Viel Spaß bei: , Irrweg der Liebe - zum Glück'
Wieder war Ben auf der Zielgeraden, und wieder einmal, war er skeptisch wie seine Frau auf seine Verspätung reagieren würde, aber das Schlimmste war, wie sollte er ihr erklären, dass er gekündigt wurde, geschweige denn, dass er sie nicht mehr liebte. Jes, wie er sie in der Zeit liebevoll nannte, wo sie noch glücklich waren, war eine sehr aufdringliche, gereizte Frau, genau wie ihre Mutter, die jede Verspätung mit einer riesen Diskussion verband.
Als er die letzten Stufen zur Eingangstür vollzog, merkte er, dass Jessica bereits im Flur stand und ihn erwartete.
‚Wo warst du, verdammt? ‘ ‚ Euuuh, ich war bei einem Kollegen, mit dem ich noch die ein oder andere Sache bereden musste‘ ‚Ich habe mir Sorgen gemacht, und du weißt ganz genau, wie ich dann durchdrehe, du hättest mir Bescheid sagen können. Wofür besitzt du denn bitteschön ein 300 Euro teures Handy, Schatz? ‘ Ihre Tonart wurde liebevoller, dennoch ging Ben kopfgesenkt in die kleine Küche. Sie war überhaupt nicht farbefroh und verspürte keine Liebe. Die Wände waren grau und die Küchentheken grau mit dunkelblauer Arbeitsfläche, in die Ecke war ein kleiner Esstisch mit drei Stühlen gequetscht worden. ‚Beeeeeeen, ich muss noch was mit dir bereden.‘ , rief Jessica mal wieder. Doch Ben wandte ab ‚ Ich möchte jetzt erst Essen.‘ ‚Naja, Ok. Ich schaue mal nach Jona‘
Jona war ihr gemeinsamer Sohn, der mittlerweile 5 Jahre alt war, und mittlerweile das letzte Jahr den Kindergarten besuchte. Ben liebte Jona, er war sein Ein und Alles. Gedankenverloren saß er nun in der Küche, und war sich ungewiss, was er tun sollte. Er wusste, er musste hier raus, neu anfangen mit Jolina, die er im Urlaub mit seinem besten Freund kennenlernte.
Ben war zwei Wochen mit Paul in den Urlaub auf die Malediven geflogen, wo sie die beiden Frauen Jolina und Birgit kennenlernten, sofort war klar, dass Paul sich in Birgit verguckt hatte.
Paul hatte auch nichts zu verbergen, denn er hatte sich vor 7 Wochen von seiner Romy getrennt nach 5 Jahren Beziehung. Ben landete einen Abend, als es spät wurde mit Jolina im Bett und wusste genau, dass er diese Frau einfach liebte. Dieser Urlaub war jetzt 5 Wochen her. Paul war mittlerweile mit Birgit zusammen , die am kommenden Wochenende, zu ihm ziehen würde, denn sie wohnt genau wie Jolina 100 km weiter weg. Paul hatte Ben gefragt, ob er mithelfen könnte , die Sachen von Birgit rüberzubringen. Er erklärte sich bereit, denn darin sah er die Chance Jolina wiederzusehen.
Ben bekannte sich wieder der Wirklichkeit und schon kam Jessica wieder: Ich hab mir überlegt, dass ich noch ein zweites Kind möchte.‘
‚WAS?‘ Ben staunte und Jessica sah in erschrocken an: Was ist denn so abwegig daran, Jona kann doch kein Einzelkind bleiben, dass ist nicht gut, habe ich gelesen.‘
‚Er wird auch kein Einzelkind bleiben‘ und Ben grinste.
‚Was soll das denn heißen?‘ ‚Nichts, ich rede später mit dir, ich gehe jetzt mal zu Jona‘ Er verließ die Küche und stapfte die Treppe hinauf und hört bereits wie eifrig Jona, sein Sonnenschein, mit den Legos spielte. Jona begrüßte seinen Vater mit einem Schmatzer und war wie gewohnt überglücklich ihn zu sehen.‘Hallo Papa, endlich bist du wieder da!‘ ‚Ja, du hast recht, heute habe ich sehr lange gearbeitet, mein kleiner Schatz‘ ‚Schau hier, Mama hat mir heute neue Lego gekauft, super oder?‘ ‚Ja, das ist es. Du, ich werde mich jetzt mal umziehen. Ich bin ganz schön erschöpft.‘ ‚Ja, ok‘ Immernoch gedankenverloren trat er in das relativ große Badezimmer ein und entkleidete sich.
‚Wie soll ich ihr beibringen, dass ich sie nicht mehr liebe und vorallem, dass ich sie hintergangen bin?‘ Diese Frage schwebte ihm jeder Zeit druch den Kopf. Und jetzt, da er sich seine Jogginghose und ein T-shirt oberzog, überkam ihm der Entschluss dem ganzen hier und jetzt ein Ende zu setzten. Nun endlich wollte er hier raus, aus dem alltäglichen Trott und frei sein mit Jolina. Jolina. Jolina, dass war es, was er wollte. Schnell wusch er noch sein Gesicht und kämte seine Haare einmal durch und machte dann Jona auch zu Bett, um ihn vor der bevorstehenden Situation zu bewahren. ‚Jona, los komm schnell her!‘ ‚Was ist denn los, Papi?‘ ‚Wir putzen jetzt schnell deine Zähne und dann ziehst du dich um, ok?‘ ‚Ja, ich bin ja schon ehe müde genug‘ ‚Na,siehst du!‘
Fertig umgezogen und gewaschen, gab er dem kleinen einen Gute-Nacht-Kuss und schloss die Tür hinter sich.‘Schlaf gut‘ war das Letzte, was er sagte. Ben lief nun festentschlossen die Treppe hinunter und wurde im Wohnzimmer bereits mit einem Tee von Jessica empfangen. ‚Hier, den habe ich für dich gemacht. Lass ihn dir schmecken.‘ ‚Ja, dankesehr. Jessica…‘ ‚Jaja, ich weiss wir haben etwas zu besprechen, also du willst doch ein Kind?‘ ‚Jessica..‘ und wieder unterbrach Jessica ihn: Wieso denn nicht?‘ sprach sie mit enttäuschter Stimme. ‚ Es gibt etwas anderes, was nun Vorrang hat. Es sind 3 Dinge und ich fange jetzt an..‘ Etwas überkam ihn, sodass er stockte. Vielleicht war es doch die Angst, sie verlassen zu müssen, dennoch dachte er an Jolina. ‚Ich habe meinen Job verloren. Mein Chef hat gesagt, es sei anders niht möglich für die Firma, sie haben einfach keine Wahl mehr.‘ Jessica saß da, vor Schock kaum ansprechbar, langsam schloss sich ihr Mund wieder. Und sprach mit Fassung: ‚Ok, das ist schockierend, aber solange wir uns haben, schaffen wir das Alles.‘ Bei dem ‘uns‘ schauderte Ben gewaltig. Sollte er diesen Schritt wirklich wagen und sie verlassen, sollte er es Jona zumuten, mit getrennten Eltern aufzuwachsen? Ja, denn es ging nicht anders. ‚Jessica, es gibt da aber noch eine andere Sache, die ich dir sagen muss.‘ Er schluckte und fuhr fort: ‚ Im Urlaub auf den Malediven habe ich eine Frau namens Jolina kennengelernt..‘ Sie unterbrach ihn und war nun völlig ausser Fassung: ‚Nein, Ben, soetwas hast du mir nicht angetan bitte sag, dass das ein Missverständnis ist.‘ Sie war den Tränen nahe, so enttäuscht von seinem Vetrauensbruch. ‚Es tut mir Leid, Jessica! Aber bitte höre mit zu. Ich habe mich in Jolina verliebt und bin fest entschlossen, dass es in Zukunft kein ‘uns‘ mehr gibt, Jessica. Es tut mir so Leid, aber ich liebe dich nichtmehr.‘ Ben fiel ein Stein vom Herzen, es endlich über sich gebracht zu haben. Jessica weinte. Vewirrt rieb Ben sich die Augen.. Hatte er richtig geschaut? Sie weinte, sie hatte noch nie geweint. Noch nie. Seit er sie kannte hatte Jessica niemals geweint, denn sie war eine starke Frau. Er hatte damit gerechnet, dass sie ihm an die Gurgel geht, aber niemals hatte er erwartet, dass sie weint. Und wie sie weinte. ‚Es tut mir Leid, Jessica. Aber ich kann nicht anders, ich kann nichtmehr.‘ Sie antwortete mit gesenkter Stimme: ‚Ja, es ist schon in Ordnung, ich schaffe das.‘ ‚ Nun geh! Bitte lass mich alleine.‘ ‚Das werde ich, sowie du es wünscht. Gute Nacht‘ Sie antwortete nicht. Ben war zutiefst berührt von Jessicas Gefühlsausbruch. Nie hatte er sie so gesehen, sie war immer stark gewesen, selbst am Grab ihres Vaters hatte sie nicht geweint. Ben war traurig. Trauriger denn je, obwohl er sie nichtmehr liebte, aber nach 8 Jahren Ehe hat man nunmal eine Beziehung zum Partner aufgebaut.. Mit einem mulmigen Gefühl schleppte er sich nach oben, in sein Bett. Um 6 uhr früh, stand er auf – nachdem er nur 3 Stunden schlief. Den ganzen Abend hat er sich dne Kopf zerbrochen, ob es das sei,was er wollte. Traurig, wirklich traurig ging Ben ins Bad, wusch sich sein Gesicht und schaute in den Spiegel. Er sah alt aus, faltig. Voller Schmerz. Dann packte er seine Sachen, ohne System kramte er alles in den Koffer, dazu brauchte er noch eine Reisetasche. Er schaute sich noch einmal um, ob er alles hatte und schrieb einen Zettel für Jessica:
Jessica, es tut mir wirklich leid. Ich werde für die nächste Zeit in ein Hotel ziehen. Danke, Jessica – für die tollen Jahre, die wir hatten. Und, gib Jona einen Kuss von mir. Falls du mich brauchst, ich bin trotzdem immer für dich da, du kannst auf mich zählen. Ben.
Er verlies das Haus, schaute sich nocheinmal um: War es das Richtige? Ich hoffe es. Ben wollte vorerst in ein Café in der Nähe gehen, und dort frühstücken. Die Kellnerin guckte genauso drein, wie Ben. Von allen Geistern verlassen. Wieso belastet ihn die Trennung so sehr? Das war es, was er wollte. Freiheit, mit Jolina neu anfangen. Aber irgendwie überkam ihm das Gefühl von Freiheit noch nicht, er hatte nicht damit gerechnet, dass Jessica so traurig sein würde.Niemals. Heute war Samstag, der Tag an dem Birgit rüberziehen würde, unzwar zu Paul. Jetzt freute er sich doch, auf den kommenden Tag, auf Jolina. Also stapfte er durch den Schnee, nicht ins Café sondern zu Paul. Angekommen, klingelte er und fand einen verschlafenen Paul vor. ‚Hääää? Du bist schon hier?‘, fragte er verwundert und äußerst durcheinander. ‚Es ist viertel nach 7?‘ ‚Ja, ich hielt es Zuhause einfach nicht mehr aus.‘ ‚ Ja nun, komm erstmal rein – was ist passiert?‘
Ben erklärte ihm die ganze Geschichte, vorallem wir traurig Jessica war.
Und sogar Paul war erschrocken, weil er immer nur Schlechtes über die Ehe von Ben und Jessica gehört hatte und war deshalb im Glauben, Jessica wäre überglücklich, dass Ben sie verlassen hat. Aber es gab kein Zurück, jetzt nicht mehr – dachte Ben. Paul trottete verschlafen in seine Küche und fing an Kaffee zu kochen. ‚Wie spät werde die beiden Ladies ankommen mit dem Umzugswagen?‘, fragte Ben, um die Stille zu unterbrechen. ‚ Ach, so gegen Mittag rum. Wir wollen uns ja nicht hetzen!‘ ‚ Es tut Mir echt Leid, dass ich dich aus dem Bett geworfen habe, aber es ging nicht anders – wirklich nicht.‘ ‚Jaja, ist ja schon gut, Alter.‘
Ben schaute sich um: Ihm fiel auf, wie schön Pauls Küche war. Die weißen Küchentresen mit Marmorplatten und vorallem die beiden riesigen Fenster, durch die das Tageslicht hereinstrahlte. Kombiniert mit dem dunkelbraunen Nussbaum-Tisch war die Küche perfekt. Er hatte die Küche noch nie so betrachtet, für ihn war es immer nur die Küche, in der die beiden besten Freunde nach einem gemeinsamen Trinkabend besoffen Spiegeleier gebraten haben.. Aber jetzt fiel ihm der Vergleich zu seiner Küche zuhause bei Jess auf, in dieser Küche steckte einfach mehr Liebe, auch in den Accessoiries, die hier überall vertreten waren –
Briefe von Birgit, Postkarten, dekorative Dinge, ein Lebkuchenherz, ein Talisman aus Mallorca.
Alles in Allem, passte es einfach. Die Küche zeigte Lebendigkeit und Freude..
Ben wurde klar, wieviel eine Küche über die Bewohner sagen konnte. Und ihm wurde einiges über seine Küche und sein damit verbundenes Familienleben.
Der Kaffee war fertig und für Ben war er ein wenig zu stark, obgleich das nicht sogar gut gewesen war, um nachher gesund gegenüber Jolina rüberzukommen. Sie sollte ja bloß nicht merken, wie gedämpft Ben ist, damit sie nicht direkt das Gefühl hat, er wollte sich garnicht von Jess für sie trennen. Paul saß da, und blickte nur verschlafen drein. Er sah nicht danach aus, sich auf die bevorstehenden langen Stunden vorzubereiten. Er war einfach müde, und genau deshalb sagte er auch: ‚ Du, Ben- ist es ein Problem wenn ich mich noch ein Stündchen schlafen lege. Gestern ist es spät geworden mit Torben und Jennie..‘ ‚Wie, die beiden waren hier – gestern?‘ ‚Ja, klar – ich wollte dir nicht Bescheid sagen, weil ich dachte, dass du mit Jess zutun hast, was du ja auch hattest.‘ ‚Jaja, schon klar, aber das Treffen mit den beiden hätte mir gestern echt gut getan..‘ ‚Oh, das tut mir Leid. Aber wir hatten einen schönen Abend soweit. Jennie ist endlich mit Ruven zusammen.‘ ‚Oh, das ist ja sehr schön.‘ Ben war es egal, und genau danach klang es auch. Jennie und Torben waren beste Freunde, sie verband alles – ihre Hobbies und auch ihre Characktereigenschaften, dennoch ist es ihnen nie gelungen ein Paar zu werden.Und genau deshalb stürzten sie sich immer wieder in die nächstbeste Beziehung, die sich ihnen eröffnet hatte, sowie Jennie jetzt mit Ruven zusammenkam, der der Schlimmste Schleimscheißer auf Erden war. Aufjedenfall waren Jennie und Torben gute Freunde von Ben und Paul. Oft unternahmen sie abends etwas zu viert: Spielten Spiele, gingen aus, schauten DVD’s oder sie redeten einfach bei einem Glas Wein. Insgesamt waren sie die besten Freunde, egal was war. Und schon stapfte Paul aus dem Raum und lies Ben allein da, in dieser Küche. ‚ Übrigens du kannst es dir auf der Couch bequem machen, die ist ganz neu.‘ Ben schaute sich im Wohnzimmer um, und es war genauso wie rüher – nur das Sofa war neu. Weißer Anstrich, eine Tv-Wand mit wie schon erahnt, einem Flachbildschirmfernseher. Paul konnte es sich einfach leisten, jeglichen Luxus. Er besaß nunmal eine eigene Redaktion mit einer eigenen Zeitung, die sich gut verkaufen ließ. Und genau deshalb fuhr er auch diesen gottverdammten Porsche Boxster Spyder. Aber ich gönnte es ihm, er hatte es verdient.