Wenn es in Schweden kalt und eisig wird steht der Winter vor der Tür. Im ganzen Land kann man nun beobachten, dass ein Lichtlein nach dem anderen angeht. Die charakteristischen kleinen Lämpchen in den Fenstern werden angezündet und verleihen den Häusern eine heimelige Stimmung und es wird einem ganz warm ums Herz.

Die Schweden warten auf den 13. Dezember, die Wintersonnenwende, dies ist traditionell der kürzeste Tag des Jahres. Das Luciafest ist nach wie vor eines der populärsten Feste und wird mit großer Freude von jung und alt gefeiert. Man sagt, am Luciamorgen wecken die Kinder ihre Eltern mit Gesang und dem traditionellen Lussekatten-Gebäck, und in jedem auch noch so kleinen Dorf schreitet die blonde Lichterkönigin mit ihrem Gefolge aus Sternenknaben und Heinzelmännchen von Haus zu Haus, "Weißgewandet, mit Licht im Haar...", wie es in dem alten, ursprünglich aus Neapel stammenden Lied Sankta Lucia heißt. In der Lucianacht wird in Schweden nach alter Tradition gut gegessen und, wie sollte es auch anders sein, getrunken. 6 Monate sind seitdem vergangen, wenn sich die Sonne wieder wendet und den Sommer ankündigt, dann fiebert man in Schweden dem zweiten großen Fest entgegen - Mittsommer, der kürzesten Nacht des Jahres. Überall im Land werden an jenem Sonnabend, der dem 21. Juni am nächsten liegt, mit Laub und bunten Bändern geschmückte Maibäume errichtet, das Symbol des von allen Schweden sehnsüchtig erwarteten Sommers. Schon beim ersten kleinen Sonnenstrahl verfallen die Menschen im Norden einem unvergleichlichen Freudentaumel, der am Mittsommertag in ausgelassenen Festen gipfelt.

Nicht nur die Kinder fassen sich an den Händen und tanzen singend um den Mittsommerkranz, wo die Musikanten aufspielen. Überall wird getanzt, in Scheunen, auf Gemeindewiesen und auf schwankenden Bootsstegen. Gutes Essen und erstaunliche Mengen von alkoholischen Getränken gehören ebenso zu Mittsommer wie die alten Lieder, die auch noch heute jeder Schwede beherrscht.

Weniger aufsehenerregend, aber dennoch willkommener Anlaß zum Feiern ist in Schweden auch Valborgsmässoafton, die Walpurgisnacht, die Nacht vom 31. April auf den 1. Mai. Dann sammeln sich Tausende von Studenten mit ihren weißen Mützen in den Städten und ziehen bis zum nächsten Morgen singend durch die Straßen. Am 1. Mai dominieren die roten Fahnen der Arbeiter das Bild. Offizieller Nationalfeiertag Schwedens ist heute der 6. Juni, der "Tag der Flagge".

Die kirchlichen Feste, Hl. Drei Könige (Trettondagen), Ostern, Pfingsten, Advent und Weihnachten werden in Schweden ähnlich begangen wie auch bei uns; letzteres allerdings weist einen geringen Unterschied zu deutschen Traditionen auf: der Weihnachtsbaum wird oft mit kleinen blaugelben Schwedenfahnen geschmückt. Und Sylvester und Neujahr gelten in den nördlicheren Breitengraden nicht als Anlaß für allzu exzessive Feste - verwunderlich für dieses schöne Land im Norden, das immer einen Grund zum Feiern findet.

Quelle:Schwedentraum-Erfahrungsbericht einer Auswanderung, Potthoff, 2005

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