Epilog - selbst geschrieben
Wir liefen die Strasse herunter, bis zum Burrito-Stand. Ange nahm wieder einen Burrito mit superscharfer Sauce und ich einen mit einer etwas weniger scharfen Sauce. Das Ereignis vom letzten Mal lag mir noch zu tief in den Knochen. Wir gingen zur Golden Gate Bridge, die ganz in der Nähe war.
Wir setzten uns auf eine Parkbank und schauten den Möwen zu, wie sie ihre Kreise zogen. Sie liessen sich vom Wind tragen und stiegen rauf und runter. Die Abendsonne wiederspiegelte sich im Wasser. Die Wellen glänzten und ab und zu konnten wir einen Seelöwen sehen.
Wie immer um diese Zeit hatte es Stau auf der Golden Gate Bridge. Da sah ich den Stauverursacher. Hunderte von schwarzen Trucks standen vor der Brücke um die Brü-ckengebühren zu bezahlen. Eigentlich hatte es eine spezielle Spur für die Trucks, aber es waren einfach zu viele. Und dann ging ein Hupkonzert los. Es war ohrenbetäubend, kaum auszuhalten. Vor dem Restaurant bei der Golden Gate Bridge war eine grosse Bühne aufgebaut. Rundherum standen Leute und hörten dem Sinfonieorchester zu. Es versuchte vergeblich gegen den Lärm der Autos und Trucks zu spielen. Plötzlich gab es ein lautes Krächzen, das durch den ganzen Park wiederhallte und noch lauter als alles andere war. Jemand hatte die riesigen Lautsprecher eingeschaltet. Da bemerkte ich, dass Ange gar nicht mehr neben mir sass. Das konnte nur sie gewesen sein. Ich sah sie hinter der Bühne lächeln. Jetzt war das Orchester richtig zu hören. Ange kam zu mir. „So, jetzt komm tanzen! Ich will einen Tanz mit dir!“
„Ange, ich kann doch überhaupt nicht tanzen! Ich habe es nie gelernt. Nein, ich kann das nicht“
„Ach komm schon, ich zeig’s dir. Es ist ganz einfach. Ich kann auch nur die Standard-schritte. Als ich zehn war, stand ich auf den Füssen meines Vaters und er tanzte dann mit mir. Komm schon! Auf geht’s!“ Das war das Stichwort und das Orchester setzte gera-de einen Walzer an. Perfekt für unseren Tanz. Ich liess mich von Ange führen. Wir tanzten bereits fünf Minuten, als es zu regnen anfing. Wir tanzten weiter und liessen die Regentropfen so richtig auf uns herunter prasseln. Zusammen mit der Abendsonne und dem Regen war es eine wahnsinnige Stimmung. Und ich küsste Ange auf den Mund…