wir sollen doch nach innen kommen, wenn wir nicht ?totally soaked? das Schiff verlassen wollen, schlagen wir in den Wind... äh Sturm.
Zum Glück. Die Fahrt auf dem offenen Meer war fast enttäuschend: Trotz des gigantischen Wellengangs erreicht uns kein einziger Wasserspritzer, und das größte Unglück ist, dass kurz vor dem Hole in the Rock dem Neuseeländer neben uns der Hut davon geweht wird.
Durch das Hole können wir nicht fahren, dafür ist es zu stürmisch.
Auf dem Rückweg geht plötzlich der Motor mehr oder weniger kaputt, wir fahren eine Insel an, auf der wir auf ein anderes Ausflugsboot umsteigen können.
Kurz vor der Rückkehr nach Pahia dann die Durchsage, die Ursache für das Motorversagen sei gefunden, und der Herr, der seinen Hut vemisse, könne ihn am Hafen abholen, allerdings sei der Hut durch den Weg, den er durch den Schiffsantrieb genommen habe, nun doch arg ramponiert...

Am Abend fahren wir dann noch weiter bis zum 90-Mile-Beach und laufen gleich runter zum Strand, um Sonnenuntergang zu gucken.
Dann ist der aber gar nicht mehr so wichtig, wir stehen einfach da und sind überwältigt:
Wie gigantisch ist der Anblick, wenn die tasmanische See hier mit unglaublicher Wucht anbrandet, wie endlos weit ist dieser Strand.
Dazu der Sturm, die schnell ziehenden Wolken und dazwischen immer wieder ein Strahl untergehender Sonne.
Wir sind glücklich, hier zu sein.

Tag 4 - Über den 90-Mile-Beach ans Cape Reinga

Heute haben wir eine Busfahrt zum Cape Reinga gebucht ? selber fahren wollen wir nicht, weil wir mit unserem Camper nicht den 90-Mile-Beach entlangfahren dürfen. Übrigens eine offizielle Straße ? sogar ein Highway ? Geschwindigkeitsbegrenzung 100 km/h!) Darum fahren wir mit einem Busunternehmen den Strand entlang ? allerdings nur für 20 km. Dann müssen wir runter. Durch das stürmische Wetter kommt das Meer so weit an Land, dass die Weiterfahrt zu gefährlich werden würde.
Also geht es über die Straße zum Kap. Dort treffen tasmanische See und Pazifik aufeinander, und wir können deutlich an der Wasserfärbung und an der Brandung die ?Nahtstelle? erkennen. Nach alter Maori-Legende ist Cape Reinga die Stelle, an der die Seelen der Verstorbenen nach ihrer Wanderung über den 90-Mile-Beach Neuseeland für immer verlassen.

Auf der Rückfahrt geht´s noch zum Schlittenfahren ? auf den Dünen des 90-Mile-Beach.
(Raik, wir haben gedacht, dieser Sand ist es würdig, exemplarisch für das ganze Land für dich eingetütet zu werden!)
Am Abend laufen wir noch einmal diesen wunderbaren Strand entlang ? und sehen, was die Flut so alles mit sich gebracht hat (Fotos!).
Plötzlich ruft uns eine Frau zu ? die kennen wir doch? Es ist das Stuttgarter Pärchen, das mit uns gestern auf der Bootsfahrt den Elementen getrotzt hat.
Die beiden sind kurzentschlossen noch hoch in den Norden gefahren.
Wir verabreden uns für den Abend noch auf ein Glas Wein, müssen aber vorher noch einen ?Butterfish? zubereiten, den uns ein österreiches Pärchen, das seinen Camper neben uns abgestellt hatte, geschenkt hat: Ein Maori-Fischer hatte ihnen zwei solcher Fische geschenkt, und weil das den beiden zu viel des guten Fisches war, haben wir Ihnen gerne einen abgenommen!
Rainer und Edith ? so heißen die beiden Stuttgarter, vererben uns am Abend noch ihre ?Reste?, und so wird es uns jetzt nie mehr an Olivenöl mangeln...

Tag 5 - Über die Westküste zurück nach Auckland

Tane Mahuta, der Herr des Waldes.
So wird ein 2.000 Jahre alter Kauri-Baum im Waipoua Kauri Forest genannt.
Er steht inmitten eines Urwaldes voller endemischer, fremder Pflanzen und sprengt mit einem Stamumfang von 13m alle Dimensionen. Das Gehirn muss sich anstrengen, um bei so einem Riesen noch ?Baum? zu denken.
Gerdi und ich müssen schon wieder an das ?Besserwisserpärchen? aus Auckland denken ? immer, wenn wir hier oben etwas so Beeindruckendes sehen, heißt es: ?Northland- rentiert sich nicht, braucht man nicht gesehen haben!?.
Wir haben das in den letzten Tagen ziemlich oft gesagt!

Weil Reiner und Edith die gleiche Route wie wir geplant hatten, treffen wir sie zuerst auf der Fähre durch den Hokianga Harbour, die wir als letzter Wagen gerade noch so erreichen. Ein Glück, dass die beiden auch auf der Fähre sind, denn so können Sie uns die 10 Dollar leihen, die uns fehlen, um die Überfahrt zu bezahlen.... Es ist von Vorteil, wenn man Reiseführer genau durchliest. Dann merkt man auch, dass die angegebenen Preise für PKW und nicht für Camper gelten. Zum Glück können die beiden uns aushelfen und wir unsere Schulden in Devisen (Euro) bezahlen!

Wir laufen dann auch gemeinsam durch den Kauri Forst und verabschieden uns schließlich am frühen Nachmittag. Für sie geht es gleich zurück nach Auckland, Gerdi und ich wollen noch in das Kauri-Museum 90 km weiter südlich fahren. Dort angekommen, stellen wir aber fest, dass es bereits sehr spät und noch ziemlich weit bis Auckland ist. Heute irrt sich zum ersten Mal mein Routenplan, was die Zeitangaben für die Fahrtstrecken betrifft: Statt 3,5 Stunden haben wir heute 7 Stunden gebraucht. Wir fahren in Auckland zu dem Campingplatz, auf dem wir auch die erste Nacht verbracht haben.
Morgen geht es dann mit der Fähre durch den Hafen von Auckland in die Innenstadt.

Tag 6 - Auckland

Nach einer kurzen Nacht, die erst um halb zwei Uhr morgens begann, weil das Hochladen der Bilder ins Internet so lange gedauert hat (der Weg bis nach Deutschland ist auch für Daten wohl ein weiter...), geht es mit der Fähre von Devonport nach Auckland.
Dort besuchen wir zuerst das Auckland National Museum und sehen eine sehr beeindruckende Maori-Vorführung. Das Museum hat außerdem eine tolle Maori-Ausstellung und eine gute Naturkundeabteilung, in der uns aber sehr anschaulich bewusst gemacht wird, dass Auckland auf Vulkangebiet gebaut ist und wir quasi von Vulkanen ?umzingelt? sind ? glücklicherweise sind die aber alle erloschen, so dass wir uns trauen, die Hafenrundfahrt mitzumachen.
Vor der Rundfahrt brauchen wir aber schnell noch was zu essen und lernen wieder etwas über die Neuseeländische Kultur: Der typische Kiwi-Burger ist belegt mit Hackfleisch, Tomate, Spiegelei und Roter Beete. Wie so was schmeckt, wissen wir aber noch nicht, wir haben uns beide nicht getraut, so einen Burger zu bestellen.
Das ist aber ein Projekt von uns und soll in Kürze realisiert werden. Wenn der Hunger nicht allzu groß ist.

Auf dem Schiff gelingen uns ein paar schöne Bilder von der Skyline, dann ? kurz vor der Harbour-Bridge, ereilt uns der touristische Supergau: Der Kamera-Akku ist leer, und die Reserveakkus sind irgendwo, nur nicht in unserem Rucksack. Darum gibt es leider keine Bilder von dem beiindruckenden Yachthafen, in der einige alte America´s Cup Segler liegen. Glücklicherweise ? wenn man nicht zoomt ? reicht der Akku noch für eine Aufnahme der Harbour-Bridge, sogar mit Bungee-Springer.
In einem Drogeriemarkt kaufen wir uns dann eine Einwegkamera ohne Blitz und fahren damit auf den 328 Meter hohen Skytower. Weil in Neuseeland nix ohne Extrakick verkauft wird, hat schon der Aufzug, der uns in 40 Sekunden auf eine Höhe von 186 Metern bringt, ein in den Boden eingesetztes Glasfeld. So können wir dankenswerterweise dem Erdboden dabei zusehen, wie er immer kleiner wird... Oben auf der Hauptaussichtsplattform gibt es dann einen Walkway an der Fassade entlang, ebenfalls mit Glasplatten im Boden. Diese geben den Blick frei auf Downtown gaaanz tief down under uns: Irgendwo weit unter Gerdis Füßen schwimmen winzig kleine Menschen in einem Pool. Witzig zu beobachten, dass sich die meisten Menschen, wenn sie hier oben über diese Glasbereiche gehen, mehr oder weniger unbewusst und mehr oder weniger panisch am Geländer festkrallen. Ganz geheuer ist dieser Walkway aber nicht mal Gerdi. Drum fahren wir lieber noch ein Stückchen weiter hoch, auf das in 220 Metern Höhe gelegene Sky-Deck, dessen Bodenplatte beruhigenderweise durchgängig betoniert ist.
Von hier oben lassen sich die ganzen Vulkankegel der Stadt prima erkennen!

Zum Abschluss gibt?s noch eine Stadtrundfahrt mit einem Linienbus, der die Innenstadt und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abfährt, und in der Dunkelheit geht?s dann zurück. Der Kamera-Akku gibt noch vier Fotos von der Skyline bei Nacht her, leider mussten wir gerade feststellen, dass die alle nix geworden sind.
Die Kamera ohne Blitz haben wir schon unter Tags leer geknipst, weil wir in der Hoffnung waren, die vielen Läden, die Entwicklung und Digitalisierung innerhalb einer Stunde anbieten, könnten uns noch weiterhelfen. Leider ist aber in der größten Stadt Neuseelands am Samstag schon um 18.00 Uhr Ladenschluss, so dass wir und ihr noch ein bisschen warten müsst, bis weitere Auckland-Bilder folgen können...
Freuen könnt ihr euch also auf Nahaufnahmen vom höchsten Turm der südlichen Hemisphäre, auf unsere Füße auf einer Glasplatte in 186 Meter Höhe, und auf eine tolle Innenstadt, in der alte viktorianische Häuser zwischen den Glasfassaden der modernen Hochhäuser stehen.

Tag 7 - Coromandel Peninsula

Heute steht die erste Wanderung dieses Urlaubs auf dem Programm: Im Kauaeranga-Valley auf der Coromandel-Halbinsel wollen wir den Billy-Goat-Track begehen ? einen vierstündigen Rundweg, der durch Farn-Urwälder und über alte (und steile!) Goldgräber- und Bergbautracks führt, aber durchgehend wieder sehr beeindruckend und schön ist.
Nach der Tour bin ich (Conny) in zweierlei Hinsicht glücklich: Zum Einen ist die Kondition wohl doch nicht so schlecht (oder mein Biorhythmus hatte sein Jahres-Hoch...), zum anderen zerstreut ein Blick in den Rother-Wanderführer alle meine Ängste hinsichtlich unserer geplanten ?Mammut-8-Stunden-Vulkanwanderung?, dem Tongariro-Crossing, in vier Tagen: Das Wissen, an diesem Tag 1100 Höhenmeter auf einem 8 Stunden dauernden Brachialmarsch hinter mich bringen zu müssen, ist falsch! Im Wanderführer stehen 760 Höhenmeter und 5 3/4 Stunden Gehzeit. Also gar nicht so schlimm!
Leider treffen wir auf dem Campingplatz am Abend dann zwei Regensburger, die schon zum zweiten Mal hier sind, und den Tongariro-Crossing wg. zu schlechtem Wetter noch nie begehen konnten... Mal gucken und erst mal Sonnenuntergang am Strand vom Campingplatz fotografieren, bevor Gerdi lecker Sonntagsessen kocht ? Kalbsmedaillons mit Kartoffeln und Salat ? und ich mich in die Geheimnisse der neuseeländischen Waschmaschinen einzuarbeiten versuche... immerhin gibt es hier im Gegensatz zu den amerikanischen Modellen neben ?Cold? und ?Hot? auch noch ?Warm?, da die Beschreibungen sich hier aber auf ?Coloured? oder ?Coloured Fine? belaufen, befürchte ich, ?Coloured? beschreibt 60-Grad-Wäsche. Drum doch lieber ?Cold?. Da man die Maschinen während der Wäsche öffnen kann, finde ich auch heraus, dass mit Cold wirklich Kalt gemeint ist. Unsere Wäsche wird also nur mit eiskaltem Wasser gewaschen. Trotzdem riecht sie danach besser als vorher ;-)

Tag 8 - Strandtag und Fahrt nach Waitomo

Heute geht?s zum Hot Water Beach an der Ostküste der Coromandel-Peninsula.
Heiße Quellen verlaufen hier knapp unter der Oberfläche am Strand ins Meer, und bei Ebbe kann man sich seinen eigenen kleinen Wellness-Pool in den Sand schaufeln und ihn mit warmem Wasser volllaufen lassen.
Da das aber nur bei Ebbe geht, und wir ziemlich spät dran sind, machen wir den Fehler, nicht erst die Infotafeln zu lesen, sondern uns sofort einen Spaten zu leihen und in Richtung heißer Quellen zu laufen. Dort angekommen gibt es schon einige von Gleichgesinnten geschaufelte Pools, die meisten sind besetzt. Bis auf einen, ganz in der hintersten Reihe. Den nehmen wir! Wir springen also mit den Füßen rein.... HOT!!!!! Das Wasser kommt hier mit 65° C aus der Erde, und es ist also ratsam, sich in Meernähe den Pool zu schaufeln, damit die an Land kommenden Wellen das heiße Quellwasser auf angenehme Badetemperatur bringen... Wir warten noch ein bisschen, dann reicht es ein paar Engländern aus der ersten Reihe und sie überlassen uns ihren Pool. Schöööön! Leider hat das Badevergnügen aber bald ein Ende, weil die hereinkommende Flut unseren schönen Pool nun so oft unter Wasser setzt, dass es unangenehm kalt wird... Drum lieber (auf leicht wunden Sohlen...) weiter zum nächsten Strand ? der Cathedral Cove. Dort wird nur gefaulenzt ? das dürfen wir auch mal! ? zum Baden ist das Meer leider zu kalt. Dann geht?s weiter nach Waitomo, ein Gebiet, in dem es unendlich viele Karsthöhlen gibt, deren einer Gerdi dringendst kletternd, schwimmend, kriechend und watend erkunden will. Drum buchen wir uns auch ein bei ?Rap, Raft n´Rock?, der ?Abseiling? (heißt wirklich so!), in unterirdischen Bächen mit dem Gummireifen dahintreiben und Höhlenerforschung auf einmal anbietet ? und das erstaunlich günstig im Vergleich! Für nur 125 NZ$ bekommen wir die 5-stündige Tour, anderswo kann man für weniger gleich mal das doppelte oder mehr bezahlen.
Weil es heute schon ziemlich spät ist, und wir beide nicht mehr kochen wollen, gehen wir das erste mal in Neuseeland zum Essen ? und werden nicht enttäuscht! Im HUHU-Café in Waitomo esse ich die besten Muscheln meines Lebens, und natürlich noch Lamm ? muss man ja in Neuseeland!

Tag 9 - Waitomo und Rotorua - ein geologischer Tag

Unser Höhlentripp beginnt leider schon um 8.00 Uhr, Treffpunkt ist um 7.30 Uhr ? da fanden wohl noch andere das günstige Angebot von Rap, Raft n´Rock wirklich unschlagbar und wir bekommen nur noch zwei Plätze in der Frühaufstehergruppe...
Als Ami und Nizzah, ein israelisches Pärchen, das keine Zeit mit Naturschönheiten in Neuseeland vertun wollte, und deshalb direkt von Auckland hierher für den ersten Actiontrip gekommen ist, ihre Nahrungsmittel vor der Hitze aus ihrem Auto in unseren Kühlschrank verfrachtet haben (eine Schande, bei so einem Wetter den halben Tag durch eine Höhle zu waten...), geht?s auch schon los.
Kurz vor dem Höhleneingang werden wir in fast trockene Neopren-Anzüge und Gummistiefel gesteckt (eklig, aber warm), und bekommen Klettergurte angelegt.

Darren, unser Guide, kommt aus Wales und hat schon so ziemlich die ganze Welt bereist und fast alles schon gemacht.
Sein aktueller Traum ist ein Basejump vom El Capitan im Yosemite-Valley.
Eigentlich kein Wunder, dass er uns vier ziemlich relaxt ?guided?. Dass Gerdi und ich kaum Einweisung in die Abseiltechnik brauchen, ist ja ganz recht, aber die beiden Israelis hatten in ihrem Leben noch keinen Klettergurt an... da aber Darren wohl trotzdem einen ziemlich souveränen Eindruck vermittelt, vertrauen sie ihm blind und seilen sich ziemlich angstlos in die 30 Meter tiefe Erdspalte ab, die den Eingang der Höhle darstellt, die wir heute ?erforschen? wollen.
Los geht?s erstmal zu Fuß durchs knietiefe Wasser, oder auch mal durch trockene Abschnitte. Dann erfahre ich, dass mit ?Sqeezing? auch wirklich ?Durchquetschen? gemeint ist: Wir quetschen uns durch Löcher, die auf den ersten Blick eigentlich höchstens für ein Opossum groß genug erscheinen. Darren quetscht sich natürlich nicht. Der geht außenrum. Haha. Den zahlenden Gruppenmitgliedern ist das aber anscheinend nicht erlaubt.
Dann geht?s noch auf Reifen den Fluß entlang ? mit ausgeschalteten Stirnlampen ? abenteuerlich, aber dadurch sieht man die Millionen ?Glühwürmchen? an den Decken besser ? wir gleiten unter einem unterirdischen Sternenhimmel dahin. Sehr romantisch, würden die Reifen nicht immer an den Wänden anstoßen und ich mich wieder in völliger Dunkelheit würde abstoßen müssen... eigentlich kein Problem, hätte mich Darren vorher nicht auf 5cm an eine absolute Riesenspinne herangeführt, die in der Höhle lebt. Er behauptet zwar, es gäbe WIRKLICH nur dieses eine Exemplar, das er mir gezeigt hat, aber irgendwie vertraue ich ihm da nicht so richtig... er hat so ein seltsames Glitzern in den Augen bei seinem ?Schwur?...
Nach dem Spinnenerlebnis sind auch die restlichen ?Squeezing-holes? (und davon gabs einige!) nicht mehr so richtig entspannend...
Aber super wars natürlich trotzdem! Den Weg nach Rotorua legt Gerdi mit einem glückseligem Grinsen im Gesicht zurück!
Kurz vor Rotorua beginne ich auch zu grinsen ? auch hier gibt es eine Schaf-Vorführung!
Morgen um 9.30 Uhr morgens werden wir endlich eine Schaf- und Hund-Show erleben dürfen!

In Rotorua spazieren wir noch durch den geothermalen Park. Neben beeindruckenden Farbspielen, die durch den Vulkanismus hier auftreten, hat diese Stadt aber vor allem eines zu bieten: Gestank.
Durch den ganzen entweichenden Schwefel riecht es fast überall nach faulen Eiern.
Dass sich die Maori damals trotzdem hier ansiedelten, ist aber dennoch verständlich: Durch die Quellen war es hier schön warm!
Weil wirs uns nach vier Stunden Höhlenwanderung und zwei Stunden Schwefelinhalation verdient haben, legen wir uns am Abend in die ?Polynesian Pools? ? Becken mit heißen Quellen in einem Bad in Rotorua. Die Masse der Japaner, die eine Stunde nach unserer Ankunft wohl aus mindestens zwei Reisebussen gespuckt wurde, de-entspannt uns aber ein bisschen, genauso wie die Wirkung der Pools ? mich macht das schwefelhaltige Wasser ganz schön fertig!
Drum spazieren wir wieder heim zum Campingplatz und legen uns ins Bett. Damit wir sicher rechtzeitig beim Agro-Dome zur Schafshow ankommen, stellt Gerdi den Wecker auf 7.30 Uhr, und wir gehen relativ früh schlafen. Höhlen und faule Eier machen müde!

Tag 10 - Wai-O-Tapu und Tongariro

Der Wecker klingelt. Aufstehen zur Schaf-Show! Komisch, dass ich noch so müde bin, eigentlich haben wir doch lange geschlafen? Ganz gegen meine Gewohnheiten komme ich nicht aus dem Bett. Irgendwann kreuche ich dann raus, ziehe mich an und packe mein Waschzeug. Dann lege ich noch die Armband-Uhr an. Sie zeigt Fünf Uhr Fünfzig an. BITTE?!
Weil wir ja hier genau 12 Stunden vor der Zeit in Deutschland sind, haben wir unsere Uhren nicht umstellen müssen. Auch nicht die vom Handywecker ? 20.00 Uhr abends ist dann einfach 8.00 Uhr morgens. Diese eigentlich einfache Verquickung war aber meinem sich wohl noch im Höhlenrausch befindlichen Mann anscheinend nicht so ganz klar. Aus 7.30 Uhr Weckzeit wurde also nicht 19.30 Uhr, sondern 17.30 Uhr. Einfach eine Eins davor. Hurra.
Wir schlafen also noch mal ein, und dann wird?s knapp mit der Schaf-und-Hund-Show! Abgehetzt kommen wir am Agrodome an, kaufen zwei Karten, stürmen hinein ? und suchen uns einen Platz zwischen zwei Busladungen voller Japanern. Wahrscheinlich die vom Polynesian Spa gestern. Die Show ist leider ziemlich touristisch, was eigentlich schon am Eintrittspreis ersichtlich hätte sein können, aber wir haben immerhin alle Schafrassen Neuseelands kennengelernt und lieb waren die Schafe auch.
Die nächste Touristenfalle schnappt dann beinahe in Te Puia, einem Geothermal-Park mit aktiven Geysiren, zu. Statt 25 NZ$ Eintritt wie im Reiseführer angekündigt, kostet der Eintritt nun 50 NZ$. Inklusive geführter Tour und Maori-Aufführung. Die ist aber so spät, dass wir sie nicht mehr sehen werden, und eine geführte Tour brauchen wir eigentlich auch nicht. Macht nix, sagt die freundliche Dame am Kassenhäuschen, die geführte Tour müssen wir nicht mitmachen, und die Show ist ja auch nicht verpflichtend. 50 Dollar kostets trotzdem.
Aber nicht uns. Wir fahren gleich weiter nach Wai-O-Tapu, dem ?Thermal Wonderland?. Und das ist es wirklich! Zwar schwefelts wieder ganz schön stark, aber schaut auch ganz schön faszinierend aus! Und kostet außerdem wirklich nur 25 Dollar.
Dann geht es weiter über den Lake Taupo ? Neuseelands größten See ? zum Tongariro Nationalpark, wo wir morgen den Tongariro Crossing machen wollen.
Leider sind Neuseeländer nicht auf spät (also 18.00 Uhr) ankommende Camper eingestellt: Weder das Informationszentrum hat noch offen, noch die Anmeldung vom Campingplatz. Wir stellen uns also einfach auf einen freien Platz, Gerdi informiert sich noch im Dorf nach ungefähren Abfahrzeiten der Busse zum Startort, während ich mit Migräne im Bett liege. Dann gibt?s noch Abendessen ? Nudeln als Stärkung für morgen - und wir schlafen ein.

Tag 11 - Tongariro Crossing

Wieder klingelt der Wecker um 5.30 Uhr ? diesmal aber beabsichtigt.
Weil es gestern dank der Migräne nicht mehr drin war, den Rucksack für heute zu packen, und weil wir um 7.30 uhr schon fix und fertig vor der Anmeldung stehen wollen.
Alles klappt, die Sonne scheint und wir kriegen noch zwei Plätze und setzen uns um 8.00 Uhr in den Bus zum Ausgangsort des Tongariro Crossing. Es heißt, im Sommer laufen diesen Track ca. 1.000 Leute pro Tag. Im Spätfrühling geschätzt 998 Leute. Und Gerdi und ich.
Unter den 998 Leuten ist eine amerikanische Schulklasse in Hotpants und Spaghettiträger-Shirts, deren Körperfarbe schon am Beginn der Vulkanwanderung bedenklich ins Hummerfarbene abweicht, sowie ca. 800 Leute, die sich augenscheinlich die Wanderschuhe geliehen haben müssen und in ihrem Leben noch nie auf einem Berg waren. Der Abstieg vom Red Crater ist ein einziges Stoplern und Fallen, der Aufstieg zum Red Crater war teilweise ein Kriechen auf allen Vieren. Blendet man allerdings den Zirkus um sich rum mal aus, so bieten die Vulkane um uns rum wieder einmal einen fantastischen Anblick ? Peter Jackson musste für seinen ?Mount Doom? nicht mehr viel animieren, als er diese Landschaft gefilmt hat! Türkise Kraterseen, Dunkelrote Vulkankrater, schwarze Lava- und weiße Schneefelder ? karg aber wunderschön!
Der Aufstieg mit 760 Höhenmetern ist relativ schnell geschafft, allerdings haben wir nun nach dem Pass vier Stunden Abstieg vor uns. Dass wir den Abstieg dann in knappen drei Stunden schaffen, täuscht unsere Füße aber nicht darüber hinweg, dass sie insgesamt 6,50 Stunden unterwegs waren, 17 Kiometer gelaufen und über 1100 Höhenmeter bergab steigen mussten. Gerdi und seinen Sprungggelenken reicht es auf den letzten 6 Kilometern endgültig und auch ich bin froh, den Bus zu sehen, der uns zurück bringt!
Die Dusche am Campingplatz tut genauso so gut wie die erste Dusche nach 30 Stunden Flug, es gibt dann einen Topf voll Chili und dann Chill-Out mit Lesen.
Morgen wird mal ausgeschlafen! Dann geht?s schon nach Wellington und von da aus auf die Südinsel.

Tag 12 - Fahrt nach Wellington

Heute war mal der erste nicht ganz so tolle Tag (muss ja auch mal sein, schön langsam wurd?s nämlich unheimlich ;-)
Angefangen hat er damit, dass wir von der Kälte aufgeweckt wurden ? brrr, dann im Nieselregen zum Zähneputzen raus mussten und eine ca. 350 Kilometer lange und vier Stunden dauernde Fahrt nach Wellington hinter uns zu bringen hatten.
Die erste Hälfte fahre ich, dann wechseln wir, und auf dem Campground in Wellington angekommen, legen wir uns beide erst mal mit Kopfschmerzen ins Bett.
Um kurz vor sechs fahren wir aber dann doch noch in die Stadt, am ?Bienenhaus?-Parlamentsgebäude vorbei und mit der Cable-Car hoch zum botanischen Garten. Schlau, wie wir sind, kaufen wir auch gleich die Rückfahrkarte nach unten ? wir sind beide heute nicht scharf auf lange Spaziergänge; ich nicht wg. dem schlimmer werdenen Kopfschmerzen, Gerdi nicht wegen seinen von gestern überbeanspruchten Sprunggelenken. Im Botanischen Garten wollen wir uns den Rosengarten angucken und machen uns auf die Suche. Der Botanische Garten ist jedoch auf einem Hügel über Wellington angelegt, und man kann sich wirklich verlaufen. Komisch, nach der Beschreibung im Reiseführer dürfte der Rosengarten gar nicht so weit entfernt von der Cable-Car Station liegen... Nach einer halben Stunde und einem Irrlauf durch die Parkanlagen finden wir ihn auch: Am Fuße des Hügels. Schön ist er schon, aber der Wind, der hier wehte, als wir angekommen sind, hat sich zu einem netten Sturm verwandelt, und weil wir ja die Rückfahrkarten nach unten schon gekauft haben, laufen wir den ganzen Hügel wieder hoch, weil: bezahlt ist bezahlt! Die Anstrengung ist nicht gerade förderlich für meine Kopfschmerzen, und auch bei Gerdi stellen sie sich wieder ein. Wir sind froh, wieder im Wohnmobil zu sein ? und weil wir beide nur noch schlafen wollen, gibt?s heute auch nur Text ? auf die tollen Fotos von Mount Doom müsst ihr noch a bissl warten!

Tag 13 - Wellington und Überfahrt auf die Südinsel

Gleich in der Früh fahren wir wieder nach Wellington, und besichtigen das Civic Center, bevor wir uns das Nationalmuseum Neseelands, das Te Papa Museum ansehen. Anschließend kaufen wir uns noch eine CD mit Maori-Songs ? immerhin soll unser Diavortrag daheim auch entsprechend untermalt werden. Gerdi will die CD mit den ?ursprünglicheren? Liedern und Instrumenten, ich lieber eine Mischung. Wer sich wohl durchsetzt?
Zurück im Wohnmobil legen wir natürlich gleich die CD ein. Die Mischung aus traditionellen Songs und modernem Liedgut hört sich an wie von Hansi Hinterseer komponiert und dann in Maori übersetzt. Der jedes Lied begleitende Rhythmus der Heimorgel raubt uns fast den Verstand.
Also umtauschen. Manchmal hat ja vielleicht auch Gerdi recht.
Die CD, welche als extra Beigabe auch noch eine DVD enthält, die die Benutzung der alten Instrumente erläutern soll, ist zwar wohl authentischer,  jedoch stark deprimierend. Wir verstehen zwar kein Wort, sind uns aber sicher, der Titel te hekenga-a-rangi bedeutet wohl soviel wie ?Lieder vom Tod?...

Eigentlich wollten wir ja noch eine geführte Tour durch das neuseeländische Parlament machen, aber Te Papa hat wohl zu lange gedauert ? wir haben nur noch knappe 1,5 Stunden bis zur Fähre. Am Fährhafen sind wir dann eine Stunde vor Abfahrt der Fähre. Just in Time! Hinter uns reiht sich nur noch ein Wohnmobil ein, und schon werden wir ?verladen?.
Die Überfahrt von Wellington auf die Südinsel durch den Queen Charlotte Sound raubt uns dann nicht den Verstand, sondern den Atem: Immer tiefer geht es mit der Fähre in die Fjordarme hinein, bis wir schließlich in Picton ankommen.
Die erste Hälfte Neuseeland ist somit vorbei ? viel zu schnell ist´s gegangen, schön wars, keinen Tag hätten wir auslassen wollen!

Tag 14 - Durch die Marlborough Sonds zum Abel Tasman National Park

Gestern abend haben wir noch die Routenplanung geändert: Anstatt noch einen Tag in den Sounds zu verbringen, solls gleich zum Abel Tasman National Park gehen ? durch die Überfahrt mit der Fähre haben wir die Marlborough Sounds ja schließlich schon ?erlebt?. In Havelock, unserem eigentlichen Übernachtungsort, machen wir nur kurz Zwischenstopp. Aus der geplanten Kajakfahrt wird aber nichts ? das einzige Unternehmen, das Kajak verliehen hatte, hat letztes Jahr geschlossen. Als ?Ausweich-Aktion? gehen wir in den ?Mussel-Pot? zum Mittagessen. Schließlich trägt Havelock (ca. 470 Einwohner) den Namen ?Grünschalenmuschel-Hauptstadt der Welt?! Wir sind nicht enttäuscht worden.

Nach Muscheln in allen möglichen Zubereitungsvarianten geht?s weiter nach Motueka, in das dortige Informationsbüro. Hier wird auch unser Plan für die Übernachtung im Abel Tasman Park über den Haufen geworfen: Statt in Kaiteriteri übernachten wir jetzt in Marahau, das liegt nämlich näher zum Park, und dort gäbe es auch einen kleinen Supermarkt, einen Kajakverleih, einen Campingplatz, einen Mountainbike-Verleih und Wassertaxis, die uns an jeder beliebigen Bucht des Abel Tasman Parkes aussetzen würden, sagt die fast freundliche Dame im Infopoint (die erste unfreundliche Neuseeländerin, die wir hier kennengelernt haben!).
Also auf nach Marahau! Da dort auch ein Restaurant ist, das vom Reiseführer empfohlen wird, kanns ja so schlecht da nicht sein!
Dort angekommen, stellen wir fest: Alles, was uns die Frau im Reisebüro versprochen hat, gibt?s hier wirklich. Kurioserweise gehören alle oben genannten Einrichtungen (inklusive dem Restaurant!) einer einzigen Familie. Um diese geballte Dienstleistungsburg stehen noch ca. 5-10 Einfamilienhäuser. Das ist Marahau. Und in den 5-10 Häusern wohnen bestimmt die Angehörigen und Mitarbeiter der Campingplatzbesitzer! Ein überschaubares Stückchen Erde, glücklicherweise an einem wunderbaren Strand gelegen!
Wir buchen also im Supermarkt / im Campingplatzbüro / in der Taxizentrale / im Mountainbike- und Kajaktourenanbieter ein Wassertaxi für morgen früh, das uns in der Bark Bay aussetzen soll, und am Nachmittag, nachdem wir ein Teilstück des Abel Tasman Coastal Walkways gewandert sind, wieder abholen soll.

Tag 15 - Abel Tasman Walkway

In der Früh um 9.00 Uhr werden wir auf ein Boot verladen, das praktischerweise auf einem Anhänger, der von einem Traktor gezogen wird, direkt vor dem Eingang des Campingplatzes auf uns wartet.
Nein! Die Marahau-Familie besteht nicht aus Dienstleistungs-Junkies, sondern braucht diese Traktoren, um die Boote bis ans Meer zu bekommen: Hier an der Nordküste ist der Tidenhub bis zu 5 Metern hoch, das heißt, dass bei Flut das Meer bis an die Uferbefestigungen und Bootsanleger herankommt, sich bei Ebbe aber seeeehr weit zurückzieht ? an unserem Strand ca. 200 Meter, die der Traktor dann, durch Schlicke, kleine Bäche und Seen fahrend, zurücklegt.
Über den ?Apple Rock? geht die Wassertaxi-Fahrt dann zur Barks Bay, vorbei an einer Robben-Kolonie. Die Geschwindigkeit ist super, es ist wie Dodekanisos-Speedway-Katamaran-Fahren, nur ohne Fenster.
Die Wanderung selber führt uns vorbei an Buchten, die irgendwie direkt von der Südsee hierhergekommen sein müssen: Wir wandern durch Farn- und Palmwälder, hin zu Buchten mit weißem Strand und einem Meer, das in sämtlichen Blautönen vor uns in der Sonne schimmert. Mit Baden war´s zwar leider wieder nix, weil am Nachmittag dann der Wind ganz schön aufgefrischt hat, aber Gerdi hat immerhin watend (und in mehreren mutigen Anläufen!) eine Insel erobert! Eine Fotostrecke zu diesem ungeheuerlichen Unternehmen ist vorhanden und wird daheim allen Interessierten gerne gezeigt! Hihi!!!
Ab Abend, weil wir´s uns verdient haben, gehen wir Essen ? das Restaurant wird zu Recht empfohlen. Lecker wars, und zum Abschluss bekomme ich noch einen Einblick in die Neuseeländische Küche: Als Nachspeise esse ich einen Chocolate-Pineapple-Passionfruit-Cheesecake. Wow. Spätestens jetzt bin ich wirklich satt und weiß, dass Neuseeländer einfach zu viele Geschmacksrichtungen in einem Käsekuchen vereinen wollen.

Tag 16 - Seekajakfahren im Abel Tasman und Weiterfahrt zur Golden Bay

Heute leihen wir uns ein Kajak aus!
Dieses abenteuerliche Unternehmen beginnt um 8.30 Uhr (gähn!) morgens mit der Einweisung in die Kajaks. Auf dem Zettel steht: Unbedingt pünktlich sein, wer die Einweisung verpasst, kriegt kein Kajak. Drum beeilen wir uns dementsprechend.
Leider sehen das längst nicht alle so penibel genau wie wir, weshalb die ersten 20% meines gewissenhaft aufgetragenen Sonnenschutzes (Faktor 40!) wartend in der brütenden Sonne verpuffen. Grmpfl. Als endlich auch Mrs. Paris-Hilton-Sonnenbrille da ist, und wieder weg ist, weil was vergessen, und wieder da ist, geht?s los mit der Einweisung. Erstaunlicherweise versteht sie alles, hat dann aber noch etliche Fragen zu der anschließenden Wanderung, die sie unternehmen will. Das hier ist ein Kajakverleih, Mädel! Und bei allen Dingen, die hier angeboten werden: Bergführer sind hier nicht zu mieten!!!! Leider ist aber unser Kajaklehrer John viel zu nett, und erklärt und erklärt und erklärt. Gerdi und ich verstehen nicht, wie man sich auf eine 3-tägige Tour begeben kann, ohne sich vorher über die Details informiert zu haben...
Während die Sonne weiter brennt, kommt uns der leise Verdacht, dass sie wahrscheinlich bei denen dabei war, die wir am Tongariro den Vulkan haben hinunterstolpern sehen...
Um halb elf sind wir endlich im Boot auf dem Meer.
Dann geht?s los. Um viertel vor elf glaube ich, dass mir in den nächsten fünf Minuten die Arme abfallen werden, außerdem bewahrheitet sich die Aussage von Kajakguide John: ?Je weiter ihr den Spritzschutz über den Bauchnabel zieht, desto trockener bleibt ihr? bei mir in keinster Weise: Ich sitze unter der Spritzdecke im Kajak in einem See aus Salzwasser, während Gerdi vergnügt von hinten kräht: ?Also, ich bin total trocken, bei mir geht nix rein!?. Ich glaube, Kajakfahren ist nicht so meins.
Zum Glück ändert sich die Situation, als wir aus den ?stürmischen Gewässern? in die ruhigeren Buchten paddeln: Der Wind hört auf, die Wellen sind viel kleiner, die Sonne scheint, wir haben Mrs. Sonnenbrille abgehängt und langsam gewöhnt man sich ans Paddeln. Als wir zum Mittagessen in einer Bucht anlanden wollen, sehe ich zu meiner Beruhigung, dass alle anderen sich bereits am Strand Befindlichen mit nassen Shorts dastehen. Also hat Gerdi wohl nur Glück gehabt. Bis jetzt. Wir paddeln mit Höchstgeschwindigkeit an den Strand, ich klettere aus dem Kajak, doch bis ich es geschafft habe, das Boot weiter an Land zu ziehen, hat eine schöne große Welle Gerdi ebenfalls von hinten kalt erwischt.
In der Sonne trocknet aber alles wieder schnell, die Gruppe Kajaker, die hier auch Pause gemacht hat, fährt relativ bald weiter, und wir haben die Bucht eine Stunde lang nur für uns alleine! Essen, lesen, faulenzen!
Als wir gerade weiterfahren wollen, landet eine andere Gruppe Kajaker. Der Guide fragt uns, ob wir uns für diese Bucht entschieden haben, weil wir die andere nebenan gesehen haben. Wir verneinen. Darauf er: ?Dort liegen ca. 60 Kajaks?.
Und wir hatten eine Bucht für uns allein, was für ein Glück!
Wir hoffen, Mrs. Sonnenbrille liegt eine Bucht weiter nördlich und ärgert sich.
Ich will gerade ins Kajak einsteigen, als Gerdi sagt: ?Die kennen wir doch!?.
Es sind die Österreicher vom 90-Mile-Beach, die uns vor zwei Wochen den Fisch geschenkt haben!!!
Sie haben eine geführte Tour von Kaiteriteri aus gebucht, und dafür ungefähr dreimal soviel bezahlt wie wir. Marahau hat sich also für uns als Glücksgriff und für sie als Tipp von uns erwiesen!
Am Nachmittag geht?s dann weiter nach Collingwood, bzw. nach Pukauwau, von wo aus wir morgen eine Jeep-Tour zum Farewell Spit unternehmen wollen. Ob das klappt, ist allerdings fraglich: Die Touren können nur bei Ebbe starten, und die ist zur Zeit ziemlich früh am Morgen, bzw. erst am Nachmittag, was für uns zu spät ist, weil wir am gleichen Tag noch weiter wollen. Trotzdem fahren wir mal hin. Und finden raus, dass wir morgen wirklich an keiner Tour werden teilnehmen können, weil diese erst um 13.00 Uhr starten und bis 19.30 Uhr dauern.  Und den Unternehmer konnten wir leider nicht zu einer Extratour um 5.00 Uhr morgens motivieren. Macht aber nix: Der Campingplatz ist quasi verwaist, und trotz der renovierungsbedürftigen Sanitäranlagen einfach ein Traum: wir stehen auf einem Rasenplatz, keine fünf Meter vom riesigen Strand entfernt, der ganz uns alleine gehört. So haben wir uns Neuseeland vorgestellt!!!

Tag 17 - Fast bis zum Farewell Spit, Fahrt nach Westport

Um kurz vor sechs werde ich von der aufgehenden Sonne geweckt und mache gleich mal ein paar Sonnenaufgangs-Fotos während eines kleinen Strandspazierganges. Gerdi ist um diese Zeit natürlich von keinem Sonnenaufgang der Welt aus dem Bett zu locken.
Nach dem Frühstück geht?s dann, soweit wie für Selbstfahrer eben möglich, gen Norden Richtung Farewell-Spit. Wir können die riesigen Sanddünen leider nur aus der Ferne erahnen und bewundern. Kurz überlegen wir, ob wir nicht noch einfach einen Tag dranhängen. Aber das Programm ist noch so voller Dinge, die wir unbedingt sehen wollen, dass wir beschließen, gleich weiterzufahren. Auf dem Weg nach Westport ? einer Zwischenstation auf unserem Weg in Richtung der großen Gletscher - kommen wir an Neuseelands längster Hängebrücke vorbei und laufen / wackeln drüber.
Am Abend in Westport fahren wir noch zu einer Robbenkolonie, und vermissen vom Aussichtspunkt schmerzlich ein Fernglas. Auch am Farewell Spit hätten wir damit wohl schon mehr gesehen!  
Dann buchen wir uns zur Abwechslung mal wieder in einen besseren Campingplatz ein ? wir müssen Wäsche waschen und außerdem ja auch unsere Homepage pflegen!

Tag 18 - Von Westport zum Franz Josef Gletscher

Heute fahren wir am Highway 6 entlang der Westküste bis zum Westland National Park. Unterwegs halten wir noch an den ?Pancake Rocks?, die durch Erosion aussehen wie Pfannkuchenhügel, und die bei Flut durch viele Blowholes gigantische Wasserfontänen in die Luft jagen. Das sehen wir aber leider nicht. Augenscheinlich haben wir in diesem Urlaub Riesenglück mit dem Wetter, aber genauso viel Pech, was unser Gezeiten-Timing anbelangt: Wir kommen natürlich bei Ebbe an den Pancake Rocks vorbei...
Entlang der Westküste fahren wir dann weiter bis Franz Josef, wo wir eine einstündige Wanderung (hin und zurück) zur Gletscherzunge machen wollen. Vorher aber noch schnell ins Visitors Center, denn wir wollen zwei Dinge wissen:
1. Was kosten geführte Gletschertouren?
2. Hat Gerdi beim Hinflug ein Promotion-Video gesehen, in dem eine junge hübsche Frau in einer Kletterhalle Eisklettern war.
Und das will Gerdi auch.
Die Information (schon wieder nur fast freundlich erteilt ? anscheinend werden Mitarbeiter in Info-Büros in Neuseeland allgemein schlecht bezahlt?) ist ernüchternd:
Geführte Touren gibt es heute nur noch bis zur Gletscherzunge, und Eisklettern in der Halle kann man nur im Rahmen einer Ganztagestour, die nach der ?Trockenübung? in der Halle auf den Gletscher zu ?echten? Eiswänden geht, und für einen Spotpreis von 220 Dollar zu haben ist.
Relativ gefrustet ? inzwischen regnets auch noch ? stapfen Gerdi und ich über den nicht gekennzeichneten - und daher total gefährlichen - Weg im trockenen Flussbett auf den weithin sichtbaren Gletscher zu zur Gletscherzunge. Und überholen dabei die geführte Truppe, die den gleichen Weg zurücklegt wie wir, genauso viel sieht, aber fürs Wandern in der Geraden mal schnell 55 Dollar für einen Guide hingelegt hat....
Ein lukrativer Einfall des lokalen Fremdenverkehrsamtes: Einen total harmlosen Weg mal schnell als ?beinahe todesgefährlich? deklarieren und bei unwissenden Touristen kräftig absahnen.
Als wir dann an der beeindruckenden Gletscherzunge angekommen sind, kommt gerade eine geführte Truppe den Gletscher runter... eine? Fünf! In der Kolonne, auf einem ausgetretenen Pfad, pro Gruppe ca. 30 Leute, ein Guide.
Damit stirbt auch die Idee, morgen eine geführte Tour zu machen. Für so was brauchen wir keinen Führer, und außerdem haben wir keine Lust, einen Gletscher hinauf anzustehen...
Eisklettern mit Gletschertour kommt auch nicht in Frage ? ist uns zu teuer.
Da kann man sich ja gleich einen Heli-Flug für das gleiche Geld gönnen ---
Ich habs gesagt, wir habens getan. Für morgen haben wir uns für einen Helikopter-Flug um die Gletscher angemeldet!
Auf dem Weg zum Campingplatz fahren wir dann an der Eiskletterhalle vorbei ? und wollen wenigstens mal reinschauen, und evtl. ein paar Leuten zugucken. Drinnen erklärt uns dann eine viel nettere Frau, dass man natürlich einen Schnupperkurs buchen könnte. Was ´n Glück, der letzte Kurs um halb sechs ist noch frei.
Schnell in die Thermounterwäsche hüpfen (wenn ich gewusst hätte, dass ich sie in Neuseeland zum Eisklettern brauche...), und schon stehen wir mit Steigeisen, Helm und Pickeln in der Hand vor der künstlichen Eiswand. Gerdi meint noch zuversichtlich zu unserer Trainerin ?We are Rockclimbers, we´re used to do something with the arms?. Sie schaut nur rein bißchen zweifelnd und meint, dass Eisklettern um einiges anstrengender für die Arme ware als ?normales? Klettern.
Zwei Stunden später sitzt mir im Camper ein seelig grinsender Gerdi gegenüber, der sagt: ?Ein geiler Urlaub. I bin fix und fertig!!!?


(Hätte ich vor dem ?Ja, ich will? vielleicht abchecken sollen, wie genau ein perfekter Urlaub für Gerdi eigentlich aussieht, und was das für mich bedeuten könnte?!?! *g*).

Schade, dass Eisklettern in freier Natur net ganz so ungefährlich ist. Egal, wie Gerdi sich perfekte Urlaube vorstellt, Eisklettern macht nicht nur richtig fertig, sondern auch richtig Spaß!!!

Tag 19 - Lake Matheson, Gletscher von oben und Queenstown

Der Wecker klingelt um 5.30 Uhr. Diesmal ist das aber kein Fehler von Gerdi, sondern pure Absicht, weil wir zum Lake Matheson wollen.
Denn die meistfotografierteste Szenerie von ganz Neuseeland wollen wir auch auf Microchip verewigen: Die Spiegelung des Mount Cook und des Mount Tasman auf der Oberfläche des Lake Matheson.
?Leider? spiegelt sich diese Szenerie nur bis ca. 8.30 Uhr. Da man sich den Ausblick erwandern muss, sollte man spätestens um 7.00 Uhr los gehen. Mit einer dreiviertel Stunde Autofahrt kommt man dann irgendwann auf diese für einen Urlaub nicht wirklich angemessene Weckzeit.
Aber wir werden entschädigt! Die Sonne scheint, der See liegt ruhig vor uns, und die Spiegelung der Berge im See ist (fast) perfekt! Ein toller Ort!
Dann geht?s nach Fox Glacier Village, wo unser Heli-Flug startet. Wir können nur sagen: Es war einfach super! Riesige Gletscherspalten, in die wir von oben hineingucken können, ein knallblauer Himmel gegen das Weiß des ewigen Eises, und der Blick über die gesamte Gletscherzunge... wir haben viiiele tolle Bilder gemacht und noch viel mehr geguckt!
Wenn man früh aufsteht, dann schafft man es augenscheinlich, ein ganzes Tagesprogramm vor elf Uhr Vormittag abzuarbeiten.
Und weil noch soviel Zeit ist, und wir schon länger diskutieren, ob wir im Fjordland National Park den Doubtful Sound oder den Milford Sound besuchen, beschließen wir, aus zwei Fahretappen eine zu machen und so einen Tag ?hereinzuholen?.
Also geht?s nicht nur bis Wanaka, sondern gleich weiter bis Queenstown, wo wir auch Jetboat-Fahren wollen. Das war urspr. für Wanaka geplant, aber wir haben miitlerweile von so vielen Leuten gehört, dass es in Queenstown so viel cooler sein muss, dass wir das eh schon dorthin verlegt hatten.
In Queenstown angekommen, buchen wir uns für morgen früh, 10.00 Uhr zwei Plätze in einem Jetboat auf dem ?passenderweise ? Shotover-River genannten Fluss und gehen dann zum Essen. Diesmal in ein teureres Restaurant, für das wir uns mit schwarzer Hose und Hemd / Bluse ein bisschen herausputzen. Dass wirklich schicke Kleidung auch zu solchen Anlässen hier absolut nicht notwendig ist, haben wir ja schon mitbekommen. Aber dass man hier von dem Moment an overdressed ist, an dem man die Jeans gegen eine andere Hose austauscht, war uns nicht bewusst. Macht aber nix, das Essen hat nicht nur genauso gut ausgeschaut wie wir (hehe), sondern auch so gut geschmeckt! Mit Blick auf den Lake Wakatipu genießen wir unser Essen und humpeln dann heim. Also, ich humple heim. Meine Füße sind nach drei Wochen in Turnschuhen wohl Absätze nicht mehr gewöhnt...

Tag 20 - Jetboat in Queenstown, Fahrt ins Fjordland

Zum Jetboatfahren nur soviel:
Wer Shotover-River sagt, meint auch Shotover River!
Nachdem wir uns mit Bushman Insect Repellent gegen die lästigen Sandfly-Schwärme gewehrt haben und nun dankenswerterweise von dem Zeug wie eingeölte Bodybuilder glänzen, geht?s auch schon los: Das Jetboat Shotet mit 90 km/h über den River. (Und das wissen wir genau, denn Gerdi hat sein GPS dabei!) Ein Wahnsinns-Spaß! Am besten sind die 360°-Turns aus voller Fahrt. Luxuriöserweise hat das Boot beheizbare Griffstangen. Nass wird man allerdings auch gut, so dass wir vernünftigerweise auf eine zweite Fahrt verzichten. Lieber gleich weiter Richtung Te Anau, in den Fjordland National Park!
Dort kommen wir dann schon relativ zeitig am frühen Nachmittag an, buchen zwei Schifffahrten durch den Milford und den Doubtful Sound und faulenzen den restlichen Tag, darf schließlich auch mal sein!

Tag 21 - Milford Sound

Schon wieder so früh aufstehen!!! Wir haben um 11.30 Uhr unsere Rundfahrt gebucht, nach Aussage von der freundlichen Dame vom Info-Point dauert die Anfahrt von Te Anau aber ca. 2,50 Stunden. Wir fahren drei Stunden vorher los ? sicher ist sicher! Schon der Weg zum Fjord ist einfach unglaublich schön: Lila-rosa blühende Wiesen vor schneebedeckten Bergen, und endlich ein Kea in freier Wildbahn!
Als wir am Milford Sound ankommen, haben wir für die Strecke 1,50 Stunden gebraucht und sind ewig zu früh dran. Also erst mal einen Kaffee zum wirklich wach werden.
Obwohl die Ecke um Milford mit ca. 9000 mm Niederschlag pro Jahr eigentlich Dauerregen ausgesetzt ist, haben wir strahlenden Sonnenschein. Dafür aber leider auch keine Wasserfälle entlang der steil aufragenden Felswände im Fjord. Man kann wohl nicht alles haben ? außer dem unverschämten Glück, bei Sonnenschein durch den Sound zu fahren, und auf der Rückfahrt sogar Delfine neben dem Boot schwimmen zu sehen!

Tag 22 - Doubtful Sound

Der Ausflug zum Doubtful Sound beginnt mit einer Busfahrt von Te Anau nach Manapouri zum gleichnamigen See.
An dieser Stelle eine kurze Erläuterung zu den neuseeländischen Bussen: Diese sind augenscheinlich alle aus dem asiatischen Raum importiert. Gerdis Vermutung zu den wirklich engen Sitzbänken ist, dass Asiaten im Durchschnitt schmälere Menschen sein müssen ? der Durchschnittseuropäer (also Gerdi) sitzt mit ca. 30 % seines Körpers leider schon im Gang ? was das Durchkommen für die Mitreisenden nicht unbedingt erleichtert, da dieser Laufweg auch relativ knapp bemessen ist...
In dieser Ölsardine also geht?s nach Manapouri. Dort bringt uns ein als Boot getarnter weiterer Reisebus über den See. (Das Bootsinnere besteht aus einem Mittelgang mit zwei blaubeplüschten Sitzbänken parallel zum Gang und kann unter voller Besetzung 20 Personen plus Kapitän befördern). Glücklicherweise ist das ?Boot? aber vollüberdacht, weil es auf dem Lake Manapouri ziemlich stürmt. Wüßte man es nicht besser, würde man meinen, man wäre schon mitten auf dem Meer. Einer etwas seltsamen Frau wird dann auch etwas seltsam, weswegen sie den Großteil der Fahrt auf der winzigen Zustiegsplattform am Heck des Bootes verbringt und sich angischten lassen muss.
Am Ende des Sees angekommen, besichtigen wir zuerst ein Wasserkraftwerk, das die Energie für eine nahegelegene Aluminiumproduktion erzeugt. Ziemlich beeindruckend, weil die Maschinenhalle ca. 200m unter der Erde liegt und wir mit einem weiteren asiatischen Bus durch ein Tunnel bis vor den Eingang gefahren werden. Die Frau, der auf dem Bootsbus schlecht wurde, sitzt übrigens auch hier im Bus wieder vorne. Beim Busfahren wird ihr nämlich auch schlecht. Bewundernswert (oder so ähnlich), dass sie sich dann einen Tagesausflug, der nur aus Bus- und Bootkomponenten besteht, bucht...
Nach Fahrt über eine Schotterstraße hinunter zum Doubtful Sound besteigen wir ein kleines Schiff und los geht?s durch den Sound! Da es heute bewölkt ist, bekommen wir nun den Eindruck, der uns gestern verwehrt blieb. Da die Anfahrt zum Sound auch um vieles umständlicher ist als zum Milford Sound, ist dieser auch viel weniger frequentiert: Uns begegnet den ganzen Tag über nur ein weiteres Boot. Dafür eine ganze Delfinschule, die unser Boot begleitet! Ganz nah kommen wir auch an eine Robbenkolonie, sowie an ein Pinguinnest heran.
Auf dem Boot treffen wir auch ein deutsches Pärchen, das gerade beim Whale-Watching in Kaikoura war und restlos begeistert ist. Da wir uns schon die halbe Südinsel lang fragen, warum das nicht auf unserem Programm steht, streichen wir schnell mal die zwei Tage Mount Cook (den haben wir ja vom Heli aus eh schon gesehen...) und beschließen, zum Abschluss unserer Reise noch hoch nach Kaikoura zu fahren.
Am Abend kommen wir gegen 19.00 Uhr wieder am Campingplatz an, und wollen uns eigentlich nur kurz umziehen (eine andere Jeans...) und zum Essen gehen. Aber: wir haben neue Nachbarn: Andy und Ann aus England, die gerade am Picknicktisch zwischen unseren Wohnwägen ein Bierchen trinken und uns zu sich einladen. Andy ist mal schnell weg, und Ann fragt, woher wir denn kommen.
Sie ist ganz begeistert, als sie erfährt, dass wir aus Germany sind, denn:
?Oh we love Germany! We lived there in the 70ties, and we really had a lovely time there. You know, my husband was in the R.A.F.? Oh. How lovely.
Im weiteren Gesprächsverlauf (Andy ist noch immer nicht da) versuche ich sicherheitshalber, eine relativ systemverachtende und superliberale Einstellung zu allen politischen Fragen, die so angeschnitten werden, zum Ausdruck zu bringen (man weiß ja nie...). Komisch, dass Ann trotzdem so für den ?Überwachungsstaat und Datenerfassung zu sein scheint, als wir über Sicherheit an Flughäfen sprechen: ?Wir haben nichts zu verbergen.? Ach echt nicht?!?!
Weiter geht?s über die Irakfrage. Was ein Terroristenehepaar wohl über diese Problematik denkt? Auf wessen Seite stehen die wohl? Aber Ann ist gegen Krieg und Gewalt im Allgemeinen. Ich bin verwirrt.
Glücklicherweise klärt sich die Situation bald darauf, als Andy zurückkommt und uns nach unseren Berufen fragt. - Er selbst war ja 30 Jahre lang bei der Royal Air Force ----
Danach verläuft das Gespräch irgendwie lockerer, und schließlich bekommen wir noch ihre E-mail Adresse und müssen das Versprechen geben, sie unbedingt zu besuchen, wenn wir mal nach England kommen...

Tag 23 - Von Te Anau nach Dunedin

Heute verlassen wir die südliche Westküste (und damit die lästigen Sandfly-Schwärme) und fahren nach Dunedin, einmal quer durchs Land, an die Ostküste.
Wir wollen zur Otago-Peninsula, einem Naturschutzgebiet gleich hinter Dunedin, um Tiere zu beobachten. Wir kommen erst gegen 17.00 Uhr dort an, und fahren gleich ins Hinterland der Insel: Wir wollen zur Sandfly Bay wandern, wo Seelöwen oft ihren Nachmittagsschlaf verbringen sollen. Was sie auch tun. Dabei scheint sie der stürmische Wind nicht im geringsten zu stören. Mensch muss aber ganz schön aufpassen, sich selbst nicht in den Wind zu stellen ? dann wacht der Seelöwe auf, und kann evtl. ein bisschen ungehalten werden... nachdem uns sehr eindrucksvoll von einem Seelöwen haben anbrüllen lassen müssen, passen wir auch sehr gut auf, und laufen am Strand entlang an vier Seelöwen vorbei. Dann kehren wir um und sehen in der Ferne ? Pinguine an Land kommen! Sie haben hier an diesem Strand ihre Schlafplätze. Jetzt aber schnell runter vom Strand, wir haben gelesen, dass diese Tiere ziemlich schreckhaft und scheu sind. Leider sind wir bald gewissermaßen umzingelt: Vor uns kommt ein weiterer Pinguin an Land gewatschelt und wackelt ziemlich langsam über den breiten Strand, so dass wir ewig warten mussten. Kaum hat er die Dünen erreicht, kommt schon der nächste. Der traut sich dann aber wegen uns erst nicht raus. Mit schlechtem Gewissen trollen wir uns auch.
Dann wandern wir noch zu ?The Chasm? hoch. Leider ist die Schlucht nicht so toll, wie im Reiseführer angepriesen. Da der Weg über Schafweiden führte, war der bleibendste Eindruck, den dieser Spaziergang hinterlassen hat, dass wir uns ?sheepy shoes? holten... igitt.

Tag 24 - Natures Wonders und Fahrt Richtung Norden

Heute Vormittag machen wir noch eine Führung bei ?Natures Wonders? auf der Otago-Peninsula mit, die zu Pinguin-Brutplätzen und einer Robbenkolonie führt ? in etwas eigentümlichen Fahrzeugen (siehe Fotos). Toll, wie nah man den Tieren hier kommt!
Weil an der Nordspitze der Insel eine Albatross- Kolonie beheimatet ist, hoffen wir, einen der Vögel fliegen zu sehen. Leider ist gerade Brutzeit, so dass die Vögel nur sehr selten die Nester verlassen, und dann ist der Wind wohl auch nicht stark genug, um einen Albatross aus seinem Nest zu locken. Obwohl wir eine halbe Stunde an den Klippen warten, kommt keiner dieser Riesenvögel vorbei. Schade ? die nächste Gelegenheit, einen Albatross zu sehen, wird wohl einige Zeit auf sich warten lassen.
Aber wir müssen weiter ? wir haben für Freitag unser Whale-Watching in Kaikoura gebucht, und bis dahin ist es ein gutes Stück.
Darum muss sich die Besichtigung von Dunedin auch auf eine Durchfahrung mit dem Camper beschränken ? leider, wie wir feststellen mussten! Die Stadt hat schottische Wurzeln (?Dunedin? ist das gälische Wort für Edinburgh), und hat einiges an interessanter Architektur zu bieten. Aber mehr als ein paar kurze Eindrücke durch die Autoscheiben und die Begehung der steilsten Straße der Welt mit 38% Steigung können wir uns zeitlich nicht leisten ? man müsste hier wirklich monatelang Urlaub machen, um alles zu sehen!  
Auf dem Weg in den Norden kommen wir noch bei den Moeraki-Boulders vorbei ? kreisrunden Felskugeln, die hier am Strand liegen, und über deren Entstehung die Wissenschaftler bis heute streiten.
Wir fahren dann noch bis Timaru, so dass wir knapp die Hälfte der Strecke bis nach Kaikoura geschafft haben. Morgen ist ja auch noch ein Tag!

Tag 25 ? Fahrt nach Kaikoura

Ein Fahrtag. Der erste Tag, an dem nichts auf dem Programm steht außer fahren, fahren, fahren. Wie wenn wirs gebucht haetten, ist heute auch der erste richtig verregnete Tag unseres Urlaubes. Was uns fast schon freut, denn wenns schon regnen muss, dann bitte jetzt!
Der Highway Richtung Norden geht so weiter wie er gestern aufgehört hat ? als schnurgerade Straße, bei der man sogar mit der hier erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h ordentlich vorankommt. (Bei einem Blick in einen Deutschland-Reiseführer in einem Buchladen in Wellington haben wir übrigens gelesen, dass zu den 10 Top-Highlights in Deutschland gehört, sich einen Tag ein richtig schnelles Auto zu leihen und damit über unsere Autobahnen zu flitzen....)
Da ich die ganze Strecke alleine fahre, bin ich aber in Kaikoura doch ziemlich geschafft. Gerdi nicht, der geht erst mal die Gegend erkunden und hüpft ein paar Runden auf dem Jumping-Pillow des Campingplatzes, klettert dann noch kurz die Boulderwand des Campingplatzes ab und kommt dann zurück in den Bus, um mich aus dem Bett zu jagen ? jetzt ist Essen angesagt, nach so einem Sportsprogramm! Kaikoura hat außer Whalewatching, Schwimmen mit Delfinen oder Robben nur noch eines anzubieten: Langusten. Nach der Grünlippenmuschelhauptstadt der Welt sind wir nun augenscheinlich in der Langustenhauptstadt der Welt angelangt. Leider ist so eine Languste nicht ganz so günstig zu bekommen wie die Muscheln: Für ein Tier sind ca. 90 Dollar zu veranschlagen. Ganz schön heftig. Dann doch lieber Salat für mich und Pizza für Gerdi. Wenn Languste, dann lieber morgen in einer Take-Away Bude am Hafen.

Tag 26 ? Whale-Watching in Kaikoura und Fahrt nach Christchurch

Um 10.00 Uhr stehen wir im Whale-Watch-Office in Kaikoura, um unsere Tickets abzuholen. Hier gleich die Warnung, dass es für heute ein ?sea-sickness warning? gäbe, und ob wir damit Probleme hätten. Nö, haben wir nicht.
Kurz darauf werden wir im Bus zum Hafen gebracht, und steigen diesmal in einen echten Speedway-Katamaran ein. Für Leute, die leicht seekrank werden gilt: Sich einen Platz ganz hinten zu suchen, da wackelts weniger. Kurze Zeit später sehen wir einen Mann in der ersten Reihe (!!!) die Spucktüte zücken. Und er legt sie auch nicht mehr weg, so dass ich für den Rest der Fahrt lieber nach links gucke als nach rechts.
Zum Whale-Whatching selber: How lucky we are!!!!
Nicht nur, dass wir zwei Potwale sehen und richtig nah an sie rankommen (kein Vergleich zu den mickrigen Pilotwalen auf Gran Canaria...), wir haben auch noch das Glück, eine Blauwal-Mutter mit Kalb zu sehen  - zumindest laut Whale-Whatching-Unternehmen ein wirklich ?rare thing?.
Und einfach nur gigantisch.
Danach sind wir wirklich hungrig (im Gegensatz zum Mann aus Reihe eins) und kaufen uns an einem Barbequeue-Stand eine ganze Languste für 45 Dollar. LECKER!!!! Und augenscheinlich ein Schnäppchen.
Danach geht?s zurück nach Christchurch, unserer letzten Station.
Alles hat super geklappt, und unser Campi hat uns brav durch ganz Neuseeland begleitet! Dafür hat er sich jetzt auch eine Pause verdient ? morgen fahren wir mit dem Bus in die Innenstadt. Übermorgen wird der Wagen noch gewaschen und geputzt, und dann müssen wir ihn hergeben. Schluchz. Wir kriegen den Abschieds-Blues....

Tag 27 ? Christchurch

Unser letzter eigentlicher Sightseeing Tag.
Christchurch ist zwar die drittgrößte Stadt Neuseelands, ihre Sehenswürdigkeiten lassen sich jedoch alle zu Fuß erreichen, und das in knapp 2 Stunden. Wir sind am Anfang etwas enttäuscht, denn bis auf den Cathedral Square mit der Christchurch scheint die Stadt weder schön, noch interessant. Die zweite Station nach dem Hauptplatz ist eine neugotische Holzkirche, die im Reiseführer als bedeutendes Beispiel dargestellt wird, deren Maßwerkfenster aber eher rustikal als kunstvoll ausgeführt sind. Soll das schon alles gewesen sein?!
Zum Glück nicht! Durch die Stadt fließt der schöne Avon-River, ein kleines Flüsschen, das von Trauerweiden gesäumt ist, und entlang der Worcester-Street entdecken wir wirklich gute Beispiele neugotischer Architektur. Lustigerweise alle im Maßstab ?geschrumpft? ? also in viel kleineren Dimensionen erbaut, als wir es von Deutschland gewohnt sind ? beim Anblick des Münchner Rathauses kippt ein Neuseeländer wahrscheinlich vor Begeisterung um.
Mit der Stadt versöhnt, verbringen wir einige Zeit im wirklich interessanten Canterbury-Museum, wo uns vor allem die Südpol-Abteilung beeindruckt. Dann geht?s mit der alten Straßenbahn noch auf Stadtrundfahrt. Zum Abschluss wollen wir uns noch über den Avon ?punten? lassen ? also Stechkahnfahren. Obwohl heute ein wirklich schöner Sonnentag ist, pfeift man aber auch hier auf den Profit, den man in den lauen Abendstunden noch machen könnte, wenn man zahlungswillige Touristen (also uns) durch den Botanischen Garten punten würde. In Neuseeland um 18.00 Uhr noch eine geöffnete Touristenattraktion zu finden, ist schwer! Irgendwie aber auch bewundernswert, dass sich hier wirklich keiner aus der Ruhe bringen lässt. Kommst du heute nicht, kommst du morgen... vielleicht machen wir das wirklich! Mal gucken, wie der Zeitplan morgen aussieht ? packen, Campi putzen, und dann wollen wir auch noch ins Antarctic-Centre am Flughafen, wenn wir den Van abgegeben und im Hotel eingecheckt haben. Hab ich eigentlich schon erwähnt, dass uns ganz arg der Abschieds-Blues packt?!?!?! Das können doch unmöglich schon vier Wochen gewesen sein?!!!

Tag 28 - gepackt, geputzt, Glück verlassen?!

Gerade haben wir den Camper fertig zur Übergabe gemacht und dann - verhängnisvollerweise - den Wetterbericht für Rarotonga nachgeguckt...
Zwei unterschiedliche Internetseiten zeigen für die nächsten sieben Tage ausschließlich Wolken- und Regensymbole... wir haben keine Sonne gesehen....
Tristesse macht sich breit.
Wir lassen uns jetzt noch über den Avon punten, bevor wir den Campi abgeben. Und genießen wohl die letzten Sonnenstrahlen für eine ganze Woche...

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