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Wenn das Herz überläuft und die Emotionen nach außen drängen, wenn der Mund sich zu einem stummen Schrei öffnet, um sich aus dem Käfig der unterdrückten Gefühle zu befreien, um wieder Luft holen zu können, dann halte ich einen Stift in der Hand und fliehe. Ich fliehe in diese andere Welt, eine Welt voller Buchstaben und Menschen. Jeder Mensch ist ein unbeschriebenes Blatt Pergament. Ich zwänge ihnen meine Gefühle auf und reiße sie aus ihrer gefühllosen Taubheit gegenüber der Welt. Ich lasse sie für mich schreien, lieben, normal sein, leben, fühlen, lachen. Es ist eine Flucht, die ich immer wieder antrete, immer wieder aufs Neue, wie von einer Droge brauche ich jedes Mal mehr, ich will den Kick immer wieder. Die Buchstaben, ich brauche sie, um zu leben, um zu atmen, um ich selbst sein zu können. Ich brauche diesen Stift in meiner Hand, ich brauche die Buchstaben, die ich durch ihn schreiben kann. Das Schreiben ist meine Stimme, meine Stimme die man irgendwann hören wird, egal was passiert. Diese Wörter, jedes einzelne von ihnen ist ein Teil von mir. Sie sind meine Gefährten. Treu, in schweren Zeiten stets an meiner Seite und für mich da. Diese blaue Tinte mag die meisten an Schule erinnern. Mich erinnert sie daran zu fühlen, zu leben und zu träumen. Wenn sich die Augen mit Tränen füllen, fülle ich ein leeres Blatt Papier mit Buchstaben.

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