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chon immer wollte ich sein wie du. Stark. Unbezwingbar. Undurchschaubar. Und unnachgiebig. Wollte meine Ziele mit der selben Zielstrebigkeit und dem selbem Mut verfolgen, wie du es immer tust. Du warst unverletzbar und unzerbrechlich. Für alles einstehen, ohne dich selbst zu vergessen.

Ich war das genze Gegenteil von dir. Immer schon zu nah am Wasser gebaut, zu weinerlich und trostlos. Schon immer zu biegsam, weil ich es allen recht machen wollte. Dafür hast du mich verspottet. Mich immer wieder an der Nase herumgeführt ohne zu merken, was du damit anrichtest. Du hast mich ausgelacht, weil du nichts verstanden hast. Hast mir die Worte im Mund verdreht, damit du kein schlechtes Gewissen hattest, sondern ich. Immer war ich zu anhänglich, zu zimperlich, zu genau in Liebesdingen. Ich solle doch nicht alles auf die Goldwaage legen, hast du immer gesagt. Aber ich tat es und das zu Recht. Hintergangen hast du mich, mir immer und immer wieder ins Gesicht gelogen. Und was hab ich getan? Mich selbst, meine Gefühle und Liebe an dich verraten, weil ich dich nicht verlieren wollte. Weil ich den Schmerz so sehr brauchte und genoss.

Den kalten Blick deiner Augen und deine Abweisung. Ich brauchte es und fühlte mich doch jedes Mal wieder wie eine Verräterin, wenn ich versuchte deine Fehler wiedergutzumachen und am Ende an deiner Schulter weinte. Du hast mir viel beigebracht. Du hast mich gelehrt dich zu verachten und dich nicht zu brauchen.

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