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Das sind meine Jungs!

Joooaaahh, ihr habt richtig geschaut. Mein Freund und ich beherrbergen in unserer Wohnung insgesamt 4 süße Rattenböckchen bzw. auch Kastraten.

Bevor sich in Euren Köpfen nun die Vorurteile breit machen, lest Euch doch erstmal in Ruhe durch, wie Farbratten wirklich sind. An ihnen ist nämlich absolut nichts Ekliges dran! Es sind Haustiere, wie alle anderen auch. Nur, dass sie viel interessanter und intelligenter sind, als alle anderen ;-)

Allgemeines über Ratten


Die heutigen Heimtierratten stammen von der Wanderratte ab. Als erstes zogen sie in die Versuchslabors ein, später auch in die Haushalte vieler Tierliebhaber.

Entgegen der landläufigen Meinung, übertragen Heimtierratten nicht mehr oder weniger Krankheiten, wie Hund und Katze, Meerschweinchen und Kaninchen. Ihren schlechten Ruf verdanken sie der Pestpandemie im 14. Jahrhundert. Doch nicht die Ratte selbst, sondern die Flöhe, die auf den Ratten hausten, übertrugen die damals unheilbare und zum Tode führende Krankheit. Erschwerend kommen die damals katastrophalen hygienischen Zustände in der Bevölkerung hinzu.

Als Haustiere werden Ratten schnell zutraulich und anhänglich. "Ihren" Menschen kennen sie genau und sie lieben es, auf ihm rumzuklettern. Vorausgesetzt man beschäftigt sich auch viel mit den Tieren.

Anders als ihre wilden Vorfahren haben Heimtierratten, die auch Farbratten genannt werden, draußen nichts verloren! Sie sind sehr umgebungstreu und wollen nicht gerne aus ihrem vertrauten Gebiet herausgenommen werden. Ein großer Käfig und viel Auslauf in einem rattensicheren Zimmer ist ihnen viel lieber, als auf der Schulter nach draußen genommen zu werden.

Doch trotzdem haben Heimtierratten noch einige Gemeinsamkeiten mit Wanderratten. Beide sind größtenteils nacht- oder dämmerungsaktiv. Das heisst, sie wollen tagsüber nicht gestört werden, sondern viel lieber schlafen. Sobald es draußen dunkel wird, kommen sie aus ihren Häuschen und werden munter.

Ausgeprägtes Sozialverhalten

Ratten brauchen unbedingt Artenossen! Sie lieben es, sich gegenseitig zu putzen, miteinander zu kuscheln, zusammengeknüllt auf einem Häufchen zu schlafen, auch mal miteinander zu streiten, sich durch den Käfig zu jagen und zu prügeln... Das alles gehört zu einem glücklichen Rattendasein dazu. Jede Ratte sollte die Möglichkeit haben, dies mit Artgenossen ausleben zu können. Einzelhaltung ist leider absolut nicht artgerecht - auch wenn viele Leute das immer noch glauben.

Haltung

Als Erstes sei gesagt: Ratten brauchen immer Artgenossen! Sie gelten als hochsoziele Tiere und sollten daher mindestens zu zweit, besser noch zu dritt gehalten werden. Nach oben hin sind natürlich keine Grenzen gesetzt.

Wer meint, er könne sich nur eine einzelne Ratte leisten (aus zeitlichen oder finanziellen Gründen), der sollte zum Wohl der Tiere auf die Rattenhaltung verzichten.

Aaaaber es gilt: Ratten vermehren sich extrem schnell! Deshalb sollte man immer nur gleichgeschlechtliche Tiere zusammen halten, oder die männlichen Tiere müssen kastriert werden (Achtung: jede Operation - auch eine Kastration - ist ein Risiko für das Tier!).

Ratten brauchen - anders als viele Leute glauben - einen großen Käfig mit vielen Etagen zum Klettern und Beschäftigungsmöglichkeiten. Es gilt die Regel: je größer der Käfig, desto artgerechter die Haltung!

Zur Ausstattung eines guten Rattenkäfigs gehören unbedingt:

- ein (besser mehrere) Häuschen
- einen Frischfutternapf (und täglich frisches Futter - versteht sich)
- einen Trockenfutternapf (im Zooladen gibt es extra Rattenfutter)
- eine Nippeltränke mit täglich frischem Wasser
- viele Etagen, die es zu beklettern gilt
- Treppen, Röhren, Seile oder Wurzeln
- eine Hängematte (ein altes Handtuch, das an den Enden im Käfig aufgehängt wird)
- eine Nagertoilette mit staubfreiem Streu
- viel Zeitungspapier (knistert ganz toll und wird gerne genommen, um Häuschen auszupolstern)
- diverse Kuchelhäuschen zum aufhängen
- Knisterröhren und -tunnel
- alles was sonst noch Spaß macht

Nicht in den Käfig gehören allerdings:

- Laufräder, da sie extreme Haltungsschäden verursachen und eventuell Verletzungen erzeugen (zum Beispiel, wenn der Schwanz beim Laufen im Rad eingeklemmt wird)
- Salz- oder Mineraliensteine (auch wenn viele Zooläden dies behaupten)
- Heu oder Stroh (ist schlecht für die empfindlichen Atemwege, viele Ratten reagieren sogar allergisch darauf, außerdem lauern in Heu und Stroh Parasiten)
- Katzen- oder Hundefutter
- auch Meerschweinchen- oder Kaninchentrockenfutter eignet sich nicht für Ratten. Es gibt mittlerweile in jedem guten Zooladen fertiges Rattenfutter zu kaufen.

Neugierig und geschickt


Nichts bleibt unbemerkt! Auf diesem Foto ist Hammy gerade dabei die Tüte mit dem Rattenfutter auseinanderzunehmen. Ratten brauchen täglich ihren Auslauf. Doch niemals sollten sie dabei unbeaufsichtig sein. Sie machen auch vor dem Lieblingspullover oder dem aktuellen Lesestoff keinen Halt!

Kosten


Eigentlich sind Ratten im Unterhalt recht günstige Tiere.

Frischfutter bekommen meine täglich. Sie bekommen nur das, was ich auch essen würde, also keine Abfälle. Obst und Gemüse wird gerne genommen. Verzichten sollte man allerdings auf Steinobst und jegliche Kohlsorten, auch mit allzu exotischen Früchten würde ich nicht experimentieren. Gekochte Nudeln, Kartoffeln und Reis mögen meine Jungs für ihr Leben gern. Allerdings sollte man sämtliche Kost ohne Salz zubereiten und kohlenhydratreiche Kost nicht in großen Mengen füttern, da sie nunmal dick macht.

Trockenfutter bekommen meine Jungs Rattima Premium Müsli, welches ich über Zooplus bestelle und das sie auch sehr gut annehmen.

Leckerlies gibts nur einmal täglich. Auf Joghurtdrops mit viel Fett und Zucker verzichte ich. Meine Jungs bekommen Karottis, Haferecken oder Bananenchips. Diese sind lange nicht so ungesund und schmecken (fast) genauso gut. Ab und zu gibt es auch mal ein wenig Vitaminpaste. Im Krankheitsfall kann man darin nämlich hervorragend Medikamente untermischen und in die Ratte "einschleusen", ohne dass sie das überhaupt mitbekommt. Vorsicht, Vitaminpaste macht sehr dick!

Teuer ist allerdings ein artgerechter Käfig und das Zubehör. Vieles muss man sich selbst basteln, weil es einfach noch nichts Adequates für Ratten zu kaufen gibt. Das liegt daran, dass Ratten als Haustiere einer Randgruppe angehören und es sich für die Zooläden nicht lohnt, extra Rattenzubehör zu verkaufen. Mit ca. 350 € für eine gute Erstausstattung muss man schon rechnen, wenn man sich Ratten anschaffen will. Das ist zwar nicht wenig, man muss jedoch bedenken, dass es sich dabei um einmalige Anschaffungen handelt.

Tja, nun kommen wir zum großen AAAABER: Leider sind Ratten sehr krankheitsanfällig und müssen recht häufig zum Tierarzt. Das kann dann schnell mal so richtig ins Geld gehen. Eines unserer Böckchen ist Dauerpatient beim Tierarzt, da es einen immer wiederkehrenden Abzess am Kinn hat. Dieser kann nur unter Vollnarkose geöffnet werden. Nun ja, jedenfalls haben wir dafür und wegen diversen Atemwegserkrankungen und einer Parasitenbehandlung allein dieses Jahr schon fast 400 € beim Tierarzt liegen lassen. Und das ist noch nicht einmal besonders viel.

Schulterhocker

Das sind mein Liebster und mein Zweitliebster auf einem Bild! Schulterhocken ist Rattis Lieblingsbeschäftigung... Da ist es schön warm, man bekommt alles mit - man ist ja gaaaar nicht neugierig *zwinker* - uuuund meist springt noch ein Leckerlie dabei raus.

Aber trotzdem ist Schulterhocken nur in der Wohnung erlaubt. Draußen ist es viiiieel zu gefährlich für die Ratzen!

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