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JA ! Ich tue es...

Es ist schwer für andere, so etwas zu verstehen.
Und glaubt mir, ich habe schon genug dumme Sprüche einkasiert.
Und es gibt ein Wort, das ich am meisten hasse:
"Emo"
Ich weis nicht was Leute sich dabei denken.
Und ich verstehe nicht wieso man das immer wieder in verbindung mit diesen Leuten bringt.
Deshalb erst mal ein paar Klarstellungen:
- Ich bin kein Emo, ich bin Punk.
- Selbstverletzung hat nichts mit Emos zu tun.
- Emo ist eine Musikrichtung und ein Style.
- SVV ist eine ernstzunehmende psychische Krankheit.
- Es ist nicht lustig.
- Es ist eine Sucht !
Kapiert das endlich alle!

1. Meine Geschichte...

Ich kann nicht genau sagen, warum ich damit angefangen habe...Ich kann mir die frage "warum" selbst nicht beantworten. Deshalb ist es so schwirig, es anderen zu erklären. Was so in meinem leben passiert ist?
- Meine Eltern haben sich 2007 getrennt.
- Meine Mom war danach stark Suizid gefährdet.
- Meine damals beste Freundin war Essgestört.
- Mein Ex-Freund verletzt sich auch selbst. Durch ihn kam ich ja mehr oder weniger darauf. Er hat mir von seinen Selbstmordversuchen und gedanken erzählt, bis ich selbst krank wurde. Kam mir einfach total hilflos vor.
- Meine jetzige beste Freundin ist ebenfalls stark suizid gefährdet und verletzt sicht selbst. Wieder diese Hilflosigkeit...

Irgendwie wurde ich in meinem leben zu oft mit dem Thema "Selbstmord" konfrontiert bis ich krank wurde...

2.

... Mittlerweile verletzte ich mich seit einen Jahr selbst. Meist schneiden mit der Klinge. Manchmal verbrenne ich mich mit der Zigarette, die ich an meinem Handgelenk ausdrücke. Und in Situationen wo das alles gerade nicht geht (z.B. Schule) beiße ich mich oder kaue mir (oft auch unbewusst) so lange auf der Lippe rum, bis ich blute! Natürlich macht das alles keinen Spaß und ich habe mir oft genug vorgenommen damiot aufzuhören. Aber es ist eine Sucht! man kommt einfach nicht mehr davon los. Der Körper sehnt sich nach befreiung. Es ist wie mit dem rauchen. Der Körper weis es ist gut und du brauchst das ab und zu, so brauche ich das SV eben. Auf jeden Fall, musste ich so gegen Mai ins Krankenhaus (nichts schlimmes). Und der Arzt wollte mir Blut nehmen und eine Infusion legen. Da waren die Narben auch nicht mehr lange zu verstecken. Meine Mom und meine ältere Schwester standen genau nebendran. So haben sie es das erste mal gesehen. Ich habe ihnen aber gesagt, das das alles schon lange vorbei ist und ich es aktuell wirklich nicht mehr tue....

3.

...reine Lügen natürlich. Aber nachdem ich wusste, dass meine Mom selbst mal Suizid gefährdet war, wollte ich ihr das alles einfach nicht antun. Um die selbe Zeit rum hat sich mein damaliger Freund dann auch von mir getrennt mit der begründung "Ich komme nicht damit klar das du das machst". somit habe ich dadurch viele Freunde verloren, die sich das auch nicht mehr länger anschauen wollten. Es war hart, genau in solchen Zeiten aufeinmal im Stich gelassen zu werden. Doch ich wusste das ich selbst dran Schuld bin! Wie ich mir das immer einrede. Egal in welcher Situation, ich finde immer eine Möglichkeit, um die Schuld bei mir zu finden. Und dafür muss ich mich dann eben bestrafen. Für außenstehende klingt das alles wohl ziemlich bescheuert. Aber es ist die Realität. Das hängt alles mit den Depressionen zusammen, die mir andere Leute einreden, das ich sie habe. Nun wo meine Mom alles wusste, schickte sie mich zum Psychologin, obwohl sie ja der Meinung war, ich hätte aufgehört. Bei der Psychologin war ich einmal und nie wieder. Ich kam mit der einfach nicht klar, und so suchte meine Mom eine neue. Bei der bin ich jetzt ca seit Oktober. Und mit ihr komme ich auch viel besser klar...

4.

...Doch dann das unerwartete. Eines Tages lies ich mein Tagebuch zu Hause liegen als ich in der Schule war. Normalerweise habe ich es IMMER dabei. Ich hatte schon die Vermutung das meine Mom es lesen würde. Aber irgendwie war ich auch der Meinung das sie das sicher nicht tun würde.. das wäre ziemlich krass. Ein eindeutiger Vertrauensbruch. Doch als mein Vater mich schließlich von der Schule abholte und zu mir sagte "Ich geh noch mit zu euch. Deine Mom und ich müssen mit dir mal reden.." war mir schon alles klar. Sie hat es gelesen. Meine Welt brach zusammen. Nie im Leben wollte ich das meine Mom das alles erfährt was da drin stand. Noch dazu das es wirklich ALLES war... Hätte ich es ihr von mir aus erzählt, hätte sie es wohl ein wenig sanfter erfahren. Das was sie lesen musste, war für eine Mutter doch sehr krass. Nun wusste meine ganze Familie, das ich mich immer noch selbst verletze, das ich Selbtmordgedanken und Versuche hinter mir habe und das ich eigentlch überhaupt nicht mehr kann und die Schule mich total fertig macht...

5.

...Ich fühlte mich erwischt und verraten ! Als wäre diese Schutzmauer, die ich um mich herraum aufgestellt hatte, mit einem Mal zerbrochen. Ich wusste auch nicht wirklich was sie jetzt vor hatten. Ich bin seit Oktober bei der Psychologin und habe mich gefragt was sie denn noch wollen? Und dann der Schock. Ich sollte in eine Klinik. In eine Psychatrie!!! Mit meiner Psychologin hatten sie schon gesprochen. Das Vorstellungsgespräch in der Klinik stand auch fest. Ich bin da hin, eine Therapeutin hat mit mir ein Gespräch geführt. Ca eine halbe Stunde lang ging das. Nun bin ich auf einer Art "Warteliste"...! Es wird Januar oder Februar bis ein Platz für mich frei ist... Meine Angst ist groß, aber ich habe noch ein wenig Hoffnung, dass jetzt alles besser wird und mir geholfen wird!


Mein Tagebuch...!

Selbstgeschrieben

Jeden verdammten Tag ziehe ich eine Maske auf,
die mich so aussehen lässt als wäre ich glücklich.
Jede verdammten Tag verstecke ich meine Narben unter meinen Klamotten,
in der Hoffnung niemand würde sie sehen.
Bilder aus meinem Leben laufen täglich an mir vorbei.
Gerner würde ich morgens aufwachen
und mein ganzes Leben noch mal von vorne beginnen.
Alles vergessen, was einmal war!
Jedes Mal habe ich mir geschworen es nicht mehr zu tun.
Die Narben an meinem Körper ruhen zu lassen, und damit aufzuhören.
Doch jedes mal laufen die roten Tränen wieder von meinem Arm.

Oft habe ich mit Freunden darüber geredet,
aber nie ist alles ans Licht gekommen.
Selber stelle ich mir so oft die Frage "warum?"
Doch ich kann sie nicht beantworten.
Ich verstehe selbst nicht was ich da tue.
Warum sollten es dann andere verstehen?

Es gibt so viele Menschen die denken sie würden mich kennen,
doch in wirklichkeit wissen sie gar nichts!
Nur ich kenn mein Leben, und die Geschichte dazu,
die meine roten Narben mir erzählen.

Selbstgeschrieben

Wer bin ich?

Ich verdränge Tag für Tag.
Am besten nie daran denken,
am besten nie weinen.
Immer stark sein.
Ziehe jeden Tag eine Maske auf,
ich weis nicht mehr wer ich bin.

Ein Bild, ein Lied, ein Moment
und die Vergangenheit holt mich ein.
Ich fühle wie damals,
sehe all die Bilder
und es passiert wieder...

...muss ein teil von mir töten,
um lebendig zu sein.

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