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Tag 1 - München - München - Lac du Neuchâtel
Achtung! Die Schweiz!
Wie bisher leider jedesmal unterschätzen wir die Zeit, die es braucht, ein Wohnmobil einzuräumen.
Außerdem versagt die Logistik - die Packliste ist unauffindbar in den Tiefen des Laptops verschwunden
(das nächste Mal wieder händisch!).
Lange Rede, kurzer Sinn: Der für 4:00 Uhr anversierte Start verzögert sich um 6 Stunden, um 10:00 Uhr ist das Wohnmobil aber bepackt.
Nur eine Sache fehlt: Der Discman für Kilian. Da wir ohne allem, sogar ohne Wechselkleidung, diese Reise angetreten hätten, nur nicht ohne Discman, muss ein erster Umweg zum Mediamarkt gefahren werden. Da sind allerdings alle ausverkauft, darum fahren wir in Gräfelfing nochmal raus zum Expert - liegt Gott sei Dank auf der Strecke, die Zeitverzögerung also minimal.
Dank Herrn Grundig (der auch 2015 noch Discmans herstellt) haben wir nun alles. Alles - außer CDs. Die liegen wohl noch zu Hause in Kilians Zimmer.
Also umgedreht, CDs geholt. Denn wie gesagt - wir würden ohne alles fahren, aber ohne dieses kleine elektronische Unterhaltungsgerät neben Zubehör würde Kilian Gefahr laufen, an der erstbesten Raststätte °aus VERSEHEN" zurückgelassen zu werden.
Das können und wollen wir nicht riskieren, und somit starten wir um 12:00 Uhr nochmal von zu Hause aus in den Urlaub. ;-)
Weit kommen wir leider nicht - Mittagessenszeit - Hunger. An der erstbesten Tank und Rast gibt es Fish & Chips von der Nordsee, dann schlafen die Kinder und wir kommen endlich voran.
Aber wir wollen uns nicht stressen - und schauen einfach, wie weit wir es heute schaffen.
Am Bodensee wollen wir den Pfändertunnel umfahren, um die Österreichische Maut zu sparen - bezahlen aber dafür mit kostbarer Zeit - im Stop-and-Go quälen wir uns am Ufer des Bodensees entlang und verlieren noch einmal mindestens eine dreiviertel Stunde...
Am Grenzübergang in die Schweiz fragen wir die freundlichen Grenzer, wo wir denn die Unterlagen für die Schwerlastabgabe bekommen könnten (billiger als die Schweizer Vignette - es muss auch mal einen Vorteil haben, mit so einem riesen Wohnmobil unterwegs zu sein ... ;-)
"Eine Schwerlastabgabe-Bescheinigung brauchen Sie?! Dann müssen sie aber ganz schnell gleich hier rechts parkieren - die schließen jetzt gleich..."
"Die" waren in dem Fall sie selber, die dringend eine Kaffeepause machen wollten... ;-)
Mit dem Schein für die Schwerlastabgabe ausgestattet geht es weiter Richtung Westen. Die Sonne scheint, die Autobahn ist schön leer und wir kommen gut voran. Endlich.
Am Neuchâtelerr See finden wir einen schönen Stellplatz mit Stromversorgung vor den Toren eines Campingplatzes. Es gibt eine schnelle Brotzeit und einen Spaziergang am Ufer entlang, dann fallen wir alle müde in die Betten.
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Tag 2 - Lac du Neuchâtel- La Roque sur Ceze (Cascade du Sautadet)
It´s raining man!
Nach einer ruhigen ersten Nacht im Wohnmobil geht es nach einem schnellen Frühstück weiter in Richtung französische Grenze.
Kurz nachdem wir den Campingplatz verlassen haben, beginnt es zu regnen. Naja. Heute ist Fahrtag, da stört das wenig. Und wer weiß, 500 km weiter südlich sieht die Welt vielleicht schon wieder ganz anders aus.
Tut sie auch. Dort schüttet es noch mehr. Wir bekommen unseren (Gott sei dank vorab reservierten) Stellplatz auf einem kleinen und komplett ausgebuchten Campingplatz zugewiesen und parken das Wohnmobil in strömendem Regen.
Eine wirkliche Regenpause können wir nicht abwarten, denn diese zeichnet sich nicht ab - also hinein in die Regenkleidung und hinunter zum kleinen Fluss Ceze und den Cascaden, die er in die karstige Gesteinslandschaft gegraben hat. Eigentlich könnte man hier am Fluss wunderbar baden. Aber der Regen und der dadurch nicht vertrauenserweckende Zustand des Wassers halten uns davon ab.
Wir klettern sehr vorsichig über das rutschige Felsplateau und machen uns bald auf den Rückweg. Eine kurze Regenpause macht der Himmel, und sofort wird es angenehm warm - also ist das hier wohl doch Südfrankreich, auch wenn es sich erst nicht wirklich so präsentiert hat, wie man das erwarten würde.
Wir bestellen noch das Frühstück für morgen und kochen dann. Dann geht es für alle früh ins Bett nach diesem anstrengenden Fahrtag. An eine wirkliche Nachtruhe ist allerdings nicht zu denken - es hört nämlich auf zu regnen und beginnt zu schütten. Der Regen donnert laut auf das Wohnmobil, um uns herum macht sich teilweise panische Hektik breit - die vielen armen Camper in ihren Tunnelzelten haben in dieser Nacht jede Menge zu tun um nicht davongespült zu werden.
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Tag 3 - La Roque sur Ceze - Gorges de l´Ardeche - Pont d´Arc - Ruoms
Vom Regen in die Tr... Ardéche
Ziemlich früh am Morgen weckt uns der Regen - und Sophie, die vom Regen geweckt wurde. Gerade geht er mal wieder starkregenartig nieder und Kilian und ich verschieben unser Duschvorhaben auf unbestimmte Zeit.
Um kurz vor acht Uhr wagen wir es dann - wir sind fast die einzigen und haben so ein leeres Waschhaus zur Verfügung. Auch nett. Dieser "Wagemut" rächt sich allerdings, als wir aus dem Waschhaus hinaus gehen:
Ein erneuter Wolkenbruch sorgt dafür, dass wir nach wenigen Metern bis zu den Knien hoch wieder schmutzig sind. Das Wasser kommt von oben und unten, von vorne und hinten. Das Frühstück (Baguette und Croissants) kommt nur fast trocken am Wohnmobil an...
Immerhin wird uns so die Entscheidung genommen, ob wir nicht noch einen Tag hier an der Ceze bleiben wollen - wollen wir nicht. Wir haben die Hoffnung, dass die völlig überfüllte Route durch die Ardeche-Schlucht heute aufgrund des Wetters eventuell weniger stark befahren ist und starten los.
Und wir haben diesbezüglich wirklich Glück:Wir sind fast alleine in der Schlucht unterwegs. Die Straße ist auch für Wohnmobile unserer Größe problemlos zu fahren, die Sonne kommt heraus, alles wunderbar. Nur schade, dass aufgrund der Regenfälle so gut wie keine Kajaks auf dem Fluss unterwegs sind.
Aber egal: Nach einer schönen Stunde auf der Panoramastrecke kommen wir am Ende der Schlucht in Pont d´Arc an - und sehen neben der Straße die beeindruckende Natursteinbrücke, die dem Ort seinen Namen gibt - und Leute im Wasser schwimmen. Also wird der Plan, heute eine Höhle zu besichtigen umgeworfen und die Badesachen ausgepackt.
Das Wasser der Ardeche ist angenehm warm, der Fluss in seiner Schleife, welche er um die riesige Brücke zieht, hat fast stehendes, tiefes Wasser und wir somit einen schönen Badenachmittag. Die 150 km bis in die Tarnschlucht - unser nächstes Ziel, sparen wir uns für heute. Wir besuchen das erste Mal einen französischen Supermarkt in diesem Urlaub,
und ausgestattet mit Creme aux Maronnes fahren wir lediglich ins nächste Dorf - nach Ruoms. Hier stehen wir vor einem Weingut, das wir aus dem "France Passion" Reiseführer herausgesucht haben - für knappe 30 Euro haben wir den in Deutschland bestellt, und mit der zugehörigen Gästekarte kann man das ganze Jahr auf teilnehmenden Weingütern, Bauernhöfen etc. frei stehen.
Wir kaufen noch eine Flasche Rotwein im Laden des Weingutes, dann wird gekocht und nach Nudeln mit Speck, Oliven und Ziegenfrischkäse (mittlerweile ein erprobtes Wohnmobilessen) gehen die Kinder ins Bett, und wir bringen noch die Homepage endlich auf einen aktuellen Stand.
(Fotos folgen noch).
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Tag 4 - Ruoms - Grotte Chauvet - La Malène (Gorges du Tarn)
EInmal Steinzeit und zurück
Nach dem Frühstück geht es bei Sonnenschein noch einmal zurück in Richtung Pont d´Arc. Hier entdeckte ein gewisser Herr Chauvet zusammen mit zwei befreundeten Forschern in den 90er Jahren eine Höhle mit prähistorischen Zeichnungen. Diese Höhle ist für Besucher nicht zugänglich, jedoch wurde vor ein paar Jahren ein Duplikat der Höhle nebst Museum in der Nähe von Pont d´Arc errichtet - und da wollen wir hin, denn Kilian: "Von den Steinzeitmenschen weiß ich moch fast gar nichts!"
Der Parkplatz ist um 10:30 Uhr noch halb leer - das lässt auf nicht so volle Räume hoffen (ebenso wie das gute Wetter).
Die Warteschlange vor der Kasse ist auch noch einigermaßen übersichtlich, also anstellen. Dann jedoch kommt plötzlich eine Mitarbeiterin des Museums und erklärt, sie hätten heute so viele vorangemeldete Gruppen, dass ein Einlass in die Höhle frühestens um 14:30 Uhr möglich ist.
Was nun? Die geplante Fahrstrecke ist noch ordentlich, und wenn wir erst um 14:30 Uhr mit der Besichtigung beginnen, wird das heute nichts mehr mit unserer Weiterfahrt zur Tarn...
Schweren Herzens beschließen wir, dass die wenigen Abbildungen, die man von den wirklich beeindruckenden Felszeichnungen im Eingangsbereich des Museums sieht, ausreichen müssen und starten verspätet unsere Fahrt in Richtung Westen.
Unser Ziel für heute heißt La Malène - ein Dorf inmitten der Tarnschlucht. Im Wohnmobilreiseführer wird die Tarnschlucht als viel schöner und beeindruckender geschildert als die Gorges du Ardèche. Und wirklich - wir sind froh, zuerst die Ardèche-Schlucht befahren zu haben und dann die Tarnschlucht - anders herum wären wir von der Ardèche enttäuscht gewesen. Die Straße in der Tarnschlucht verläuft nämlich nicht oberhalb der Schlucht, sondern fast auf Höhe des Flusses, was uns einen deutlich besseren Eindruck von der Schlucht vermittelt.
Die Straße ist allerdings folglich aus Platzgründen relativ eng, oft in den Fels gehauen, und wir sind froh, dass die Mindestdurchfahrtshöhe mit 3,50m (unter Ausnutzung der Gegenfahrbahn) gerade so reicht für unser Wohnmobil.
Gegen 16:30 Uhr kommen wir in La Malène an und mieten uns auf dem Camping Municipal ein - dem einzigen Campingplatz dieses kleinen Ortes, aber ideal für uns, weil an seinem Strand am Flussufer Barkenfahrten starten und diese die einzige Möglichkeit darstellen, wie wir mit Sophie den Fluss erkunden können.
Weil es für heute aber zu spät zum Bootsfahren ist, sehen wir uns auf dem Campingplatz um (der sich im Vergleich zu dem sehr teuren Platz an der Cèze allein schon von seinen Sanitäreinrichtungen her nicht zu verstecken braucht), erkunden den Badestrand am Ufer des Tarn und reservieren für morgen früh vier Plätze auf einer Barke.
Kilian ist allerdings von etwas ganz anderem begeistert: Den Canoes. Kajakfahren auf dem Tarn, das ist es, was er will. Und nach einiger Zeit der Beobachtung, was die anderen vielen Menschen, die sich Boote ausleihen, so an Grundkenntnissen mitbringen (gar keine), beschließen wir auch, dass einer von uns nach der gemeinsamen Barkenfahrt mit Kilian den Tarn nochmal mit dem Kajak erobert. ;-)
Am Abend spazieren wir noch durch la Malène, das wunderschön an eine Bergflanke gebaut ist, und dann geht es ins Bett. Morgen müssen wir immerhin pünktlich am Bootsanleger sein!
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Tag 5 - La Maléne
Sur le Tarn
Gut eingecremt und ausgerüstet mit dem nötigsten (was bedeutet, dass wir einen ganzen Wanderrucksack mitschleppen, von dessen Inhalt 3/4 von Sophie-Equipment eingenommen werden) starten wir um 9:30 Uhr die Barkenfahrt auf der Tarn. Der Wasserstand ist jetzt im Sommer sehr niedrig, und der Fluss fließt gemächlich vor sich hin. Die Barke wird teilweise von einem Außenbordmotor gesteuert, oft aber auch, weil das Wasser eben nicht tief genug ist, muss uns unser "Gondoliere" mit einer langen Stange durch die Schlucht staken.
Die Fahrt ist wunderschön, sogar Sophie ist bis kurz vor Schluss begeistert am Beobachten und Schauen. Weil wir früh morgens unterwegs sind, haben wir die Sonne im Rücken, und den Fluss fast menschenleer vor uns. Zu späterer Tageszeit wird es hier einigermaßen voll - Kanufahren auf dem Tarn scheint ein sehr, sehr beliebtes Urlaubsunterfangen der Franzosen zu sein. ;-)
Wir gleiten durch die Schlucht, die mal enger, mal weiter ist, sich manchmal mit kleinen Weilern an den Hängen aber oft auch mit über mehreren hundert Metern hohen Steilwänden an den Ufern präsentiert. Aber was erzähle ich... Bilder sagen in dem Fall mehr als tausend Worte, und sobald unser Internetzugang einmal schnell genug ist, um ein paar Bildchen hochzuladen, könnt ihr selber schauen. ;-)
Eine gute Stunde fährt das Boot, danach geht es per Shuttlebus zurück nach La Malène, wo Kilian jetzt, wo er den Fluss kennt, nicht mehr zu bremsen ist und er mich förmlich zwingt, sofort wieder loszulegen, diesmal mit dem Kanu. Nicht einmal das Mittagessen kann noch abgewartet werden und so starten wir, sobald wieder das nötigste im Rucksack ist (diesmal eine Brotzeit und die wasserfeste Kamera) erneut los Richtung Ufer, wo wir uns ein Kanu leihen, während Gerdi und Sophie Mittagsschlaf machen.
Die Einweisung besteht darin, dass uns zwei Paddel in die Hand gedrückt werden, der freundliche, wenn auch wortkarge Mitarbeiter von "Canoe 2000" nochmal unsere wasserfeste Tonne mit Rucksack darin dahingehend überprüft, ob ich sie wirklich gut zugeschraubt habe und wir dann zum Kanu geführt werden. Wir müssen es nicht mal selbst in den Fluss manövrieren, das übernimmt ein weiterer netter Mitarbeiter.
Während wir einsteigen, kentert quasi vor unserer Nase ein vorbei kommendes Kanu. Es sah zugegebenermaßen wenig souverän aus, was die Frau mit dem Boot gemacht hatte, aber da mein letzter Kontakt mit einem Kajak 2006 in Neuseeland war (und das war auf dem Meer!) bin ich eher vorsichtig und frage den freundlichen Mitarbeiter des Bootverleihs, ob das normal sei. Er antwortete nur "non" und schon waren wir mit einem Schubs unterwegs. Gleich nach dem Start kam die erste "Stromschnelle" (oder was davon bei dem niedrigen Wasserstand übrig war) und die ging problemlos, so dass uns nun drei schöne Stunden auf dem Fluss bevorstanden.
Kilian paddelt fleißig mit, und macht das für sein ertes Mal ziemlich gut. Wir kommen toll voran, und nach einiger Zeit machen wir an einer Kiesbank dann eine kleine Brotzeit. Die Sonne scheint, es ist lustig, den anderen Booten auf dem Fluss zuzusehen und wir beschließen, dass wir an einer anderen Stelle noch einmal anlanden wollen, um ein wenig im Fluss zu schwimmen. Das machen wir dann auch, und so kommen wir erfrischt 8km weiter flussabwärts an der Abholstelle an.
Als wir dann wieder zurück am Campingplatz sind, ist es gerade mal 15:00 Uhr - noch viel übrig vom Tag. Und den verbringen wir dann am Strand des Campingplatzes und schwimmend im Fluss. Schön ist es hier, und eigentlich schade, dass es morgen schon weiter geht, denn es gäbe noch viel zu entdecken hier am Tarn.
Aber morgen locken zwei Highlights: Das Viaduc de Millau und Carcassonne - also weiter südwärts!
Beim Abendessen knüpft Kilian noch Kontakt zu unseren spanischen Nachbarn, besonders zu dem 10jährigen Matteo, der mit einem nicht wirklich aufgepumpten Fussball vor dem Campingbus seiner Eltern kickt. Die beiden finden zwar keine gemeinsame Sprache, aber Kilian hat einen aufgepumpten Fussball, und mehr braucht es anscheinend nicht, denn die beiden spielen bis spät in den Abend hinein in schönster Einigkeit Fussball.
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Tag 6 - La Maléne - Millau - Carcassonne
Kilians Wankelmut
Gleich am Morgen hat Kilian eine Verabredung: Fußballspielen mit Matteo.
Während die beiden kicken, packen wir in Ruhe zusammen, ich dusche noch kurz und dann geht es weiter die Tarnschlucht hinab nach Millau, wo die höchste Autobrücke der Welt die Tarnschlucht überspannt.
Weil die Brücke zusätzlich noch von Sir Norman Foster entworfen wurde, ist es ein Glück, dass sie quasi direkt auf unserem Weg liegt, und nachdem sich die beiden Jungs gestenreich voneinander verabschiedet haben ("Jetzt hab ich einen zweiten besten Freund nach dem Paul, Mama. Den Matteo. ;-) starten wir los.
Gegen Mittag - man kommt mit so einem Wohnmobil immer später los, als man denkt, außerdem schlafen die Kinder erstaunlicherweise beide länger als zu Hause :-))) - erreichen wir das Viadukt und machen einen kleinen Spaziergang zur Aussichtsplattform - und dananch gleich Brotzeit. Die Pylone und die Abspannungen sind beeindruckend, auch wenn die Brücke mehr von der Seite wirkt als während der Durchfahrt.
Erst um 17:00 Uhr kommen wir in Carcassonne auf dem Wohnmobilstellplatz an, auf dem wir heute auch übernachten wollen und machen uns auf in die Cité - die Altstadt von Carcassonne. Schon auf dem Weg zum Stadttor kommen uns viele kleine Stadtbesucher entgegen, alle ausgestattet mit allerlei mittelalterlichem Spielzeug. Wir sehen Helme mit und ohne Visier, Schilde, Pfeil und Bogen, Prinzessinennkronen, Holzschwerter, Schaumgummischwerter etc. Die Auswahl scheint unendlich, und Kilian bekommt Schnappatmung. Wir fragen uns, ob und falls ja, wie lange wir dem Kommerz die Stirn bieten können...
Anfangs gelingt das noch ganz gut, wir wagen uns noch nicht wirklich hinein in die Altstadt - diese hat nämlich zwei Befestigungsmauern, zwischen denen wir die Cité erst einmal umrunden. Und seit Violet le Duc im 19. Jahrhundert alle Häuser, welche nach dem Mittelalter dort errichtet worden waren, wieder abreißen ließ, um das formvollendete mittelalterliche Stadtbild wieder herzustellen, gibt es hier auch noch keinen Ort, an welchem arme Eltern von sabbernden Kindern zum Kauf von irgendetwas überredet werden könnten.
In der Stadt geht es aber sofort los. Souvenirladen reiht sich an Souvenirladen, höchstens einmal unterbrochen von einem der zahlreichen Restaurants, und Kilian kann sich gar nicht entscheiden, was er denn jetzt am liebsten möchte. Die Wahl fällt schlussendlich auf einen Helm, ein Schwert und ein Schild. Auch wenn er statt Schwert und Schild viel lieber eine Armbrust gehabt hätte. Aber das haben ihm seine Eltern, diese Spaßbremsen - leider nicht erlaubt. Zwhn Minuten später beginnt aber das große Heulen, weil er nämlich DEN SCHMIED samt seinem Laden entdeckt. Und dort gibt es Lanzen, Hellebarden, Schwerter und Armbrüste. Und so eine Lanze, das wäre es doch. Und er hat das Schild ja überhaupt nur genommen, weil der Papa gemeint hat, das wäre viel besser als eine Armbrust, und dabei hat er doch schon ein Schwert und ein Schild, nämlich vom Opa, und das Schild vom Opa ist überhaupt viel besser, weil das hat die Haltebänder hinten richtig rum, und auch nicht nur eins sondern zwei, und er ist jetzt sehr unglücklich, weil hätte er nur gewartet und nicht auf Papa gehört, sondern auf Mama (die schon zu bedenken gegeben hatte, ob er nicht noch warten wolle, weil er vielleicht in einem anderen Laden etwas noch schöneres entdecken könnte), und überhapt hört er nie mehr auf Papa, weil das hat ihm schon im Tarn ein angeschlagenes Knie beschert, als der Papa ihm gesagt habe, ja er könne mit seinem aufblasbaren Body-Board-Ersatz die Stromschnelle gefahrlos runtersausen, und überhaupt ist er jetzt ganz traurig und weiß nicht, was er machen soll, weil er will das Schild und das Schwert umtauschen.
Das Ergebnis dieser Tirade waren zwei ernüchterte Eltern, die sich eigentlich gedacht hatten, sie würden dem Spross eine unendliche Freude bereiten und an die Dankbarkeit ihres Sohnes appellierten, der dann zwar erklärte, er wäre schon dankbar, aber auch sehr traurig.
Aus der Preduille half dann unvermutet das kleinste Familienmitglied, das sich das neben Kilian auf der Bank liegende Schwert krallte, mit Grabesstimme und entschlossenem Blick "MEINER!" sagte, das Schwert packte und es nach ein paar (verblüffenderweise sehr proffessionell aussehenden) Probeschwüngen unumstößlich in ihre Besitztümer aufnahm.
Aber gut. Warum muss es für ein Mädchen immer Prinzessinnenkrone sein, wenn es ums Mittelalter geht (wobei es fairerweise auch einen rosa Bogen gegeben hätte...)?
Mit dem Versprechen, nach dem Abendessen in einem vom Reiseführer empfohlenen Restaurant noch einmal DEN SCHMIED aufzusuchen, ist Kilians Welt halbwegs in Ordnung gebracht. Nach einem (sehr windigen) Essen auf einer Terrasse vor dem alten Chateau der Altstadt geht es also nocheinmal hinein in das Gewühl - wobei wir sagen müssen, nachdem wir die Massen, die den Mont St. Michel besichtigt haben, ebenfalls in Carcassonne erwaret hatten, waren wir angenehm überrascht wie leer es dort im Verhältnis war. Voll war nur die "Hauptstraße" durch die Cité, ansonsten schlenderte man zwar nicht alleine, aber ungestört durch die Altstadt.
Doch was ist das? Wider Erwarten haben schon viele der Läden geschlossen bzw. machen gerade zu. Oh nein... und wo war DER SCHMIED überhaupt in dem Gewirr an kleinen Gässchen, die dank der Souveniräden alle ähnlich aussahen?!
Aber Gott war gnädig, und so stehen wir irgendwann vor dem noch offenen SCHMIED, und Kilian... das Endergebnis seht ihr bei den Fotos. :-)
Mit Einbruch der Dunkelheit verlassen wir die Altstadt und schlendern zurück zum Wohnmobil, wo die Kinder ziemlich schnell in tiefen Schlaf fallen. Wir überlegen noch die nächste Etappe und schreiben Tagebuch, dann geht es auch für uns ins Bett, wo uns der Wind in den Schlaf schaukelt.
Mal sehen, ob wir morgen die Katharerburg, die auf dem Programm stünde, überhaupt besichtigen können - bei zu starkem Wind sind diese sehr ausgesetzten Burgruinen oft für Besucher gesperrt...
Na gut, wir werden sehen. Alternativ geht es halt gleich ans Meer. Auch nicht schlecht (auch wenn das Wetter erst übermorgen wieder richtig gut werden soll...)
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Tag 7 - Carcassonne - Gruissan Plage
Der verhängnisvolle Dekathlon
Es weckt uns leichter, aber dauerhafter Nieselregen. Also fällt die für heute geplante Wanderung zu einer Katharerburg sprichwörtlich ins Wasser und wir fahren direkt nach Gruissan, weil da das Meer ist und für Gerdi in einer kleinen, der Küste vorgelagerten Hügelkette, ein Klettergebiet.
Einkaufen müssen wir auch noch, und so geht es nach einem Halt in einem großen Supermarkt Richtung Küste. Es ist erst 11:00 Uhr, als wir in Narbonne ankommen, und es nieselt noch immer. Was tun? Aber Gerdi hat einen Plan - namens Dekathlon. Nein, er will keinen machen, aber es gibt in Frankreich eine Sportwarenhauskette dieses Namens.
Zwei Stunden später kommen wir wieder heraus. Viel ärmer als vorher. Aber der Laden hatte alles und alles zu guten Preisen. Und so besitzt Kilian jetzt ein Bodyboard, Wanderschuhe und eine Angel, Sophie ihre ersten Kletterschuhe (die ihr noch lange nicht passen, aber bitte...), für Gerdi gabs ebenfalls Kletterschuhe, Badehosen und bestimmt noch irgendetwas anderes, was ich gerade vergesse, für mich ein paar Sportklamotten und Hanteln und für die gesamte Familie endlich mal einen neuen Wanderrucksack, dessen Innenbeschichtung noch nicht vor sich hin bröselt.
Des weiteren diverser Kleinkram (es ist der Ikea unter den Sportläden...) wie kurze Seile, Expander, Tauchringe.
Als wir am späten Mittag endlich unseren Einkaufs-Dekathlon beendet haben, hat es aufgehört zu regnen, und eine schwüle Wärme empfängt uns. Also nach einem kurzen Mittagssnack ab zum Strand! Doch am Campingplatz angekommen, sehen wir das erste Mal in diesem Urlaub das Schild "complet". Wir waren ja vorgewarnt, dass es während der französischen Schulferien voll sein würde an den Küsten, aber da wir bisher immer einen Platz bekommen hatten, hatten wir es gar nicht mehr auf dem Schirm, dass wir diesbezüglich nochmal Probleme bekommen könnten. Da die Rezeption aber um 15:00 Uhr (also in 5 Minuten) wieder öffnet, beschließt Gerdi, trotzdem nachzufragen - sein Klettervorhaben gibt er nicht so einfach auf!
Und tatsächlich: Es dauert zwar ewig, bis er wieder kommt, aber wir haben tatsächlich noch einen Platz bekommen, noch dazu in zweiter Reihe am Meer! Nichts wie hin. Nur leider ist der Platz nach wie vor belegt? Also wieder zurück zur Rezeption, die Mitarbeiterin des Campingplatzes glaubt an einen Fehler von uns, denn sie hatte sich notiert, dass die Gäste bis spätestens 15:00 Uhr abreisen werden. Als wir am Platz ankommen, kommen die Besitzer des Wohnmobiles gerade zurück: Ja, sie fahren heute, aber nein, nicht jetzt gleich. Schließlich kommen sie vom Strand und wollen jtzt erst mal duschen. Also vor 19:00 Uhr würde das sicher nichts werden mit ihrer Abfahrt.
So bekommen wir für eine Nacht einen Ausweichstellplatz, der aber auch ganz nett, weil ziemlich groß und mit Trinkwasserbrunnen ist.
Wohnmobil auf die Keile, Markise raus, und dann ab zum Strand. Der wirklich schön ist, nur den einen Fehler hat: es handelt sich hier um einen Sandstrand. Die Kinder rennen ins Wasser, dann wieder raus, einmal durch die Strandmuschel - und der Sand ist überall. Am ganzen Körper (warum will Sophie egentlich ausgerechnet jetzt so dringend kuscheln?), auf den Handtüchern, in den Klamotten, und am schlimmsten: Im Mund und im Auge. Sophie kann wohl mit so viel Sandkasten auf einmal nicht wirklich umgehen und vergisst daher alles, was sie bisher über Sand gelernt hat. Wir haben ein rundum paniertes Kind.
Aber das Meer ist toll. Sehr sauber, flach, und mit tollen Wellen. Kilian steht denen noch etwas skeptisch gegenüber, Sophie findets super. Drei Stunden und eine Sandburg später gehts zurück zum Wohnmobil. Morgen steht nur Baden und faul sein auf dem Programm. Und Kilians Angel muss am Etang ausprobiert werden. Und Gerdi muss klettern. Und Wäsche waschen muss ich eigentlich auch noch... Hm... also doch einiges geboten. ;-)
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Tag 8 - Gruissan Plage
Strandtag
Da das Wetter heute morgen noch nicht wirklich warm genug zum Baden ist, beschließen wir, erstmal Kilians Angel am hinter dem Campingplatz gelegenen Etang auszuprobieren. Sophie macht uns allerdings einen Strich durch die Rechnung, weil sie mir aus einem Wutanfall heraus ihre Flasche auf die Füße schleudert und ich von ihr verlange, sie wieder aufzuheben. DAS kommt für den kleinen Wutbürger allerdings PARTOUT nicht in Frage, und so gehen Kilian und Gerdi schonmal vor, während ich einer tobenden, schreienden und weinenden Beinahe-Zwei-Jährigen klarzumachen versuche, dass hier gar nichts passiert, bevor sie nicht die Flasche wieder aufhebt.
Bei dem nun folgenden Machtkampf stellt sich Miss Sophie als harter Gegner heraus, der erst nach mehreren Runden (in deren einer sich noch der Sonnenhut zur Flasche gesellt, viele Taschentücher verbraucht und Rotzspuren am Kindersitz und Mamas Hose landen) aufgibt und die Flasche aufhebt. Deutlich verspätet gehts auf Richtung Etang. Mal sehen, wie viele der fürs Abendessen versprochenen Fische Kilian schon gefangen hat.
Wie sich ein paar Minuten später herausstellt: Keine. Es folgen noch ein paar Versuche, an deren Ende klar wird, dass Bleikügelchen gekauft werden müssen (hoffentlich müssen wir dafür keinen Dekathlon mehr betreten, wer weiß, wie DAS wieder enden würde?!) und wir ziehen mit leerem Eimer wieder zurück zum Campingplatz. Ein kleiner Snack, dann mache ich mit den Kindern Mittagsschlaf und Gerdi fährt Klettern, seinen ganzen Stolz, das Crashpad fürs Bouldern, auf dem Rücken. Hin geht es ziemlich beschwingt, aber auf dem Rückweg muss er feststellen, dass Rückenwind schon hilft, wenn man eine Matratze von über 1,00 m2 Fläche auf dem Rücken hat, die selbe aber bei Gegenwind doch hinderlich sein kann...
Sehr verschwitzt kommt er wieder am Wohnmobil an, und es ist klar: Wir müssen erstmal in die kühlen Fluten. Abends will ich dann Wäsche waschen - starte das Vorhaben aber verspätet, weil ein riesiger Vollmond über dem Strand steht. Also erst mal Fotos. Und dann schlagen wir uns mit der Frage herum, ob wir morgen schon Richtung Pont du Gard starten oder noch einen Badetag dran hängen. Eigentlich haben wir gerade genug von Sandstrand, aber die Reiseführer geben auch nicht wirklich was her bezüglich toller Felsstrände. Und am Dienstag solls erst mal regnen, was uns von der Routenplanung eigentlich auch nicht hilft.
Also bleiben wir noch einen Tag. Hat auch den Vorteil, dass wir nicht mit all den Franzosen, die morgen am letzten Ferientag die Heimreise antreten müssen, auschecken und im Stau stehen müssen.
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Tag 9 - Gruissan Plage
Surfin´ South-France
Weil es heute vormittag wieder eher kühl ist, beschließen wir mal den Pool der Anlage zu testen. Der ist so naja, aber immerhin ohne Sandstrand vor dem Wasser und den Kindern gefällts. Während Sophie Mittagsschlaf macht, radeln Gerdi und Kilian zum Bouldern und dann geht es wieder zum Strand. Und heute sind die Wellen... echt beeindruckend. Das Bodyboard kam zwar schon die letzten beiden Tage zum Einsatz, allerdings war da der Spaßfaktor noch nicht so groß. Aber heute... Ärgern wir uns fast, dass wir "nur" das Kinderbodyboard beim Dekathlon mitgehommen haben. ;-)
Es ist toll. Kilian geht gar nicht mehr raus aus dem Wasser und leiht das Brett nur mal kurz her, Sophie lässt sich am Ufer von den Wellen herumspülen, paniert sich zwischendurch wieder komplett, hat Sand in den Augen, hat Sand im Mund..., also volles Programm, the same procedure as every day. :-)
Komischerweise sind wir alle hungriger als die Tage zuvor, und so muss schnell was warmes her. Also Spaghetti mit Tomatensauce. Und dann ab ins Bett. Morgen geht es weiter zum Pont du Gard.
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Tag 10 - Gruissan Plage - Pont du Gard
Überstunden in Geschichte
Heute geht es weiter nach Norden, zum Pont du Gard. Schon wieder muss ich den Satz schreiben "es dauert mit Wohnmobil (und zwei Kindern) irgendwie alles länger als gedacht":
Zuerst muss Kilian geduscht werden, dann stellen wir fest, dass man sich nach drei Tagen am gleichen Ort doch mehr wohnlich einrichtet als sonst und daher auch länger braucht, bis man losfahren kann. Nachdem wir auch aus dem Supermarkt wieder raus sind, ist es schon Mittagessenszeit, aber da die Kinder gerade einschlafen, beschließen wir, erst mal ein Stück zu fahren. Und zwar nicht den kürzesten Weg, sondern die Strecke am Meer entlang - Gerdi hat auf der Karte gesehen, dass die Straße vor Sète ein gutes Stück auf einem schmalen Landstreifen zwischen Etang und Strand entlangführt und das wollen wir sehen.
Obwohl Navi 1 so veraltetes Kartenmaterial hat, dass es die Straße gar nicht kennt, auf die wir wollen und Navi 2 zeitgleich einen technischen Totalausfall erleidet, kommen wir dank Michelin-Karte genau da hin, wo wir hinwollen. Nur sehen wir leider weder links den Etang (Zugschienen) noch rechts das Meer (Pampas). War wohl nix, außer, dass wir Zeit verloren haben...
Endlich zurück auf der Autobahn geht es dann nach kurzer Mittagspause auf einem Rastplatz weiter zum Pont du Gard auf den Campingplatz. Wir finden ein schönes Plätzchen auf dem Platz, der schön am Flußufer des Gardon und fußläufig zum Pont du Gard liegt. Trotzdem ist es schon nach 17:00 Uhr, als wir die Eintrittskarten lösen und losmarschieren zur größten römischen Aquäduktbrücke. Aber die späte Zeit (und das Ferienende in Frankreich) tragen dazu bei, dass wir keinen Menschenmassen ausgesetzt sind. Das Aquädukt und das zugehörige Museum sind toll, nur den Film schaffen wir nicht mehr, wir verpassen die letzte Vorstellung des Tages - ist es wirklich schon 18:30 Uhr? Dann (nach einer kurzen Eispause...) schnell zurück zum Wohnmobil - wir haben Muscheln im Supermarkt gekauft, die müssen wir heute noch machen.
Allerdings liegt der Pont du Gard gerade so schön in der untergehenden Sonne, dass wir noch kurz auf den westlichen Aussichtspunkt hochwandern wollen. Die Fotos sind toll geworden, aber bis die Muscheln gekocht sind, ist es fast 21:0 Uhr - sehr südländische Zeit für die Kinder. ;-)
Die Muscheln an sich waren eine Enttäuschung, über die Hälfte war zum Wegwerfen. In der Hoffnung, dass die, die wir gegessen haben, einwandfrei war, hoffen wir auf eine Nacht ohne Überraschungen und freuen uns morgen auf Avignon!
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Tag 11 - Pont du Gard - Avignon
Zeitreise ins Mittelalter - Päpste und Ratte
Weil wir noch duschen und abspülen müssen, kommen wir erst ziemlich spät los vom Pont du Gard. Gut, dass wir nur eine halbe Stunde bis nach Avignon brauchen, und der Campingplatz auf einer Rhône-Insel direkt gegenüber der Altstadt von Avignon liegt und per Fähre angebunden ist. Wir haben nämlich vor, heute mal wieder Essen zu gehen und uns deshalb ein im Reiseführer empfohlenes Restaurant ausgesucht.
Am Campingplatz angekommen freut sich Kilian gleich mal über den erspähten Pool, wir freuen uns weniger über die Tatsache, dass wir genau in der Zeit angekommen sind, in der die Fähre hinüber in die Altstadt zwei Stunden Mittagspause macht (und zwar macht sie das ab HEUTE - ab dem 1. September ist man hier einfach spürbar in der Nachsaison. Also den Weg außenrum über die Brücke genommen und ein paar extra-Kilometer eingelegt, denn um 14:00 Uhr erst Mittagessen ist auch keine Alternative.
Das Lokal liegt etwas abseits des Papstpalastes schön in einem Innenhof, doch unser Plan eines schnellen Mittagessens scheitert grandios an der französischen Seele, die erstens Essen zelibriert und zweitens zu Siesta-Zeiten nicht übermäßig schnell arbeiten möchte. Es ist 15:00 Uhr, als wir das Lokal verlassen, und zwar OHNE die Nachspeise, die eigentlich zu Gerdis Mittagsmenue gehört hätte. Aber die war vergessen worden, und wir hatten Angst, dass es wieder zwei Stunden dauert, bis wir dann auch das Dessert hinter uns gebracht haben... ;-)
Also los zum Papstpalast. Dort angekommen sind wir nur kurz von dem wuchtigen, den ganzen Platz beherrschendem Bau abgelenkt - unsere Konzentration wird gleich wieder auf Sophie gelenkt, die augenscheinlich zu viel getrunken hat und gleichzeitig zu wenig gewickelt wurde.
Vor historischer Kulisse ziehen wir sie also in einer Seitenstraße komplett um und gehen dann hinein in den mittelalterlichen Monumentalbau.
Es gibt Audioguides (die Kilian liebt) und für Sophie eine Leih-Kraxe für die mehrgeschössige Rundtour - toller Service!
Der Palast ist sehr beeindruckend, auch wenn die Jahrhunderte und auch die französische Revolution teilweise stark an ihm genagt haben: Die früher an den Wänden vorhandenen Fresken sind in fast allen Räumen abgeschlagen und verkauft worden oder Bränden zum Opfer gefallen. Der Figurenschmuck der Kirche wurde während der französischen Revolution beinahe vollumfänglich zerstört, so dass man im Vergleich zum Vatikan den Prunk, der am päpstlichen Hofe geherrscht haben muss, nur noch an den Ausmaßen der Räume und hie und da an übrig gebliebenen Wandmalereien und Skulpturen zu erkennen vermag. Trotzdem ist das Gebäude sehr beeindruckend. Kilian ist (auch dank des guten Audioguides) ziemlich begeistert, nur leider nicht sehr ausdauernd. Sophie eh nicht - in der Kraxe ist es zu schwül (man möchte es nicht glauben, aber auch innerhalb der wirklich massiven Steinwände findet man heute keine Abkühlung), rumlaufen ist wegen der vielen Auf- und Abs schwierig und Gerdi kann irgendwann auch nicht mehr.
Durstig und durchschwitzt beenden wir die Besichtigung und machen uns auf dem Weg zum zweiten "Must-have-Seen" Avignons erst mal auf die Suche nach einem Eis.
Dann geht es erfrischt noch zur Pont St- Bénézet. Dort müssen wir ja noch, wie in der Routenbeschreibung angekündigt, ein paar mal rhythmisch mit dem Fuß auftippeln (sur le pont d´Avignon, on y danse on y danse...), bevor es dann wieder zurück zum Campingplatz geht - diesmal mit der Fähre, die gleich neben der Brücke ablegt.
Am Campingplatz freuen wir uns alle auf den Pool. Der ist zwar nicht mehr total neu, hat aber angenehm warmes Wasser und sogar einen Strömungskanal! Wir findens alle toll, Kilian taucht nach seinen Tauchringen (aus dem Decathlon...), ich treibe gerade wieder durch den Kanal, als Gerdi und die zwei anderen Gäste, die außer uns noch den Pool bevölkern, plötzlich hektisch werden und Kilian und mich zu uns winken. Ja wie jetzt? Ich soll mich gegen die Strömung aus dem Kanal raus kämpfen? Egal was es ist, so viel Zeit muss sein, damit ich noch kurz meine Runde drehen kann. Konnte ich auch. Denn die RATTE, die mit beachtlicher Geschwindigkeit den Pool durchschwommen hatte und auf die Insel, welche im Strömungskanal lag, geklettert war, war so freundlich, auf der anderen Seite NICHT gleich wieder herunterzuhüpfen - und ist somit nicht auf meinem Kopf gelandet.
Damit war das Badevergnügen irgendwie auch keines mehr, und wir gehen zurück zum Camper und nach einem kurzen Abendessen auch bald zu Bett.
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Tag 12 - Avignon - Nîmes
Ins alte Rom
Nach einer wunderbar ruhigen Nacht (ganz ohne Nagetiergeräusche oder weitere Sichtungen...), die nur unterbrochen wurde durch eine unverschämt frühe Abfahrt unserer direkten Nachbarn, wecken uns unsere Kinder, nachdem ich trotz der frühmorgendlichen Motorengeräusche wieder eingeschlafen war, gewohnt zuverlässig zur Frühstückszeit. Es muss so gegen 8:00 Uhr sein (im Wohnmobil schlafen die beiden DEUTLICH länger als zu Hause) und wir kriechen aus den Betten. Mal schauen, ob es schon 8:00 Uhr ist, und der Laden vorne schon geöffnet hat, damit wir unser Frühstücksgebäck kaufen können. Gerdi schaut auf die Uhr - das kann nicht sein: 9:40 Uhr?! Es ist tatsächlich 9:40 Uhr... morgen müssen wir uns einen Wecker stellen, auf die Kinder ist auch kein Verlass mehr neuerdings... ;-)
Nach einem hektischen und unerfreulichen Frühstück (die schlechtesten Croissants unseres Lebens: Aufbackware, aber selbst das wurde nicht bis zum Ende gebracht...) starten wir los Richtung Nîmes: Wir müssen ja noch sehen, wohin die Wasser, die der Pont du Gard so transportiert hat, letztendlich geflossen sind...
Der einzige Campingplatz der Stadt liegt ein gutes Stück außerhalb, und ist im Reiseführer als alternativloses Übel beschrieben, der Wohnmobil-Führer gibt keinen einzigen Stellplatz- oder Campingplatztipp für Nîmes... das Schlimmste erwartend (ein schlecht bewerteter Camping Municipal am Rande einer größeren Stadt...) kommen wir um kurz nach 12:00 Uhr dort an - und finden einen nett angelegten Platz mit neu eröffneter Riesiger Pool-Landschaft, mit zwei Kinderbecken, einem Rutschenturm mit drei verschiedenen Rutschen, einer Hüpfburg und einem schönen Spielplatz.
Wir haben zwar etwas Pech mit dem Stellplatz, der liegt wirklich knapp hinterhalb des Zaunes zur relativ viel befahrenen Straße, und bei der Sanierung hat man sich die WC-Anlagen wohl bis zum Schluss aufgehoben, aber so schlecht wie berichtet ist der Platz bei weitem nicht.
Nur mit dem Pendeln in die Stadt haben wir wieder Pech. Der nur jede Stunde abfahrende Bus ist gerade weg und so warten wir eine Stunde am Campingplatz, bevor es losgeht Richtung Innenstadt.
Nîmes ist eine sehr schöne mittelgroße Stadt, schon die Allee vom Bahnhof Richtung Arena spaziert man schön unter schattenspendenen Platanen entlang, am Ende der Allee befindet sich ein neuer Platz, an dessen westlicher Ecke das Amphietheater von Nîmes hervorblitzt. Aber erst mal etwas essen. Nach einem kleinen Snack geht es ab in die Arena. Schon von außen erkennt man, wie gut die Arena erhalten ist - und das trotz ihrer wechselhaften Geschichte (im Mittelalter war das Innere mit Wohnhäusern - einer Art Stadt in der Stadt - zugebaut).
Der kostenlose Audioguide ist diesmal aber eine Enttäuschung: Vom Konzept her gut überlegt - man hört eine Geschichte zu einem typischen Tag in einem römischen Amphietheater - sind die einzelnen Stationen (und es gibt 16!) viel zu langatmig. Keine einzige hören wir bis zum Schluss, und so entgeht uns wohl manches Interessante zum Bauwerk. Aber man kann sich unmöglich bei jedem Punkt gefühlte 20 Minuten aufhalten - schon gar nicht mit Kleinkind im Schlepptau. Kilian ist etwas enttäuscht, zum Glück wird das Ganze im obersten Stockwerk aufgefangen mit der "Galerie der Gladiatoren": Große Schautafeln erklären die Bewaffnung und Ausrüstung der einzelnen Gladiatoren-Typen, und da Kilians "Lieblings-Gladiator" auch vorgestellt wird, muss er zumindest DIESE Erläuterung des Audio-Guides ganz anhören. Dass es ziemlich lange dauert, erkennt man daran, dass Kilian zum Ende der Erzählung am Boden vor der Schautafel SITZT...
Abschließend haben wir noch das Glück, die Arena selbst betreten zu können - und in einen der Räume, in welchem in der Antike die Gladiatoren auf ihre Auftritte gewartet haben, werden wir auch noch geleitet. Das ist wieder etwas für Kilian, denn hier kann man die Ausrüstung der Gladiatoren sehen und ein paar kurze Videosequenzen zu Gladiatorenkämpfen.
Gott sei Dank ist im unvermeidlichen Souvenirladen, den man selbstverständlich auf dem Weg zum Ausgang durchqueren MUSS, keine Gladiatorenausrüstung von Kilians Lieblingsgladiotor zu bekommen, und so landen wir nach einer guten Stunde wieder auf dem Platz vor dem Collosseum. Die Poollandschaft des Campingplatzes lockt (und da wir diesmal nicht unmittelbar am Rhôneufer sind, ist auch die Gefahr von Poolratten deutlich geringer einzuschätzen), so dass wir die Maison Carrée, einen außergewöhnlich gut erhaltenen römischen Tempel, nur noch von außen betrachten und dann mit dem Bus zurück zum Campingplatz fahren. Nach über zwei Stunden im Pool, beim Tauchen, Schwimmen und Rutschen geht es hungrig zurück zum Wohnmobil, wo wir nach einem kurzen Abendessen draußen (sehr viele Mücken...) bald ins Bett gehen. Diesmal MIT gestelltem Wecker - schließlich wollen wir morgen zeitig los - es geht wieder zürück ans Meer, in die Camargue.
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Tag 13 - Nîmes - Aigues Mortes - L´Espiguettes
Kreuz- und Zugfahrer
Heute geht es wieder ans Meer - wir wollen in die Camargue, die in weiten Teilen aus dem Schwemmland des Rhônedeltas besteht. Auf dem Weg dorthin kommen wir in Aigues Mortes vorbei, das Ludwig IX. von Frankreich als Festungsstadt für die Kreuzfahrer errichten ließ. Leider, so steht es im Reiseführer, hat er dabei nicht auf den antiken Vitruv gehört, der damals schon wusste, dass man einen Hafen niemals an einem Fluss bauen soll, der in ein gezeitenloses Meer mündet. Und so kam es, wie es kommen musste: Der Hafen versandete ziemlich schnell, Ludwig hatte auf seinen beiden Kreuzzügen auch kein Glück (Gefangennahme im ersten, Tod an der Pest / der Ruhr (da streiten sich unsere Quellen, schlimmstenfalls war es beides) im zweiten Kreuzzug. Als dann die Provence noch einige Jahre später an Frankreich fiel und man somit mit Marseille einen großen Mittelmeerhafen erhielt, versank Aigues Mortes in der Bedeutungslosigkeit. Da es in relativ unwirtlicher Umgebung stand (Sumpfland), benutzte auch keiner die Steine der Gebäude für andere Bauten, und so stehen wir heute kurz vor 14:00 Uhr (einkaufen mussten wir auch mal wieder...) in einer vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadt.
Wir besichtigen den Wehr- und Wohnturm Ludwigs des IX und laufen auf der Stadtmauer entlang - von wo aus wir einen weiten Blick über die "Petite Camargue" und die Salines du Midi haben: mehrere Salzberge ragen nicht weit von uns auf, und der Reiseführer erzählt uns, dass man die Salinen mit einem kleinen Bummelzug besichtigen kann. Uns interessiert es schon lange, so eine Meersalzproduktion mal aus der Nähe zu sehen, und die Kinder könnten endlich einmal einen dieser Touri-Bummelzüge besteigen, die sie in Carcassonne, Avignon und Nîmes schon gesehen haben und aber leider nie einsteigen durften.
Also los zur Saline, die eh auf dem Weg liegt. Dort angekommen haben wir auch gleich Glück und kommen ohne Wartezeit noch in den Zug, der in fünf Minuten startet. Dann geht es los entlang der Salinenfelder. Da September ist, ist auch gerade Erntezeit und so sehen wir, wie das Salz mit großen Maschinen geerntet und in Richtung der Salzberge transportiert wird. Die Fahrt dauert eine Stunde, und wir sehen Salzbecken mit unterschiedlichem Salzgehalt und eine sehr artenreiche Flora und Fauna - sogar Flamingos gibt es hier in großen Mengen.
Danach geht es noch ein kurzes Stück zu unserem Campingplatz - wir wollen zum Plage de l´Espiguette, einem riesigen Dünenstrand ganz im Süden der Camargue. Der ausgesuchte Campingplatz liest sich gut im Reiseführer. Gut, er ist groß (über 2.000 Plätze), aber in der Nachsaison sollte das kein Problem mehr sein, außerdem ist er der einzige mit direktem Strandzugang. Der Platz ist wirklich riesig - und das macht sich in der Nachsaison negativ bemerkbar: Es kommt Endzeitstimmung auf, wenn auf riesigen Stellplatzgevierten ein verlassenes Wohnmobil steht. Aber egal. Nach zweimaligem Umrunden des Abschnittes, der gut zum Meer und zu einem der 14 Waschhäuser (!) liegt, finden wir einen einigermaßen netten Platz. Ausgestiegen und... Mücken. Mücken Mücken Mücken. Das Schicksal schlägt zurück und zahlt uns zwei fast insektenlose Urlaube in Skandinavien innerhalb weniger Minuten heim. Der Plan, die Campingmöbel rauszuholen und das Vordach rauszukurbeln ist sofort wieder verworfen, und wir flüchten erstmal zum Strand (da ist es hoffentlich besser).
Ist es Gott sei Dank auch. Der Strand ist riesig - es gäbe sogar einen Zubringer-Bummelzug, der vom Campingplatz ans Meer fährt, aber bis der seine Runde über den riesigen Platz gedreht hat, sind wir auch gelaufen. Das Meer ist schön ruhig und der Strand sehr sauber. Also freuen wir uns auf einen Badetag morgen.
Verwegen wie wir sind, haben wir im Supermarkt übrigens wieder Muscheln mitgenommen. Diesmal allerdings vakuumierte. Die Frischfischauslage kann uns nach dem zweifelhaften Erlebnis vor ein paar Tagen nicht mehr locken. In noch zweifelhafterem Licht steht das Erlebnis dann NACH dem Verzehr der diesmal wirklich lecker schmeckenden Muscheln, die sich im Gegensatz zu den ersten auch fast alle geöffnet haben... Aber gut. Auch wieder was gelernt. Nicht mehr 100%ig frische Meeresfrüchte führen nicht zwangsweise zu einer Lebensmittelvergiftung... ;-)
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Tag 4 - Plage de L´Espiguette
Badetag!
Nach 7 Mücken in einer Toilettenkabine ist klar, dass auch draußen frühstücken kein Vergnügen wird. :-(
Nach dem Frühstück bricht dann bei mir der Lagerkoller aus. Nach 14 Tagen Wohnmobil MIT Ikea-Babystuhl im einzigen Flur bekomme ich einen Beengtheits-Rappel und würde am liebsten das nächstbeste Hotel ansteuern. Nix wie raus und die Weite (und Tiefe!) des Strandes genießen, sonst parke ich das Wohnmobil in irgendeinem Hinterhof eines auch nur halbwegs ansprechend aussehenden Hotels.
Der Strandtag wird dann aber super, Kilian und ich lassen die Mittagspause aus und bleiben den ganzen Tag am Meer. Gegen 17:00 Uhr vertreibt uns dann allerdings der immer stärker und kälter werdende Wind - macht nichts, es gibt ja noch ein "Aqualand" mit Rutschenparadies hier. Das entpuppt sich allerdings als Enttäuschung: Es gibt keinen Pool, nur die Becken, in welchen die Rutschen enden, und für die Kleinen einen Kinderwasserspielplatz, der allerdings von wenig vertrauenserweckendem bräunlichem Salzwasser umgeben ist.
Also wieder zurück ins Wohnmobil. Gott sei dank hat Gerdi ob meiner momentanen Gemütslage den richtigen Einfall und so bleibt heute die Küche kalt und es gibt Pizza vom Campingplatz. Das geht ratz fatz, und weil die Kinder heute mal zeitig ins Bett kommen, mache ich noch einen langen Strandspaziergang am kilometerlangen, einsamen Strand und lasse mir den Wind / Sturm um die Haare wehen.
Morgen geht es durch die Camargue weiter nach Cassis, östlich von Marseille. Dort dann hoffentlich auf einen Platz mit weniger Mücken...
;-)
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Tag 15 – Plage de l´Espiguette – Camargue – Cassis
Wind: ja
Sehr früh am Morgen kommen wir los – da wir keine Campingmöbel oder sonstiges abbauen müssen. Irgendeinen Vorteil müssen diese Mücken ja auch haben. Wir freuen uns sehr auf die heutige Etappe – durch das Schwemmland der Camargue bis nach Cassis, wo wir in den Calanques baden und klettern wollen. Die Camargue präsentiert sich grüner als gedacht, aber als genauso flach wie gedacht. ;-) Die berühmten Camarguepferde sehen wir aber nur in der Nähe touristischer Ansiedlungen, wo Ausritte auf ihnen angeboten werden. Hie und da steht zwar recht pittoresk auch noch eines in der Landschaft, aber entweder können wir nicht anhalten oder ich fotografiere zu langsam, so dass es wirklich kein einziges Foto dieser Tiere gibt. Aber gut: Pferde und ich, wir wurden ja noch nie so richtig miteinander warm, warum gerade jetzt… ;-)
Ein gutes Stück südlich von Arles überqueren wir mit einer kleinen Fähre die Rhône – und haben totales Glück, weil wir quasi direkt auf sie fahren können und sofort übersetzen. Keinerlei Zeitverlust = mehr Zeit am Badestrand in Cassis!
Zuvor müssen wir aber noch an Marseille vorbei /durch Marseille durchkommen. Und das ist gar nicht soo einfach, weil die Autobahn, die wir eigentlich nehmen müssten, direkt durch Marseille führt und aber eine Höhenbeschränkung auf 3,20m hat. Auf das Navi ist hier kein Verlass, das weiß ja nichts von unserer überdurchschnittlichen Höhe und würde uns daher eisern wieder und wieder auf die Autobahn zurücklotsen. Mit nur einmal verfahren und der guten Michelin-Straßenkarte (nochmal danke an Reinhard für den Tipp!) kommen wir aber ziemlich gut durch die Stadt hindurch. Anhalten würden wir aber nur ungern wollen, und an eine Besichtigung ist nicht zu denken. Man liest zwar in den Reiseführern, dass die Stadt in den letzten Jahren deutlich sicherer geworden ist, aber das Wohnmobil mit unserem gesamten Hab und Gut in der Stadt abzustellen käme nicht in Frage: Gleich zu Beginn unserer Fahrt jenseits der Autobahn kommen wir durch ein Viertel, in dem am Straßenrand jede Menge Kleidungsstücke am Boden liegen und sehen Leute, die sich von diesen verschmutzen Lumpen die noch tragbareren Stücke heraussuchen. Weiter geht es durch entsprechend heruntergekommene Wohnviertel, an Autohäusern, die sich mit Stahltoren gegen die Außenwelt abschotten und bei denen ein Security den Kunden für kurze Zeit die Türen öffnet. Also keine Mittagspause hier, sondern direkt durch bis Cassis, wo wir auch auf den Campingplatz gehen – die richtige Entscheidung, denn die Nähe zu Marseille ist auch hier spürbar: Die ganze Stadt ist Video-überwacht, an sämtlichen Parkplätzen sowie auf dem Campingplatz selbst wird davor gewarnt, Wertgegenstände im Auto zu lassen. Der Campingplatz ist klein und familiär mit netten, wenn auch kleinen Parzellen. Wir haben ein wenig Schwierigkeiten, unser großes Womo so auf den Stellplatz zu parken, dass seitlich noch Platz für die Campingmöbel ist. Aber es gelingt (und es wäre auch alternativlos gewesen – nach zwei Tagen IM Wohnmobil MUSS ich heute draußen essen, soviel ist sicher!)
Nach einem kleinen Mittagssnack geht es dann die 1,2 km hinunter zum Hafen. Sowohl der Reise- als auch der Wohnmobilführer haben allerdings vergessen zu schildern, dass neben den 1,2 km auch einige Höhenmeter zu überwinden sind. Hinwärts ist das kein Problem, aber uns schwant schon, dass wir trotz des Windes in der dennoch kräftig scheinenden Sonne auf dem Rückweg mit Baderucksäcken und KiWa ins Schwitzen geraten werden. Am Hafen angekommen, ist zweierlei schnell klar:
1. Der Mistral bläst hier unten ungleich stärker als oben am Campingplatz
2. Ganz Marseille scheint am Wochenende hier zu sein: Die Straßen sind verstopft, auf dem Stadtstrand ist absolut kein Fleckchen mehr frei, in das man noch ein Handtuch quetschen könnte (ganz abgesehen davon, dass wegen Nr. 1 eh niemand im Wasser ist, da zu kühl…)
Was nun? Erst mal ins Touristenbüro, dann können wir abklären, welches Boot uns morgen früh in einer der Calanques absetzen könnte, damit Gerdi endlich zu seinen ersehnten Kletterfelsen und ich zu meiner steinigen, schnorcheltauglichen Bucht komme. Im Touristenbüro die nächste Enttäuschung: Bis 14.09. setzen die Boote grundsätzlich keine Touristen in den Buchten ab, anscheinend wäre das für das Weltnaturerbe „Calanques“ zu viel des Guten. Also bleibt nur hinwandern. Aber auch das ist zumindest heute nicht möglich, wegen des starken Mistrals sind die gesamten Calanques gesperrt. Morgen könnten wir aber eventuell „Glück“ haben, und die Warnstufe wird auf „gelb“ herabgestuft, was dann bedeutet, dass die Calanques von 6:00 Uhr bis 11:00 Uhr betreten werden dürften. Hurra. Und dafür drei Stunden Wanderung? Wir sind gelinde gesagt ernüchtert und beschließen, die Bootsfahrt dann gleich heute zu machen – wenn morgen das Wetter nicht deutlich windstiller ist, brechen wir unsere Zelte frühzeitig ab und suchen uns noch einen netten Campingplatz am Meer.
Immerhin die Bootsfahrt ist dann schön: Eine dreiviertel Stunde geht es in die türkisgrün schimmernden Buchten mit glasklarem Wasser, draußen auf dem Meer hat es wegen des Mistrals ordentlich Wellengang, so dass auch das spaßig ist. Danach gibt es noch ein Eis, bzw. einen Crepe vom langsamsten Crepe-Zubereiter der Welt (ich hätte nie gedacht, dass ein Mensch in Zeitlupe arbeiten kann. Konstant.). Dann machen wir noch einen Abstecher in die Touristeninformation, wo uns der Status für die Calanques für morgen gegeben wird: Warnstufe gelb, Öffnung wirklich nur von 6:00 Uhr bis 11:00 Uhr. Damit steht fest: Wir fahren morgen ans Meer!
Dann geht es zurück zum Campingplatz. Eigentlich wollten wir mit dem Bus fahren, aber nach einer Weile steht fest: Der Bus fährt nur jede Stunde, und 40 Minuten an der Bushaltestelle mit Sophie warten ist keine Alternative, weshalb wir doch hoch laufen. Das geht schneller als gedacht, und nach einem Topf Nudeln und einer Runde Abendsport (der deprimierte Gerdi baut sich an einem Ast ein kleines Klettercenter, und Kilian macht eifrig „Abensport, wegen den Muskeln!“) geht es dann ins Bett.
Morgen fahren wir über die Route des Crêtes, eine kurvenreiche Panoramastraße, die an Frankreichs höchster Klippe vorbei führt, nach Bormes les Mimosas, zu „einem von Europas schönsten Campingplätzen“, laut Eigenwerbung, Reiseführer und vor allem auch Wohnmobilführer.
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Tag 16 – Cassis – Bormes les Mimosas
Wenn der Wurm drin ist...
Früh stehen wir auf – wir wollen weg und so schnell wie möglich ans Meer. Doch Cassis scheint uns nicht zu lieben: Auf der Route des Crêtes stehen wir 500 Meter nach Beginn an einem heruntergelassenen Schlagbaum: Geschlossen wegen zu starkem Mistrals. Und auch die Weingüter, die den Cassis, einen sehr guten Weißwein verkaufen, machen am Sonntag den Touristenscharen aus Marseille zum Trotz, ihre Weinlager nicht auf. Also gut. Das war dann wohl mal eine absolute Nullrunde. Da hilft nichts außer Abhaken und uns anderen Gefilden zuwenden.
Also geht es auf schnellstem Weg nach Bormes les Mimosas, zum Camp du Domaine. Und der Campingplatz ist wirklich toll. Die Parzellen sind riesig, neben ausreichend Stellplatz ist auf jeder Parzelle noch ein kleiner überdachter Freisitz vorhanden, der ganze Campingplatz liegt terrassiert in einem Pinienwald direkt am Meer und wir haben von unserer „Terrasse“ aus einen schönen Blick aufs Meer. Die Spiel- und Sportplätze sowie die WC-Anlagen sind topp in Ordnung und wir freuen uns aufs Baden, was wir dann auch ausgiebig und lange tun. Von Mistral keine Spur mehr, es ist heiß und der Himmel strahlend blau, das Meer türkis. So haben wir uns das vorgestellt!
Und weils so schön ist, beschließen wir, noch einen Tag dranzuhängen und morgen mal wieder einen faulen Badetag einzulegen. Leider müssen wir unseren Platz räumen und zwei Reihen weiter Berg-aufwärts ziehen. Aber auch von hier aus sieht man das Meer noch, und der Umzug dauert ja auch nicht ewig…
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Tag 17 – Bormes les Mimosas
Badetag!
Es weckt uns wieder strahlend blauer Himmel, und es ist so warm, dass wir bereits beim frühstück zu schwitzen beginnen. Der Vormittag vergeht gemütlich mit Frühstücken, ratschen mit den Nachbarn aus Dresden, unserem Umzug und dann wasche ich leider doch noch eine Maschine Wäsche. Fast hätten wir es mit einmal waschen durch den Urlaub geschafft… aber nur fast.
Am Nachmittag sind wir wieder am Meer, diesmal auf der anderen Seite des durch eine Mole getrennten Strandes. Hier ist das Meer etwas felsiger, und Kilian schnorchelt und schnorchelt. Unterbrochen wir die Baderei, Sandspielerei und Leserei eigentlich nur durch Gerdis Ausflug mit den Wasserski. Der Rest der Familie darf in dem kleinen Speedboot mitfahren, und so haben wir alle eine vergnügliche Viertelstunde.
Am Abend gibt es Pizza, und morgen früh geht es dann weiter zu unserer letzten Station: Der Verdonschlucht!
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Tag 18 – Bormes les Mimosas – Aiguines /Lac du Sainte Croix (Verdon)
Wie gesagt: Wenn der Wurm drin ist...
Ein weiterer Sonnentag erlaubt uns nochmal ein Frühstück in der bereits angenehm warmen Morgensonne, bevor es losgeht Richtung Norden. Wir verabschieden uns vom Meer und wollen uns Europas größte Schlucht ansehen. Auf dem Weg dahin muss allerdings noch eingekauft werden. Wir umkreisen das eigentlich direkt an der Schnellstraße gelegene Einkaufszentrum zweimal konzentrisch, ehe wir die Zufahrt zum Parkplatz finden, und benötigen dann doch wieder eine knappe Stunde, ob der Riesigkeit der französischen Malls.
Dann aber geht es weiter Richtung Landesinneres. Da uns beide Navis über äußerst schmale Dorfstraßen leiten wollen, müssen wir einmal mehr nach Michelin-Karte fahren, wobei auch diese uns diesmal fast im Stich lässt: Gott sei Dank haben wir das Schild „Breitenbegrenzung 2,00m IN 29 km“ entdeckt und können so die Ausweichroute nehmen.
Heute ist es irgendwie anstrengend. Die Kinder quengeln, Kilian wird wegen der kurvenreichen Strecke übel (Gott sei Dank muss er nicht spucken), ich bekomme Migräne und Gerdi ist auch erschöpft, als wir endlich in Aiguines am Lac du Sainte Croix ankommen.
Aiguines liegt der Mündung des Verdons in den Stausee am nächsten, und wir wollen hier am Camping Municipal noch zwei Nächte verbringen, um morgen mit einem Leihboot in die Schlucht hinein zu fahren. Der Campingplatz entpuppt sich als typischer Municipal Platz: Äußerst einfach ausgestattet – zum Glück hat man wenigstens die WC-Gebäude (Gebäude? Verschlag? Der Übergang ist fließend…) neu gefliest, so dass das Betreten jetzt nicht ganz unmöglich ist – wenn man nicht zur Decke hochschaut und den Gedanken, diese ganzen Insekten könnten auf einen runterfallen, vertreibt, dann geht’s. Dann ist das Klettergebiet, das eigentlich „direkt hinter dem Campingplatz“ liegen sollte und auch Kinderwände hat, eine kleine Denkalmwanderung vom Campingplatz entfernt und liegt steil am Berg, so dass ich auch keinen Elan habe, erst Sophie nebst Zubehör hochzuschleppen und dann Sophie nebst Zubehör daran zu hindern, den Abhang flugs wieder runterzurutschen.
Wie gesagt, heute ist der Wurm drin irgendwie.
Da es heute außerdem ziemlich bewölkt ist hier lassen wir das Baden auch sein und erkunden nur noch die Gegend – und vor allem die Leihboot-Möglichkeiten. Eigentlich gibt es hier alles vom Treetboot über ein Kanu hin zu Elektrobooten. Diese stellen zwar die unsportlichste Variante dar, aber wir entscheiden uns im Endeffekt dann doch dafür: Die Boote sind tiefer und so kann Sophie auch mal aufstehen und ein bisschen hin und her gehen, während im Treetboot effektiv wohl nur einer von uns hätte treten können, der andere müsste Sophie fixieren. :-(
Naja, morgen soll die Sonne scheinen und Bootfahren in die Schlucht – darauf freuen wir uns alle. Sophie, weil sie „Boote! Boote! Meine Boote!“ eh liebt, Kilian, weil er das Elektroboot lenken darf, ich, weil Schlucht auf dem Wasser erleben immer schön ist und Gerdi, weil er vom Boot aus einige Wände der Schlucht erbouldern will.
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Tag 19 – Gorges du Verdon
Boote, Boote, Boote!
Die Sonne weckt uns, und nach einem gemütlichen Frühstück machen wir uns langsam auf Richtung Seeufer um uns ein Elektroboot zu leihen. Wir haben keine Eile und packen in Ruhe zusammen – und lassen der Sonne so noch ein wenig Zeit, ihre Strahlkraft zu erhöhen.
Am Bootsanleger angekommen müssen wir aber erst mal warten – es sind wirklich gerade alle Boote auf dem See / dem Fluss unterwegs. 20 Minuten später kommt aber dann „unser Boot“. Und die nächste Ernüchterung: Kilian darf nur auf dem See steuern, nicht in der Schlucht, und mit einem Elektroboot ist das Anlanden bzw. Anfahren der Felswände in der Schlucht außerdem auch verboten. Hurra. Läuft ja alles nach Plan. Aber gut, mal schauen. Der Canyon ist nicht videoüberwacht und mal sehen, wie eng die anderen Bootsfahrer diese Regeln so nehmen. Wir fahren in Richtung Schluchteingang – und sind nicht allein. Trotz Nachsaison tummeln sich hier allerlei Wasserfahrzeuge, man muss wirklich aufpassen, dass man nicht mit einem anderen Boot kollidiert – für Kilian wäre das (erlaubt oder nicht) zu schwer gewesen. Dann halten sich auch noch alle an das Verbot, die Schluchtenwände anzufahren. Blöd. Also auch nichts mit klettern. Wir entschließen, am Nachmittag nochmal zum Baden an den See zu kommen und dann kann Gerdi in der Nähe der den Schluchteingang überspannenden Verdonbrücke noch ein wenig herumkraxeln, während ich mit den Kindern schwimme.
So wird’s gemacht, und nach einer schönen Bootsfahrt durch den Canyon und über einen Teil des Sees kehren wir zum Campingplatz zurück um erst einmal Mittagspause zu machen.
Am Nachmittag schwimme ich mit den Kindern im See, Kilian und Sophie bauen Steinburgen und Kilian spielt mit einem Baumstamm am / im Wasser, während Gerdi beim Klettern nur FAST von einer an ihm vorbei abstürzenden Schlange angegriffen wird. (Er war heute Mittag etwas genervt, als ich meine Sonnenbrille im Wohnmobil vergessen hatte, aber ICH glaube, die paar Sekunden Zeitverlust haben ihm das LEBEN gerettet, denn sonst wäre ihm die – nach seinen Aussagen sicher giftige – Schlange 100%ig auf den Kopf geknallt…)
Am Abend färbt der Sonnenuntergang den Himmel und den See nochmal in den schönsten Farben, und so haben wir den Urlaub mit einem tollen letzten Tag ausklingen lassen.
Morgen geht es heimwärts, wir hoffen, bis in die Schweiz an den Genfer See zu kommen (aber das wollten wir ja auch schon bei der Hinfahrt… haha).
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Tag 20 - Aiguines - Lausanne
Au revoir
Früh klingelt heute der Wecker - wir wollen zeitig los, denn das ambitionierte Ziel lautet: Genfer See!
Nach einem kurzen Frühstück starten wir also auch gen Norden, immer dem Verdon flussaufwärts folgend. Das ist sehr schön, kostet aber natürlich ob der Enge und Steigung der Straße Zeit. Noch mehr Zeit kostet die sich zwingend aus dieser Routenwahl ergebende weitere Strecke: die französischen Alpen sind spärlich erschlossen, und bis kurz vor Grenoble fahren wir auf kleinen, kurvigen Nationalstraßen und kommen nur langsam voran. Für die 200 km bis Grenoble brauchen wir (einschließlich einer Stunde Mittagspause) sechs Stunden. Das kann ja noch heiter werden... Ab Grenoble geht es dann aber auf der Autobahn zügig gen Norden - und wir haben die beiden geduldigsten Kinder der Welt hinten im Wohnmobil sitzen. Wir kommen erst um 20:00 Uhr in Lausanne an, und die beiden haben (fast) komplett ohne meckern und Murren den ganzen Tag im Auto sitzend verbracht und sich gegenseitig unterhalten.
Trotzdem sind wir natürlich alle erledigt, und nach einer kurzen Brotzeit geht es ins Bett.
Morgen sinds nochmal ca. 500 km bis München und dann ist auch dieser Urlaub vorbei. Schön wars wieder in Frankreich. Sonne, Meer, tolle Schluchten, interessante Städte, Südfrankreich war die Reise wert!
(Und das schöne Wetter bringen wir euch übrigens mit, haben wir hinten am Radlständer festgebunden...)
;-)
Danke fürs Mitlesen und die vielen Einträge im Gästebuch - haben uns sehr gefreut! (Wie auch letztes Jahr können wir seltsamerweise keine Einträge dort verfassen, aber natürlich sehen!)
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