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Das Spiel mit dem Feuer
Das Spiel mit dem Feuer war ein gefährliches Spiel. Leicht konnte man sich verbrennen und die Kontrolle verlieren, aber Farin liebte dieses Spiel einfach zu sehr. Auch wenn ihn jemand gewarnt hätte, er hätte es ignoriert. So lange es sich noch nicht verbrannt hatte, kannte er den Schmerz nicht. Er konnte die Gefahr nicht einschätzen. Viel zu sehr war er von dem Verbotenen fasziniert.
Auch an diesem Abend war er bereit. Nervös saß er alleine in seinem Hotelzimmer.
Seine Hände strichen unruhig über seine Kleidung. Ein letzter Blick auf die Uhr verriet ihm, dass es bald so weit sein würde. Sein Herz raste schnell und unkontrolliert. Er liebte dieses Gefühl der freudigen Erwartung mit dem genauen Wissen, dass es doch verboten war. Dass es niemand erfahren durfte.
Plötzlich zuckten seine Ohren. Hatte er gerade ein Geräusch gehört? War es jetzt so weit? Vor freudiger Erregung stand er auf und lauschte, doch es herrschte wieder Stille. Er wollte sich gerade wieder setzen als die Tür leise aufging.
„Hi.“, sagte er leise und seine Augen begannen zu strahlen. Sofort spürte er die warmen Lippen seines Besuchers auf seinen.
Ohne zu zögern gewährte er der fremden Zunge einlass und sie begannen einen leidenschaftlichen Kampf auszufechten. Gleichzeitig wurde Farin langsam auf das Bett gedrückt. Er spürte wie kräftige Hände unter sein T-Shirt fuhren und gefühlvoll über seine Rippen strichen. Er liebte diese sanften Berührungen, doch heute wollte er nicht mehr so lange warten. Schnell zog er seine restliche Kleidung aus, die sofort auf dem Boden landete.
„Da hat es ja jemand eilig heute.“, sagte die Stimme mit einem Lachen, bevor sie mit ihren Lippen wieder Farins Körper erkundete. Dieses wandte sich voller Lust unter den Berührungen bis ihm ein leichtes Stöhnen entfuhr.
„Bela.“, hauchte Farin leise. Dieser hatte sich mittlerweile auch ausgezogen und lag nun fast auf Farin. Er stützte sich mit seinem Armen auf dem Bett ab, während er begann jeden Zentimeter der hellen Haut zu küssen. Zentimeter für Zentimeter arbeitete er sich nach unten. Farin spürte wie sein Herz raste und sein Blut pulsierte. Sie kannten sich mittlerweile zu gut und Bela wusste, mit welchen Berührungen er Farin um den Verstand brachte.
Vorsichtig strich er mit seinem Zeigefinger über Farins Rippen hinab bis zu seinen Lenden. Dort legte er für einige Sekunden seine warmen Hände ab und schaute ihn tief in die Augen.
„Bereit?“, fragte er leise. Farin nickte, während seine Hände über Belas muskulösen Rücken strichen und in seinem Hals zum Erliegen kamen. Schnell zog er ihn näher und küsste ihn noch einmal, bevor er sich umdrehte und ihm Einlass gewährte.
Mit einem lauten Stöhnen und einem glücklichen Seufzer danach, war es genauso schnell wieder vorbei, wie es angefangen hatte. Schwer atmend lag Farin in seinem Bett. Er spürte dabei den warmen, verschwitzten Körper von Bela auf seinem. Der heiße Atem wurde immer langsamer bis sich die Beiden wieder beruhigt hatten. Zufrieden strich Farin Bela durch die Haare. Dieser blieb noch für einen Moment liegen, doch dann erhob er sich wortlos, zog sich an und ging, ohne Farin eines weiteren Blickes zu würdigen, hinaus.
Wie immer blieb Farin alleine zurück. Er kannte es schon und er akzeptierte es, auch wenn er sich wünschte, dass Bela einmal über Nacht blieb. Doch das würde für ihn nur eine Traumvorstellung bleiben und das wusste er. Erschöpft kuschelte er sich in die Decke und sog den Duft seines Freundes ein. Auch wenn es für diesen Moment vorbei war, wusste Farin, dass er morgen wieder kommen würde.
Den nächsten Tag verbrachte er damit, das Konzert am Abend vor zu bereiten. Mit Rod und Bela verlief der Soundcheck wie gewöhnlich. Sie spielten einige Lieder an, redeten ein bisschen über Sachen, die man vielleicht noch ändern könnte und das war es dann auch schon. Danach gingen sie gemeinsam etwas essen. In der Zwischenzeit verhielten sich Farin und Bela völlig normal. Nichts wies auf ihr kleines Geheimnis ihn. Zwar verspürte Farin öfters den Drang seinen Freund zu berühren, ihn zu küssen, ihn einfach bei sich zu haben, aber er hatte Bela versprochen, dass es ein Geheimnis bleiben würde.
„Ein Geheimnis nur zwischen uns beiden.“, hatte Bela damals gesagt und ihn dann leidenschaftlich geküsst. Bei der Erinnerung musste Farin einfach grinsen. Sie löste so viele Glücksgefühle in ihm aus, dass er es gar nicht aushalten würde, wenn er nicht wüsste, dass Bela an diesem Abend auch wieder käme.
Das Konzert verlief großartig und Farin war froh, dass er Bela etwas nahe sein konnte. Doch er wusste auch, dass die Zärtlichkeit auf der Bühne nicht mit denen, die er, seit sie auf Tour waren, jeden Abend zu spüren bekam.
Gedankenversunken ging Farin gerade den Gang zu seinem Hotelzimmer entlang als er auf einmal Belas Hände auf seiner Hüfte spürte.
„Hey.“, sagte er nur und dann drückte Bela ihn schon an die Wand und küsste ihn.
„Bela?“, Farin war überrascht, aber nicht abgeneigt. Noch nie hatte er Bela außerhalb seines Zimmers so leidenschaftlich und ehrlich geküsst.
Farin spürte wie die Hände seines Gegenübers immer wilder den Weg unter sein T-Shirt suchen.
„Oh Bela, wir können doch nicht …“, Farin wusste, dass Bela ihn bald soweit hatte, dass er seine Lust nicht mehr verbergen konnte, doch Bela hörte nicht auch. Im Gegensatz, er verstärkte die Intensität seiner Küsse und wild kämpften ihre Zungen miteinander, als Farin ein Geräusch hörte. Sofort schubste er Bela zu Seite als auch schon Rod um die Ecke kam.
„Hey Jungs.“, sagte dieser gut gelaunt.
„Hi Rod.“, sagte Farin atemlos. Sein Herz schlug wie wild. Beinahe wären sie tatsächlich erwischt worden.
„Was macht ihr hier?“, fragte Rod verwundert.
„Reden.“, erwiderte Farin schnell, während er versuchte sein T-Shirt unauffällig gerade zu ziehen.
„Aha, ok. Dann lass ich euch Mal weiter reden.“, sagte Rod sichtlich verwirrt als er in sein Zimmer ging.
„Das war knapp.“, stellte Farin trocken fest. Doch Bela war schon wieder in seinem Hotelzimmer verschwunden.
„Das wird sich wohl nie ändern.“, Farin lachte traurig als er schließlich in sein Zimmer ging.
Das Konzert am Abend verlief grandios. Die Stimmung im Publikum sowie auf der Bühne war einfach unglaublich schön und so endete das letzte Konzert ihrer Tour mit dem besten Konzert, welches sie je gespielt hatten.
„Man, das war geil.“, sagte Rod als er sich erschöpft auf einen der Stühle im Backstagebereich setzte.
„Ja, der Hammer.“, stimmte Bela müde zu als er sich den Schweiß aus seinem Gesicht wischte.
„Ähm Jungs? Hättet ihr etwas dagegen, wenn ich schon gehen?“, fragte Farin nervös. Die beiden schauten ihn zwar skeptisch an, schüttelten dann aber gleichzeitig den Kopf.
„Was hat er denn vor?“, fragte Rod verwundert.
„Keine Ahnung.“, erwiderte Bela als er gerade nach einer Bierflasche griff.
Farin eilte zu seinem Hotelzimmer, wo er sich sofort unter die Dusche stellte. Er hatte für diesen besonderen Abend eine Überraschung geplant. An diesem Abend sollte Bela nicht einfach kommen und wieder gehen. Nein, heute sollte alles anders werden, denn Farin empfand die öffentliche Liebkosung seines Freundes als ersten Schritt dafür, dass dieser bereit war zu ihrer Liebe zu stehen.
Nachdem er sich frisch gemacht hatte, streute er einige Blumenblätter auf den Boden und dann schaltete er noch den CD – Player ein. Alles war so weit perfekt. Schnell zündete er einzelne Kerzen an, die er im Raum verteilt hatte und dann war alles fertig. Voller freudiger Erwartung setzte er sich auf sein Bett und wartete. Immer wieder schauten seine Augen auf die Uhr. Nur noch fünf Minuten, denn Bela kam jeden Abend zur gleichen Zeit.
Wieder spürte Farin wie sein Herz zu rasen begann und sein Mund ein wenig trocken wurde. Hätte er etwas zu trinken mitnehmen sollen? Doch dafür was es nun zu spät, denn die Tür öffnete sich beinahe lautlos.
„Hi, Bela.“, sagte er leise.
„Hey.“, erwiderte dieser, bevor er sich auf Farin stürzte. Er beachtete die schöne Dekoration gar nicht. Für ihn zählte nur das jetzt seinem Verlangen nachgeben konnte.
Sofort drückte er Farin seine Lippen auf dessen. Seine Hände hingegen versuchten schnell Farin aus seinen Kleidern zu befreien.
„Hey, warte mal.“, sagte Farin und drückte Bela dabei ein bisschen von sich weg.
„Was ist denn?“, fragte dieser ungeduldig.
„Ist dir gar nichts aufgefallen?“, Farin schaute ihn mit großen Augen an.
„Die Blumen zum Beispiel.“, half er seinem Freund auf die Sprünge.
„Doch.“, sagte Bela nur und dann begann er wieder Farin leidenschaftlich zu küssen.
„Gefällt es dir nicht?“, Farin spürte wie sich eine gewaltige Unruhe in ihm ausbreitete.
„Warum hast du das gemacht?“, hörte er nur als Gegenfrage.
Wieder stoppte Farin Bela in seinen Handlungen, in dem er diesmal dessen Hände in seine nahm.
„Bela, warum ich das gemacht habe ist, weil ich …“, das Herz schlug ihm bis zum Hals, „ … weil ich dich Liebe.“
„Was?“, fragte Bela plötzlich. Diesmal stoppte er von ganz alleine.
„Ich dachte, wir wären uns einig, dass das alles, eben nur keine Liebe, ist.“, sagte Bela. „Man, Farin. Ich habe eine Frau und bald habe ich auch ein Kind. Denkst du, ich würde das alles aufgeben wegen einer Liebelei auf Tour? Ich dachte, es wäre nur Sex für dich.“ Bela stand auf und zog sich schnell wieder an.
„Nur Sex?“, Farin spürte wie sich ein Kloß in seinem Hals bildete und ihm die Tränen in die Augen stiegen.
„Es tut mir leid, wenn wir uns da missverstanden haben.“, sagte Bela leise ohne ihm direkt in die Augen zu schauen. Farin hörte die Worte nicht mehr. Für ihn war gerade eine Welt zusammengebrochen.
„Ich geh dann mal.“, Bela verschwand leise aus dem Zimmer und für Farin auch aus seiner Welt.
Er hatte das Feuer geliebt, aber jetzt hatte sich verbrannt und die Narben würde er ein Leben lang bei sich tragen.
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Ein schöner Tag
Langsam gehe ich die Straße entlang. Die Bäume, der Weg und die Menschen, alles wirkt so fremd, obwohl ich es eigentlich kennen sollte.
Eigentlich.
Ich gehe weiter, biege um eine Kurve und sehe immer noch wunderschöne Bäume und Wiesen. Alles sieht so friedlich aus. So Ruhig.
Ein Lächeln tritt auf mein Gesicht. Dir würde es sicherlich gefallen, denke ich und gehe weiter.
Je näher ich meinem Ziel komme, desto angespannter fühlen sich meine Muskeln an. Meine Hand kralle ich schutzsuchend um die Blumen, die ich extra für Dich noch besorgt habe. Es sind deine Lieblingsblumen.
Nur Du und ich wissen das und so soll es auch bleiben. Unser kleines Geheimnis. Für immer.
Vorsichtig drücke ich die kalte, schwere Metalltür auf und trete ein. Unter meinen Füßen spüre ich kleine rote Kieselsteine, welche unter meinen Schritten zu ächzen scheinen. Aber vielleicht kündigen sie mich auch nur an. Vielleicht wollen sie sicher gehen, dass Du mich hörst und da bist.
Wieder biege ich um eine Kurve, denn obwohl ich noch nie hier war, werde ich automatisch zu Dir gezogen.
Anspannung macht sich in mir breit, aber auch die Angst, ob ich Dir überhaupt unter die Augen treten kann, ob Du mich überhaupt sehen willst. Immerhin ist über ein Jahr vergangen, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben.
Ein gottverdammtes Jahr.
Beschämt senke ich meinen Kopf und gehe weiter. Das Papier, in dem die Blumen eingewickelt sind, ist am Ende, wo ich sie halte, durchgeweicht.
Meine ganze Angst haben sie aufgezogen.
Vorsichtig hebe ich meinen Kopf wieder und entdecke eine alte Holzbank, die im Schatten der großen Tannen steht.
Ich gehe auf sie zu und lasse mich nieder. Auch wenn ich Dich schon sehen kann, Du kannst es noch nicht.
Feige hättest du mich genannt. Vielleicht hättest Du ja Recht, aber ich brauche diesen Moment, um mich zu sammeln.
Die Ruhe zwischen den ganzen Bäumen, die Sonne, die Vögel, welche lautstark zwitschern, lassen mich schließlich wieder lächeln.
Meinen Blick schweift still über die große Wiese. Sehe dabei auch die braune alte Mauer, die alles umzäunt. Wie eine Wand zwischen Realität und Traum. Aber ich weiß, dass ich nicht träume, denn das mach ich schon lange nicht mehr.
Das letzte Mal war mit Dir.
Eine Weile verharre ich bewegungslos. Sehe der Sonne dabei zu, wie sie ihren Kreis langsam zieht und immer wieder zwischen den Wolken verschwindet.
Ich liebe die Sonne, mit ihr ist alles schöner. Als ein kleiner Strahl fast nur auf mich scheint, weiß ich, dass Du mich sehe willst.
Langsam stehe ich auf, auch wenn ich mir nichts sehnlicheres Wünsche, als endlich wieder bei Dir zu sein.
Aber was soll ich Dir sagen?
Es tut mir Leid würde meine Gefühle nicht annähernd beschreiben.
Wieder macht sich die Angst in mir breit. Meine Hände, meine Beine, mein ganzer Körper fängt an zu zittern. Die zehn Meter bis zu Dir kommen mir endlos vor.
Was soll ich Dir nur sagen?
Kraftlos sinke ich vor Dir nieder, ehe wir in ein unangenehmes Schweigen verfallen. Ich spüre, dass ich derjenige sein sollte, der etwas sagt, aber ich kann nicht und wieder einmal nimmst du mir die Verantwortung.
„Wie geht es dir?“, höre ich deine Stimme in meinem Ohr. Vom Wind getragen, ist sie auch gleich wieder fort.
„Gut.“, antworte ich mit brüchiger Stimme, „Ich habe Dir etwas mitgebracht.“
Ich versuche zu lächeln, aber es fällt mir verdammt schwer, obwohl wir früher doch so oft zusammen gelacht haben.
Mit ungeschickten Händen packe ich die Blumen aus und stelle sie in eine Vase.
Die alten Blumen lege ich neben mich. Ich werde sie mitnehmen, wenn ich gehe.
Versprochen.
„Du fehlst mir.“, flüster ich nach einer Weile. Tränen tropfen lautlos auf den Boden vor Dir und obgleich ich weiß, dass Du es lieber siehst, wenn ich lache, kann ich sie nicht zurück halten. Nicht einmal für Dich.
Wieder spüre ich eine kalte Briese, die mich umgarnt. Ich schließe die Augen und meine zu spüren, dass Deine starken Armen mich umfassen, mir den Halt geben, den ich solange gesucht habe.
„Es tut mir Leid, dass ich solange nicht hier war.“, gestehe ich schließlich unter Tränen. Schnell vergrabe ich mein Gesicht in meinen Händen.
„Aber …“, setzte ich an, doch ich wurde von meinem eigenen Schluchzen unterbrochen, „aber ich hatte Angst, dass du mich abweisen würdest.“
Beinahe lächerlich kommen mir meine Gefühle nun vor. Immer habe ich gedacht, dass Du mich nicht mehr sehen willst, aber Du scheinst Dich genauso zu freuen wie ich, sodass sich langsam das Gefühl einstellt, als wären wir nie getrennt gewesen. Unsicher beginne ich Dir von den vergangenen Wochen zu erzählen. Ich spüre dabei, dass Du mir aufmerksam zu hörst, denn kein Vogel, keine Blätterrascheln dringt an mein Ohr.
Die Stunden verstreichen rasend schnell und ehe ich mich versehe, wird es langsam dunkel.
„Du bist sicher müde.“, sage ich leise und lächel. Vorsichtig, damit ich Dir nicht noch mehr Schmerzen zufüge, stehe ich wieder auf. Meine Beine sind vom langen Sitzen taub geworden, aber ich schaffe es dennoch mich wieder gerade hinzustellen.
Von oben herab lächelte ich Dir entgegen, denn ich wusste, dass Du mir meine lange Abwesenheit verziehen hast. Aber Du warst ja noch nie nachtragend gewesen.
Eine Eigenschaft, die ich noch heute an Dir liebe.
Als ich gerade gehen will, spüre ich, dass ich etwas Wichtiges vergessen habe.
„Ach ja.“, entfährt es mir und ich greife in meine Hosentasche.
„Ich weiß, er ist ein bisschen zerfledert, aber ich wollte unbedingt, dass du ihn erhältst, denn es steht Dein Name drauf.“
Ich knie mich noch einmal vor Dich, den Brief behalte ich dabei in meiner Hand und stelle ihn fein säuberlich zwischen den Blumen und Deinen Grabstein.
„Damit er nicht weg fliegt.“, erkläre ich mit einem leichten Grinsen und spüre, dass auch du lachst. Wie sehr habe ich dein Lachen vermisst.
Langsam erhebe ich mich erneut, nehme die alten Blumen und verabschiede mich, aber nicht ohne Dir zu versprechen, dass ich ganz sicher wieder kommen werde und dass nicht erst in einem Jahr, denn ich weiß, dass du Dich freuen wirst, mich wieder zusehen.
Ein letztes Mal schaue ich Dich an, sehe die bunten Blumen und das grüne Gras. Es ist wunderschön. So wunderschön wie Du.
Der Brief sticht mit seinem weißen Umschlag heraus und so lese ich die Schrift ein letztes Mal, während ich mich zum Gehen abwende.
„Dirk Felsenheimer“
Ich werde wieder kommen.
Versprochen.
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Hör auf dein Herz
Die Nacht war schon lange herein gebrochen, sodass die Erde in der Dunkelheit verborgen war. Nur einige Straßenlaternen erleuchteten den Weg, den ein junger Mann einsam entlang lief.
Die nur schemenhaft erkennbare Gestalt ging schnellen Schrittes durch die Straßen bis sie vor ihrer Tür stand, wo sie mit geschicktem Griff in die linke Hosentasche einen Schlüsselbund her vorzog.
Leise, um seinen Mitbewohner nicht zu wecken, drehte der Mann den Schlüssel im Schloss, welches mit einem leisen „Klick“ ihm offenbarte, dass er nun eintreten könne.
Vorsichtig zog er sich die Schuhe aus, um dann auf leisen Sohlen in sein Zimmer zu verschwinden. Doch etwas erregte plötzlich seine Aufmerksamkeit.
Die Tür zum Wohnzimmer war noch einen Spalt offen, durch den ein schwacher Lichtstrahl in die Dunkelheit des Flures floss.
Verwirrt darüber, dass sein Mitbewohner zu dieser späten Stunde noch wach sein sollte, ging der Mann nicht in sein Zimmer, sondern direkt auf die Lichtquelle zu.
Ganz sanft, um keine störenden Geräusche zu verursachen, drückte er die Türe auf und ging hinein.
Mit einem leichten Schmunzeln im Gesicht blieb er schließlich stehen und schaute dabei auf die Gestalt, die scheinbar friedlich schlafend auf dem Sofa lag.
Eine braune Wolldecke war über den langen, dünnen Körper gelegt, sodass nur die blonden Haare zu sehen waren. Die Quelle des Lichts stelle sich schnell als kleine Lampe heraus, die auf einem kleinen Holztisch neben dem Sofa stand.
Das große dicke Buch auf dem Boden bestätigte ihm, dass sein Freund wohl beim Lesen eingeschlafen sein musste.
Der Mann beschloss seinen Freund schlafen zu lassen, da das Sofa eine doch recht bequeme Alternative zum Bett war. Deswegen machte er sich auf den Weg, dass Licht auszuschalten, bevor er selbst endlich ins Bett gehen wollte. Doch als er an seinem Freund vorbei ging, erschrak er. Zwei braungrüne Augen starrten gedankenversunken auf einen imaginären Punk im Zimmer.
„Farin?“, fragte Bela nun verwirrt. Doch seine Stimme war eher ein Flüstern, „Was machst du da?“
Nach einigen Sekunden des Schweigens erklang die leise Stimme des Blonden.
„Ich höre auf mein Herz.“, sagte er leise.
„Was machst du?“
„Ich höre auf mein Herz. Darauf, was es mir zu erzählen hat.“
Danach war es wieder ruhig in den Zimmer. Niemand sagte ein Wort, kein Straßengeräusch drang in die Wohnung, alles war still.
Bela stand angespannt auf dem gleichen Fleck. Er traute sich kaum, sich zu rühren.
Farins Verhalten erschien ihn merkwürdig. Er wusste, dass der blonde Hüne in letzter Zeit öfters traurig war, aber das dieser bewegungslos auf dem Sofa lag und seinem Herzen lauschte, verwirrte ihn doch arg.
Unsicher ging er schließlich doch auf seinen Freund zu und kniete sich vor ihm.
„Jan, was ist los?“, fragte er in das blasse ausdruckslose Gesicht seinen Freundes. Dieser starrte noch einen Moment auf den Punkt, bevor er seinen Blick hob und direkt in ein paar grüne Augen blickte. Bela zuckte unter dieser Intensität leicht zusammen.
„Nichts.“, erwiderte Farin nach einer Weile und Zwang sein Gesicht zu einem freudlosen Lächeln.
„Ach Jan.“, Bela legte seine Stirn in Falten. Er wusste, dass es seinem Freund schwer fiel, über die eigenen Gefühle zu reden, aber ihn einfach im Wohnzimmer zurück lassen, wollte er auch nicht. Kurzerhand drehte sich Bela einfach um und lehnte sich dann an das Sofa, sodass er dabei auf dem Boden saß. Danach war es wieder ruhig.
Bela spürte, wie sein Puls zu rasen begann, da die ungewohnte Situation ihn ein wenig überforderte. Was sollte er denn jetzt bloß machen? Gehen? Bleiben?
Er wusste es nicht. Verunsichert drehte er sich zu Farin um. Dieser hatte seine Augen wieder geschlossen und lag vollkommen ruhig da. Bela beobachtete die sanften Gesichtszüge, die wilden blonden Haare. Das alles bildete eine Harmonie, die beinahe unglaublich war. Die braungrünen Augen, die als Spiegel seiner Seele galten, die sanfte Haut, die schmalen, aber doch so wunderschönen Lippen schienen wie eine perfekte Komposition.
Belas eigenes Herz schlug nun bis zum Hals. Seine Finger hingegen waren schweißnass. Er brauchte noch einige Minuten bis er sich zu folgenden Wörter durch rang:
„Darf ich auch mal?“, fragte er mit zittriger Stimme.
Überrascht über das gesagt, öffnete Farin seine Augen wieder und blickte ein wenig verwirrt zu Bela.
„Was?“
„Darf ich auch mal dein Herz hören? Es scheint dir ja viel zu erzählen.“, flüsterte Bela, bevor ihm vollkommen der Mut verließ und er seinen Blick gen Boden richtete.
Einen Moment hielt Farin inne, bevor ein leichtes, aber ehrliches Lächeln sein Gesicht zierte.
„Wenn du möchtest.“, ein sanfter rosa Schleier legte sich über seine Wangen als er sich auf den Rücken drehte und die Decke zurück schlug. Bela war dankbar, dennoch traute er sich immer noch nicht ihm in die Augen zu schauen.
Sein Atem ging schnell, als er sich über Farin beugte. Er legte dabei seinen Kopf leicht schräg, damit sein Ohr jegliches Geräusch vernahm.
Farin hingegen beobachtete für einen kurzen Augenblick die schwarzen Haare, die immer näher kamen. Für einen Moment unterlag er der Versuchung vor Spannung die Luft anzuhalten, doch er war sich sicher, dass Bela dies mitbekommen würde. Also versuchte er die Nähe zu seinem besten Freund zu genießen.
Deswegen schloss er die Augen und wartete. Es dauerte gar nicht lange bis er die Körperwärme auf seiner Brust fühlte und ein leichter Druck ihm verriet, dass Bela seinen Kopf nun vollständig auf ihm abgelegt hatte.
Dieser lauschte dem Herzschlag gebannt. Er war wirklich kräftig und schnell. Beinahe so, als würde ein aufgeregter Mensch eine Geschichte erzählen. Bela lauschte den Schlägen, spürte die Wärme und atmete dabei den lieblichen Geruch von Farin ein. Es fühlte sich an, als würde er jeden Moment eins mit ihm werden. Als würden ihre Körper verschmelzen.
Bela schloss die Augen, um das Erlebnis zu intensivieren. Nie wieder wollte er dort weg und somit die Geborgenheit zu verlieren.
Doch dann wurde ihm schlagartig klar, dass er wohl schon viel zu lange auf seinem Freund lag. Schnell erhob er seinen Kopf, wobei sein Blick flüchtig den von Farin streifte.
„Und, was hat es dir erzählt?“, hauchte Farin schüchtern.
Bela lächelte ihm entgegen, während er spürte, dass sein Gesicht mittlerweile glühte.
„Vieles und doch nichts.“
Nun war es an der Zeit für Farin verwirrt zu gucken.
„Wie meinst du das?“, sein Lächeln verkleinerte sich. Dafür funkelte ein wenig Unsicherheit in seinen Augen, die immer wieder die von Bela suchten.
„Jan.“, begann der kleinere, bevor er sich vor das Sofa kniete, „Es hat mir erzählt, dass du verliebt bist, aber nicht, in wen.“
Belas Herz raste. Er wusste nicht, ob er sich mit diesem Satz zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte, aber er war sich sicher, dass nur verliebte Herzen so schnell schlagen können.
„D … das hat es dir erzählt?“, stotterte Farin. Nie hätte er gedacht, dass Bela so aufmerksam und gefühlvoll die Schläge in seiner Brust verfolgen würde.
Als Antwort lächelte der Drummer seinem Freund nur entgegen.
„Wow.“, wisperte Farin nach einer Weile.
„Magst du mir erzählen, wer es ist?“, Belas Körper zitterte unter seinen eigenen Worten. Gerne hätte er gewusst, wer seinen Freund derart den Kopf verdrehte, aber dennoch hatte er Angst vor der Antwort. Angst, dass es nicht sein Name ist, den er hören würde.
Farin drehte seinen Kopf und schaute ihn lange an, bevor er mit seiner Hand nach Belas Griff.
„Wenn mein Herz es dir nicht erzählt hat, vielleicht machen es dann meine Lippen.“, vorsichtig legte er seine Hand hinter Belas Nacken und zog ihn immer näher zu sich bis sich ihre Lippen vereinigten.
Die warmen Lippen Belas hinterließen nach der ersten Berührung ein angenehmes Kribbeln auf Farins, welches sich kontinuierlich in seinem ganzen Körper ausbreitete.
Auch Belas Körper reagierte auf jegliche Berührungen Farins. Schon als dieser seine Hand in seinen Nacken legte, durchfuhr ihn ein angenehmer Schauer.
Doch als sich auch noch ihre Lippen berührten, war es um ihn geschehen. Bela lies sich vollkommen fallen und versank in den sanften Berührungen.
Dann löste sich Bela aus dem Kuss und schaute seinem Gegenüber tief in die Augen. Er öffnete langsam seinen Mund. Scheinbar wollte er etwas sagen, doch Farin legte behutsam seinen Zeigefinger auf Belas warme Lippen und schüttelte sacht seinen Kopf. Sein Gesicht wurde vom Licht der Lampe in einen hellen Schein getaucht. Einzelne Schatten brachen das gleichmäßig verteilte Licht und dennoch war er wunderschön.
Bela beugte sich erneut zu ihm hinunter und küsste ihn sanft, bevor er an Selbstsicherheit gewann und mit seiner Zunge den neuen Bereich erkundete. Er spürte einen warmen Widerstand, kurz bevor sie einen kleinen Kampf auszufechten. Langsam begannen Belas Hände unter Farins T-Shirt zu gleiten, doch ohne dabei auch nur für eine Sekunde ihren Kuss zu lösen.
Er spürte die Muskeln, die glatte warme Haut und streichelte sanft über die Seiten, sodass er bei Farin ein wohliges Seufzen auslöste.
Eine angenehme Gänsehaut zog sich immer und immer wieder über Farins Körper, während nun auch seine Hände sich langsam unter Belas T-Shirt glitten und dieses dabei geschickt entfernten.
Für einen Moment hielt der Blonde inne und schaute auf den wohlgeformten Körper vor ihm bis dieser sich erneut vorbeugte und ihn mit sanften Küssen verwöhnte.
Seine Haut reagierte mittlerweile auf jede Berührung von Bela und er wusste, dass er ihn jetzt mehr wollte.
Mit unsicheren Händen öffnete er Belas Gürtelschnalle und streifte ihm die Hose ab.
Auch Bela tat es ihm gleich. Gerade wollte er auch die Boxershorts ausziehen als Farin ihn zurückhielt.
„Können wir das Licht ausmachen?“, fragte er schüchtern und lief dabei rot an.
Bela küsste ihn, beugte sich hinüber und betätigte den Lichtschalter.
Farin war nun vollkommen auf seinen Tastsinn angewiesen. Die Dunkelheit lies jede Berührung eindringlicher erscheinen, sodass er bald vollkommen unter Belas Händen zerschmolzen war.
Die Sonne bahnte sich ihren Weg durch die großen Fenster im Wohnzimmer und fiel direkt auf das Sofa, wo die beiden Verliebten friedlich schlafend lagen.
Farin lag auf dem Rücken und hatte seine Hand sanft um Belas Oberkörper geschlungen. Dieser wiederum hatte seinen Kopf auf die nackte Brust des Gitarristen gebettet und schnarchte leise vor sich hin.
Farin war aufgrund der hellen Sonnenstrahlen erwacht und streichelte seinem Drummer sanft über den Oberarm bis dieser sich plötzlich regte und ihn verschlafen ansah.
„Guten Morgen, Schatz.“, sagte er leise. Seine Stimme klang müde, aber sein Gesicht strahlte sofort wieder als er Farin sah. Dieser küsste ihn zur Begrüßung sanft auf die Schläfe. Verschlafen kuschelte sich Bela näher an den blonden Mann.
Eine Weile lagen sie still beieinander bis Bela das Wort ergriff.
„Weißt du, was dein Herz mir jetzt sagt?“, fragte er ohne den Kopf zu heben.
„Dass es dich liebt?“, erwiderte Farin mit einer Gegenfrage, wobei er liebevoll durch die schwarzen Haare strich.
„Dass es mich liebt.“, wiederholte Bela leise, bevor er seinen Kopf an Farins Brust kuschelte und friedlich einschlief.
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