Machen Online-Rollenspiele süchtig oder nicht?
Lange habe ich meine Meinung zu Online-Rollenspielen nicht mehr zum Besten gegeben. Nun ist es aber wieder so weit. Das Bild das über Online-Gamer immer noch verbreitet wird, entspricht einfach nicht den Tatsachen. Und langsam finde ich, ist es an der Zeit, dass das auch in die Köpfe der Nicht-Gamer endlich eindringt. Wir bezeichnen ja auch nicht jeden Glatzenträger als Nazi nur weil eine Glatze durch die Skins traurige Berühmtheit erlangt hat. Genauso wenig sollten Gamer als Suchtgefährdet bezeichnet werden, nur weil sie ein anderes Hobby ausüben, als der Rest der Bevölkerung.
Machen Online-Games nun süchtig oder nicht? Die Frage wird wohl nie beantwortet.
Quelle: khu / KWICK!
Ich werde jetzt hier nicht noch extra darauf eingehen, wie falsch es allein schon ist, immer nur World of Warcraft als Beispiel für die Auswirkung und Suchtgefährdung von Online-Rollenspielen her zu nehmen. Richtige Gamer wissen, wie unendlich viele Online-Rollenspiele es außer World of Warcraft gibt und dass es schlichtweg Blödsinn ist, immer ein und dasselbe Game als Ursprung alles Bösen hin zu stellen. Vielmehr lasse ich euch heute einmal an einer sehr netten Doktorarbeit teilhaben, welche ich in den Weiten des Internets entdeckt habe und die sich genau mit dieser Thematik befasst.
Erstaunliche Ergebnisse
Die Doktorarbeit wurde von Olgierd Cypra (Uni Mainz) geschrieben und behandelt die Frage, warum Menschen in virtuellen Welten spielen. Sie basiert auf einer Umfrage im Jahr 2004, bei der Fragebögen von über 11400 Online-Spielern ausgewertet wurden. Aus der Umfrage gehen erstaunliche Ergebnisse hervor, die sicher einige Menschen beschämt zur Seite schauen lassen. So wurde herausgefunden, dass das Durchschnittsalter bei den männlichen Spielern bei ca. 22,5 Jahren liegt. Bei Frauen jedoch um einiges höher, nämlich bei ca. 25,6 %. Auch der Frauenanteil unter den Online-Gamern ist längst nicht mehr so gering wie manche denken. Je nach Spiel, liegt der Anteil der weiblichen Spieler zwischen 10 und 23 %. Vorallem das Vorurteil dass Dauerzocker hauptsächlich arme arbeitslose Würstchen sind, wird durch die Studie abgewiesen. Wenn man sich die Erwerbssituation der Spieler anschaut, liegen die Angestellten mit 17,6 % deutlich über den Arbeitslosen die mit nur 5,5 % lediglich den letzten Platz belegen. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang auch, dass beinah 44 % der Spieler das Abitur gemacht haben und somit einen sehr hohen Bildungsstand besitzen.