Die ersten Eindrücke
Hallo Deutschland !
Endlich habe ich einmal Zeit ein wenig zu erzählen und meine ersten Eindrücke zu schildern.
Doch nun erstmal von Anfang an:
Nach bangem Warten auf mein vorletztes Ergebnis meiner Prüfung ( Bestanden 2,0 ! ), ging es dann am 29. März 2008 morgens um 5 ab nach Hamburg, wo mich gleich eine Überraschung erwartete:
Die British Airways hatte irgendwelche logistischen Probleme und daher wurde mein Flug nach London erstmal um eine Stunde verschoben...In London angekommen, ging es dann aber zügig weiter über Hong Kong und schließlich nach Bali!
So kam ich dann wohl erhalten am 30. März um 15 Uhr Ortszeit auf Bali in der Hauptstadt Denpasar an.
Wer schon mal in Afrika war, dem werden hier sofort einige Parallelen auffallen. Kaum hatte ich mein Gepäck gesichtet und ansatzweise versucht es zu greifen, kam ein Kofferträger und riss es mir weg. Er trug es mir dann circa 10 Meter bis zum Zoll, stellte es ab und verlangte natürlich Geld. Die Dollarnote nahm er nur ungern an, da viele Neuankömmlinge aus Versehen viel zu viel geben, weil sie die einheimische Währung noch nicht draufhaben.
Als ich durch den Ausgang ging, wurde ich sofort von bekannten Gesichtern begrüßt:
Meine Kommilitonen aus Flensburg ( Ulf, Yavuz und John ) warteten dort und nahmen sofort mein Gepäck ( diesmal kostenlos...) und es ging ins " Hotel ". Naja für schlappe 6 € pro Nacht kann man natürlich auch nicht so viel erwarten. Das das Hotel eher auf Billigtouristen ausgerichtet war, spiegelte sich vor allem in der nicht vorhandenen Hygiene auf den Zimmern und der absoluten Unfreundlichkeit des Personals wider.
Der Ort selbst hieß Kuta und ist die Touristenhochburg und der Partyort auf Bali .( Hier waren auch 2002 die Anschläge in den Diskotheken. )
Man wird alle 2 Sekunden von den Straßenhändlern, Shopbesitzern und sogar den Taxifahrern angesprochen:
" Very cheap prize", "You need transport?" und sogar " Haschisch, young Girls?" , echt heftig. Ich hab dann erst mal alles ausprobiert.
Kleiner Witz. Vor allem, wenn man bedenkt, dass hier noch die Todesstrafe(!) auf Drogenbesitz und Konsum steht...
Am Montag ging es dann zur Uni, aber das hatte ich ja schon mal erzählt.
Nach der Uni hieß es dann meistens Makler anrufen, wenn nicht schon getan und auf Häuserschau.
Das war leider nicht so einfach, weil die angeblichen Makler hier nicht so direkt vergleichbar sind mit denen in Deutschland.
Hier auf Bali heißt das: Anrufen und Termin ausmachen. Wenn man aber sagt 15 Uhr kann das auch 16:30 werden oder man wird um 15 Uhr angerufen: Sorry I´m sick, maybe tomorrow?
Wenn es dann wirklich auf Besichtigung geht, dann schaut man sich vielleicht ein Haus an, was oft dann nicht aufgrund der Sprachprobleme den Bedürfnissen entsprach oder extrem teuer war. Aber dann meinte der Makler nur:
"5000 $ per month isn´t expensive, just call your parents they´ll give you money! "
Nach nun 2 Wochen nerviger Besichtigungen hat das Suchen endlich ein Ende.
Gestern sind meine Mitstudenten und ich endlich fündig geworden. Wir haben ein wahnsinnig tolles Haus gefunden, was zwar budgettechnisch etwas teurer geworden ist, aber in Relation zu den anderen Häusern günstig. Seit diesem Semester haben die Vermieter
die Villapreise angehoben, für die selbe Villa zahlt man jetzt ca. 50% mehr. Aber bei 160 Austauschstudenten ist die Nachfrage natürlich auch dementsprechend hoch, dann kommen natürlich auch noch die normalen Touristen hinzu.
Der Unialltag ist hier relativ geordnet. Es gibt einen festen Stundenplan, mit witzigerweise mehreren Professoren für ein Fach.
Momentan müssen wir fast alle 3 Tage neue Casestudies abliefern, demnächst sind noch ein paar Präsentationen dran.
Sooooo chillig ist es dann doch nicht, ich glaub, ich hab noch nie so früh im Semester was getan...
Aber Uni ist ja nur von Montag bis Mittwoch, Donnerstags ist immer Excursion Day.
Unser erster Ausflug ging nach Tulamben zu einem Tauchschnupperkurs. Ich hatte mir vom Tauchen immer sehr viel versprochen, allerdings muss ich sagen, dass die Faszination nicht direkt auf mich übergesprungen ist. Aber wann kommt man sonst mal zum Tauchen?
Ich glaube jedoch, dass ich es auf jeden Fall noch mal ausprobieren werde...Die Tauchschule wurde von Schweizern und Österreichern geleitet, ich fühlte mich deshalb relativ sicher unter Wasser.
Der Zweite Ausflug führte in eine Kautschukfabrik mit anschließendem einheimischen Essen. Auch der Ausflug war wieder toll, vor allem, weil wir durch den Dschungel zu den Kautschukbäumen gewandert sind und anschließend zu dem besagten Essen auf abenteuerliche Weise auf großen Transportern gebracht wurden.
Zum surfen bin ich leider noch nicht gekommen, ich war noch nicht mal am Strand.
Da ich jetzt aber eine feste Bleibe habe, steht dem nichts mehr entgegen.