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29. Mai 2011
Ein Traum vom Leben, ein Traum von Freiheit, ein Traum von Gedankenlosigkeit, ein Traum von unbedachtem Lachen. Ein Traum, der mir von Glück erzählt, von erfüllten Versprechen, von ehrlichen Gesten, von echten Gefühlen. Ein Traum, der mir die Ewigkeit zeigt, ein Traum, der andauern soll, ein Traum der wahr werden soll. Ein Traum, so voll von Schmerzen und Sehnsucht, doch ein Traum voller Liebe. Ein Traum, der mich lehren soll zu denken, zu leben, zu leiden und doch zu lieben. Ein Traum von Hoffnung, die einen immer wieder aufstehen lässt, egal, wie tief man zuvor gefallen ist. Ein Traum, der zum Himmel blickt und sehsüchtig von Tagen der Zukunft erzählt, in denen man sorglos sein darf, über bunte Sommerwiesen laufen kann. Ein Traum, der von dem Wunderbarem an der Welt spricht, ohne das Furchtbare außer Acht zu lassen. Ein Traum, in dem man am Ende des Regenbogens die Antworten auf all seine Fragen findet, ohne dass diese zu viel über die Zukunft verraten. Ein Traum, der mir von dir erzählt. Der die richtigen Worte für dich finden kann, welche ich für immer in meinem Herzen trage werde, jedoch nie mehr aussprechen könnte.






02. Juni 2011
Dieser hilflose Blick aus dem Fenster, bei dem man bemerkt, auch die Nacht ist nicht schwarz, und auch sie erlöst die Welt nicht von ihrem Leid. Dieser Blick auch dem Fenster, hinaus in die Welt, bei dem sich im Kopf die Frage aufdrängt, wie es später sein wird. Dieser Blick, bei dem man sich fragt, ob man seine Träume leben darf. Dieser Blick in die Nacht, wenn man nicht mehr weiter weiß. Dieser eine tränenerfüllte Blick hinaus in das Blau der lauen Nacht, bei dem man sich wünschte, Teil dieser Nacht werden zu können, weg laufen zu können, die Probleme hinter sich lassen zu können. Ich weiß nicht, wie oft mein Kopf wieder zurück in das Kissen sank und eine Träne sanft über mein Gesicht lief.






14. Juni 2011
Kann die Liebe sprechen? Kann sie sehen? Kann sie etwas von dem fühlen, das sie verursacht? Hört sie, was auf der Welt vor sich geht? Was hat die Liebe vom Leben? Wieso klagt jeder die Liebe an? Woher wollt ihr wissen, dass die Liebe nicht einsam in einem kleinen Zimmer sitzt und sich fragt, was aus ihr geworden ist? Hat die Liebe ein Herz, das gebrochen werden kann? Hat sie Augen, die sie niederschlagen kann, wenn ein Kompliment sie in Verlegenheit bringt? Hat die Liebe je die Chance gehabt, jemanden kennen zu lernen, ohne ihm weh tun zu müssen? Konnte die Liebe jemals lieben? Jemanden küssen? Jemandem in die Augen sehen und wissen, dass sie für immer in diese Augen sehen will? War die Liebe je imstande zu lieben, oder musste sie immer anderen dabei zusehen, wie sie liebten und hassten? Und was fühlte die Liebe, als sie sie erkennen musste, dass sie für all das Leid, den Hass und das Glück verantwortlich war? Was fühlte sie, als ihr klar wurde, dass sie das einzige Gefühl war, das Menschen näher brachte und für immer trennte?






Die 16jährige Blue zieht bedingt durch den Beruf ihres Vaters oft um – bis sie sich darüber beschwert und ihr Vater in den Wunsch seiner Tochter einwilligt, für ein Jahr am selben Ort zu bleiben. Blue ist überglücklich, doch schon bald wird klar, dass es gar nicht so einfach ist, ein Jahr dieselben Menschen zu sehen. Blue muss lernen mit negativer Kritik umzugehen, jugendlich zu sein und wie es ist, ins Leben geworfen zu werden.
Ein Buch, das die Probleme einer 16-Jährigen mit Charme, Witz und einem Hauch von Tragik erzählt. Ein Buch, das genauso intelligent geschrieben ist, wie sein Titel vermuten lässt.

„Nur wenige Menschen begreifen, dass es keinen Sinn hat, nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens zu suchen“, sagte Dad einmal in einer Bourbon-Laune. „Die großen Fragen haben alle ihren eigenen Willen, sie sind unbeständig und ausgesprochen launisch. Aber trotzdem – wenn du geduldig bist, wenn du sie nicht zur Eile antreibst, dann stoßen sie irgendwann mit dir zusammen, wenn sie soweit sind. Und wundere dich nicht, wenn du hinterher sprachlos bist und in deinem Kopf kleine Comic-Piepvögelchen herumzwitschern.“






18. Juni 2011
Ich bin ja nun 16 Jahre jung und trinke keinen Alkohol. Ausnahmslos. Diese Tatsachen, in Verbindung miteinander sind für viele meines Alters ein Weltuntergang. Ich fühle mich dann wie Yeti sich in einem Interview wohl fühlen würde, wenn er aus seiner friedlichen Heimat entführt und vor eine Kamera gestellt wird, um möglichst viel Kohle zu scheffeln. Ich fühle mich wie eine Rarität, ich werde mit Fragen gelöchert: Wieso? Weshalb? Warum? Willst wirklich nicht? Ich werde sehr interessant, bin eine Herausforderung für das andere Geschlecht (dem ich ja kein Interesse entgegenbringe, ganz egal, ob betrunken oder nüchtern). Normalerweise lächle ich charmant auf diese Frage, antworte jedoch nicht, einfach, weil mich das Unwissen und die Neugier anderer Menschen amüsiert.
Aber mal ganz ehrlich, wollt Ihr wirklich jedes Wochenende total zu sein und alles vergessen? Ich meine, ihr hab ja alle so viele Probleme à la „Ich war gestern so zu, und ich hab dem und dem meine Nummer gegeben und dem und dem meine Zunge in den Hals gesteckt und heute bin ich drauf gekommen, dass er ja soooo hässlich ist.!“ oder „Was soll ich tun, ich hab letztes Wochenende mein erstes Mal gehabt, mit einem Typen, den ich nicht kenne und kann mich jetzt nicht mehr daran erinnern!“ Ich persönlich trinke ja nicht, weil es viel Geld kostet – so viel will ich dann wirklich nicht für Kopfschmerzen ausgeben (lassen) – und weil ich nicht die Hälfte meiner Jugenderinnerungen einbüßen will, um „Spaß“ zu haben. Aber mir egal, tut doch, was ihr wollt – kotzt euch die Seele aus dem Leib, zieht euch an wie Nachwuchsnutten und schmeißt euch an die Hälse der nächstbesten Typen, um „beliebt“ zu sein. Werdet glücklich, aber versucht mich nicht mit „Bist e so hübsch“ zu einem – eurem sehr ähnlichen – Verhalten zu überreden!






» Simple Plan - Perfect

I don’t want to sit
In my dark room
Over an empty sheet
Tears in my eyes
Looking for words
To describe the indescribable

I don’t want to waste
My force for you
For listening to your words
Which are murdering me
And you know about this
Know, how to make me suffer

I don’t want to let you
Break me down to the floor
Only for your pleasure
In my wounds
For your pleasure
In my tears

I don’t want to share
My tears to you
Which are revealing my weakness
All my feelings for you
Because you’d draw me
You’d hit me when I’m down

I don’t want to smile
When I rather would cry
I don’t want to live
When I rather would die
I don’t want to listen
When your words are killing me

I don’t want to be hurt
I don’t want to cry
I don’t want to feel
What you want me to feel
I don’t want to look at you
Because I can’t hate






25. Juni 2011
Wir sperren uns ein in unseren viereckigen Schachteln, die wir dann Zuhause nennen, bauen Straßen, um in Blechbüchsen zur Arbeit zu kommen, die wir hassen. Wir streiten mit Menschen, die uns wichtig sind und versuchen denen zu gefallen, die wir nicht mögen. Wir weinen, wenn wir traurig, glücklich, verzweifelt, enttäuscht sind. Wir machen uns aufgrund schiefer Blicke von fremden Personen verrückt, behandeln uns selbst wie Dreck, machen uns selbst kleiner als wir sind. Tut nur so, als würden euch abschätzende Blicke nicht berühren. von mir aus fresst es in euch rein, vielleicht besser so, denn dann könnt ihr euch darüber beschweren, dass euch niemand versteht, niemand zuhört.
Wir hassen die Liebe und doch inspiriert uns ihr Schmerz. Wir schauen dumm in einen Kasten, von dem wir nicht wissen, wie er funktioniert und dessen Bilder und Worte wir nicht wahrnehmen. Wir essen Dinge, von denen wir nicht wissen, was sie enthalten. Wir laufen zum Doktor, wenn wir jemanden in unserer Nähe husten hören. Wir drehen Filme und sehen sie uns an, um vor unserem eigenen Leben zu fliehen. Um uns von unserer, uns den Strick knotender Routine zu befreien.
Wir blicken auf unser Leben zurück und bemerken, dass es nicht unseres war. Wir erkennen, unser Leben besteht aus erfüllten Regeln und Erwartungen, aus falschen Freunden, Einsamkeit in Menschenmengen und unzähligen stummen Schreien. Die Rückblende zeigt, unser Leben war nie unser Leben. Keine Sekunde lang. Wir sperren uns ein, in Räume, aus denen wir schon ausbrechen wollen, bevor eine geschlossene Tür unser Schicksal besiegelt. Wir zwängen uns in Gefühle, die andere von uns erwarten und tun Dinge, die wir so nicht wollten.
Wenn das das Leben ist, dann ignoriere ich es zurecht.






23. August 2011
Es sind so viele Fragen, die in meinem Kopf ihr Unwesen treiben, mich versteinern, innerlich. Meine Gedanken lähmen, bis nur noch Fragen in meinem Kopf sind. All diese Fragen... Ich fühle mich, als wäre ich wieder 13, wobei ich eigentlich dachte, die pubertären Phasen wären nun endgültig vorbei. Nun ja. Ein Irrtum jagt den nächsten, und bevor mich einer im Vorbeilen streift, wechsle ich lieber das Thema.
Fragen über Fragen in meinem Kopf. ER droht zu explodieren auf der Suche nach einer einzigen Antwort. Bloß ein kleiner Hinweis, ein Ausschlag gebendes Zeichen, um das fundamentale Warum? beantworten zu können. Warum nicht gestern oder morgen? Warum nicht in London oder Bombay? Warum nicht weniger grausam und qualvoll? Und warum gerade ich?
Vielleicht liegt die Antwort in den Fragen. Vielleicht sollte man den Kopf voll haben, weil es viel schlimmer ist, sich leer zu fühlen. Mit einem vollen Kopf und vielen Fragen, die nach einer Antwort verlangen, fühlt man sich wohl weniger allein. Vielleicht, um zu sagen, dass alles jetzt passieren musste, genau hier, und genau in dieser Art und Weise. Genau mir.
Und wenn nicht die Frage die Antwort ist, sondern die Suche nach der Antwort die Frage beantwortet? Ich suche nach vielen Antworten und gleichzeitig suche ich nach keiner einzigen. Ich betrachte die Frage, suche Antworten und gebe manchmal auf, bevor ich es überhaupt versuche. Und was bleibt in mir? Ich selbst. Ich selbst, die ich mir die Frage gestellt habe. Ich selbst, wie ich die Entscheidung getroffen habe, ob die Frage eine Antwort wert wäre. Was bleibt, bin ich, ein Stück von mir selbst findend.

07. Jänner 2011
» Ich habe das Leben wie eine Wunde empfangen und habe dem Selbstmord verboten, die Narbe zu heilen.
                        Compte de Lautréamont - Die Gesänge des Maldoror

Das einzige Werk, dass der Autor je fertig gebracht hat. Größtes Vorbild für den Surrealisten André Breton. Besser als jeder Psychothriller.

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