Papa, ich vermisse dich so sehr
Ich sahs vor dem Pc. Alles schien normal zu sein, so wie jeden Tag eben. Er kam nochmal zu mir, hat mich gefragt wo das Packetband ist. Wie jedes mal war ich genervt und sagte in einem unerträglichen Ton „Ich weiß es nicht!“. Ein paar Minuten vergingen. Plötzlich hörte ich einen Knall. Kurz darauf ein Geräusch, das sich anhörte als würde jemand laut schnarchen. Ich dachte mir nichts dabei. „Das war bestimmt nur eine Kiste vom Dachboden.“ Mein Bruder war jedoch leicht irritiert und ging ins Treppenhaus, wo er anfing zu schreien. Ich hatte ihn noch nie so schreien gehört. Sofort rannte ich auch ins Treppenhaus. Dort sah ich ihn liegen. Meine Mutter kam von oben. Von da an hat alles so lange gedauert. Wir sollten den Notarzt rufen, doch das hat Mama dann doch selber gemacht. Ich habe immer wieder geschrien: „ Papa, ich brauch dich doch. Bitte lieber Gott.“ Ich wusste nicht was ich tun sollte. Nach dem Notarzt rief meine Mum meine Tante an, die Krankenschwester ist. Sie erkundigte sich schnell nach der Herz-Lungen-Massage und fing dann sofort damit an. Ich wusste er hat noch gelebt. Er wollte nicht aufgeben. Ich konnte nicht zusehen wie meine Mutter versuchte ihn zu retten. Ich rannte raus, wo ich auf den Krankenwagen, den Hubschrauber und das alles wartete. Ich wusste, dass Papa stark ist, dass er uns nicht alleine lassen will. Nach ewig langer Zeit kam der Ersthelfer. Ich zeigte ihm wo er hin müsse, blieb selber aber draußen. Danach kam der Hubschrauber. Er war so laut und es war so windig. Ich saß im Gras und habe gebetet. Zu den Leuten aus dem Hubschrauber sagte ich nur, dass sie hochlaufen müssen. Kurze Zeit später ging ich auch hoch. Ich wollte ihn sehen, bei ihm sein, ihm Kraft geben. Meine Tante kam und sagte zu uns wir sollen ins Wohnzimmer gehen. Es waren so viele Menschen in unserem Treppenhaus. Als meine Tante ins Wohnzimmer kam hoffte ich so sehr, dass sie gute Nachrichten hat. Doch statt: „ Er ist stabil und wird jetzt ins Krankenhaus gebracht.“ Sagte sie: „Die Ärzte haben alles versucht aber …“ Mehr musste sie nicht sagen. Mir wurde der Boden unter den Füßen weggezogen. Ich wollte es nicht wahr haben. Ich habe doch so gebetet. Es war mittlerweile ein Kriseninterventionsteam da. Sie sollte uns unterstützen und uns bei stehen. Dann kam die Polizei, weil die Todesursache unklar war. Irgendwann kam ein Pfarrer um mit uns ein paar Gebete für meinen Papa zu sprechen. Alle Geschwister von meinem Papa waren da. Ich hatte so angst. Ich wusste nicht wie es weitergehen sollte. Er lag immer noch im Treppenhaus und wir sollten uns langsam von ihm verabschieden. Ich konnte es nicht. Ich wollte es nicht. Er lag einfach nur da. Irgendwann kam der Leichenwagen. Mama wurde nach einem Bettlaken gefragt, damit sie ihn runtertragen konnten. Wir sollten nicht sehen wie er runtergetragen wurde, da wir schon genug gesehen haben. Wir gingen alle auf den kleinen Balkon. Der Wagen fuhr weg. Mama brach zusammen weil er weg war. Ich habe sehr lang gebraucht bis ich es verarbeitet habe. Ich vermisse ihn jeden Tag ein bisschen mehr.