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Über das Bild gibt es eine kleine Geschichte. Ich weiß noch, dass es ein Freitag war. Mein Bruder kam um 15 Uhr von der Schule zu meiner Schwester und mir und sagte: ,,Mich hat grad eben unsere Nachbarin gefragt, ob ich zwei Kaninchen geschenkt haben will, aber ich habe 'Nein' gesagt, da wir ja schon zwei Katzen haben." Ich dachte mir nichts schlimmes, nur 'Will sie die nicht behalten oder wieso will sie die umsonst jemanden weiter geben?' Weiter dachte ich erst einmal gar nichts. Später so um 17-18 Uhr saß ich vor dem Laptop und hörte Musik und surfte ein wenig, bis meine Geschwister ins Zimmer kamen und sagten: ,,Ey, die Kaninchen wurden ausgesetzt, draußen auf dem Garten liegt ein Karton und einer sitzt daneben und der andere ist auf dem Weg zur Straße!", sagten sie. ,,Wir gehen jetzt raus um die einzufangen!" Dann zogen sie sich Schuhe an und rannten hin zur Wiese. Meine Mutter und ich schauten von der fünften Etage aus, ob alles klappt. Eine andere Nachbarin von uns half den beiden die zwei Kaninchen einzufangen und tatsächlich! - Die zwei wurden gefangen. Dann rief meine Schwester zu mir hoch: ,,Damla, bring mir bitte den Katzenkorb damit wir die da rein tun können!" und sofort machte ich mich auf den Weg zu ihnen. Ich schaute mir die Kaninchen an und verliebte mich direkt in sie. Sie waren beide noch so klein, beide weiß und hatten so schöne blaue Augen. Einer war etwas größer als der andere. Wir brachten sie zu uns nach Hause und sperrten unsere Katzen erst einmal in unserem Zimmer ein. Ich hatte keine Ahnung von Kaninchen, wie denn auch? Ich googlte die ganze Zeit was ich mit denen machen kann, was sie jetzt essen sollten. Meine Mutter stellte ihnen Wasser bereit und ich schnitt Äpfel in kleine Stücke und fütterte sie. Beide zitterten, also nahm meine Mutter eine in den Arm und ich den anderen und wirklich - sie beruhigten sich. Ich wollte sie nicht gehen lassen, sie taten mir so Leid, doch ich wusste: Sie können hier nicht bleiben. Irgendwann sahen meine zwei Katzen die zwei Kaninchen dann doch. Einer meiner Kater war neugierig und blickte die ganze Zeit in den Katzenkorb. Der andere, der eh schüchtern ist, bekam Panik. All seine Haare gingen in die Luft - das habe ich noch nie gesehen. Dann versteckte er sich für eine Stunde. Als mein Vater nach Hause kam war er auch nicht wirklich begeistert, das wir zwei Kaninchen haben und wir konnten sie auch nicht in der Nacht hier behalten. Wir schauten nach den Tierheim-Öffnungszeiten doch sie hatten um diese Uhrzeit schon geschlossen. Also beschlossen wir morgen dahin zu gehen. Wir gingen also zu unseren Nachbarn, die uns vor über einem Jahr die Katzen geschenkt hatten, da sie zu viele hatten. Wir erzählten ihnen die ganze Geschichte mit den Kaninchen und baten sie für eine Nacht bei ihnen zu lassen. Sie sagte: ,,Klar, die sind ja süß. Kommt morgen so um 10 Uhr morgens hier hin, dann sagen wir euch ob wir sie behalten oder nicht." Meine Schwester und ich freuten uns schon, wenn sie die zwei behalten würde, dann würde alles besser sein. Dann könnte ich sie immer sehen und müsste mir keine Sorgen machen, doch am nächsten Morgen kam es anders. ,,Es tut mir Leid, die Katzen und Hunde kommen gar nicht mit den beiden klar, sie mussten im Balkon bleiben diese Nacht. Bringt sie doch ins Streichelzoo, ich glaube im Tierheim kostet es was wenn ihr sie da abgibt.", sagte sie, also machten meine Schwester und ich uns auf den Weg ins Streichelzoo, fanden es aber nicht. Also riefen wir die Polizei an und fragten die, wo es ein Streichelzoo in unserer Nähe gibt, doch sie konnten uns auch nicht helfen. ,,Geht doch ins Tierheim", sagte die Polizistin am Telefon. ,,Kostet das nicht etwas?", fragte ich. "Quatsch, wenn ihr sie gefunden habt müsst ihr nichts bezahlen. Und ich denke ja auch nicht, dass es eure Haustiere sind, die sie mit einer Lüge loswerden wollt und das umsonst.", sagte sie und danach machten meine Schwester und ich uns gemeinsam auf den Weg zum Tierheim. Ich wollte das nicht, sie zitterten beide wieder und mir kamen die Tränen. Wir erklärten im Büro die ganze Geschichte und der Mann stellte fest, dass beide weiblich sind. Er fand sie auch süß. Außerdem sagte er, dass es Babykaninchen sind. Süße Babykaninchen. Babykaninchen die ausgesetzt wurden. Ich dachte mir nur 'Bitte kommen sie zusammen in einen Käfig, dann würde es mir gut gehen. Sie dürfen nicht voneinander getrennt sein, sie brauchen sich', dachte ich mir die ganze Zeit. Auf der Zugfahrt dort hin leckte die eine den anderen zur Beruhigung und da wurde mir klar: Sie kommen alleine ohne den anderen nicht klar. Uns wurde dann ein leerer Katzenkorb zurück gegeben. Sie lebten einen Tag ohne Heu, ohne sonst etwas. Wir fragten den anderen Mann, der die beiden in den Käfig brachte: ,,Dürfen wir die zwei mal sehen?", doch er schüttelte den Kopf. Mir kam das echt komisch vor, also suchten wir die beiden und dann fanden wir sie auch. Sie sahen glücklicher aus. Beide waren in einem Käfig, genau das was wir wollten und sie wahrscheinlich auch. Dann schauten sie zu uns, als würden sie uns kennen. Mir kamen wieder die Tränen. Erst dann bemerkte ich, das der Mann von eben, der den Kopf schüttelte, da war. Er sagte: ,,Dafür, das ihr sie nur einen Tag kennt, seid ihr schon sehr traurig." Er dachte wohl, wir wollen unsere Haustiere kostenlos los werden. Danach gingen wir nach Hause. Es war ein trauriger Tag. Wir gaben den beiden sogar schon Namen. Einer hieß Pamuk und der andere hieß Melek. Übersetzt bedeutet Pamuk 'Watte' und Melek 'Engel'. Ich beschloss sie noch einmal in ein paar Tagen besuchen zu gehen. Wir hatten also Mittwoch. Ich ging mit einem Freund dahin, meine Schwester musste für eine Klausur lernen. Wir suchten da, wo meine Schwester und ich sie zum letzten Mal gesehen haben, doch da war niemand. Kein einziges Tier in diesem Raum. Also schauten wir uns überall um. Von den Katzen, bis zu den Vögeln, Schweinen und Hunden. Wir fanden unsere zwei süßen Kaninchen nicht, also beschloss ich jemanden zu fragen. Ich wollte auf keinen Fall, dass uns der Mann sieht, der uns das ganze nicht abkaufte, doch als wir die Frau fragten, wo die Kaninchen seien, schickten sie uns zu dem Mann. - ja genau dem Mann. Er zeigte uns alle Kaninchen und da sah ich auch ein Kaninchen. Nur einen von den beiden. Mir kamen die Tränen und ich wusste, ich muss mich zusammen reißen. Dann fragte der Mann: ,,Kenne ich Sie nicht? Sind Sie nicht erst am Wochenende hier gewesen um die zwei Kaninchen abzugeben?", fragte er. 'Scheiße', dachte ich mir aber antwortete trotzdem mit "Ja". ,,Wo ist denn der andere von den beiden?", fragte ich. ,,Es wurde festgestellt, das einer weiblich und der andere männlich ist und damit sie sich nicht paaren, mussten wir sie trennen. Sie sind noch zu jung zum Kastrieren.", sagte er. Also sagte ich: ,,Hä? Die sind doch beide weiblich." Dann sagte er: ,,Aha, sie kennen sich ja gut aus" und lächelte frech. Er kaufte es mir wirklich nicht ab. Dann wurde ich frecher. ,,Das hat mir der Mann im Büro gesagt, ja?", sagte ich. ,,Ah", sagte der Mann. Er machte die Tür auf und ich berührte nur das eine Kaninchen. Es lebte mit mehreren in einem Raum, doch es machte mich trotzdem traurig. So gut wie alle hoppelten rum, nur er nicht. Er hockte in der Ecke, zitterte und schaute nur in eine Stelle. Ich streichelte ihn. - Ich konnte mir vorstellen wie es ihm ging. Mein Kumpel legte den Arm um mich: ,,Ist alles okay? Gehts?", fragte er. Er war auch traurig und ich heulte los. ,,Kann ich den anderen auch bitte sehen?", fragte ich den Mann. ,,Nein, das geht nicht.", sagte er nur. ,,Wieso nicht?", fragte ich und machte mir Sorgen. ,,Die männlichen sind woanders", sagte er. Er sagte noch etwas, aber daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Mein Kumpel und ich gingen raus aus dem Tierheim und da brach ich lauter in Tränen aus. Ich gab mir selbst die Schuld. ,,Hätte ich sie behalten wären sie nicht getrennt voneinander", sagte ich so oft. ,,Den beiden geht es nicht gut und das ist meine Schuld". Mein Kumpel versuchte mich aufzumuntern und dann sagte er: ,,Stell dir vor du bist auf einer neuen Schule und kennst niemanden.. dann brauchst du auch erst einmal Zeit bis du offen mit denen reden kannst. So ist das bei den beiden. Sie brauchen Zeit, erst sind sie schüchtern und sitzen nur da, doch bald werden sie miteinander spielen und Spaß haben.", sagte er und dieses Argument leuchtete ein. ,,Komm in zwei Monaten wieder und du wirst sie spielen sehen", sagte er und genau das werde ich tun. Mein Besuch ist ungefähr ein Monat her, noch ein paar Wochen und ich werde wieder hin gehen. Ich vermisse euch zwei schrecklich, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Jeden Tag denke ich an euch bzw. werde ich an euch erinnert. Ihr sollt wissen, das ich nie wollte, das ihr getrennt voneinander seid oder getrennt verkauft werdet. Ich weiß zwar, das ich euch mehr geben könnte; mehr Liebe, doch hier bei mir zu Hause hätte das nicht geklappt, auch wenn ihr im Käfig geblieben wärt. Meine eine Katze hätte wahrscheinlich versucht euch umzubringen und wäre mit den Krallen in den Käfig gegangen und die andere Katze hat einfach zu große Angst. Es tut mir Leid und ich hoffe ihr könnt mir verzeihen. Ich wünsche euch viel Spaß bei euren neuen Freunden und ich bin mir sicher, bald wird es euch besser gehen. Ich liebe euch.

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