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«Ist es nicht seltsam, wie viel dicker ein
Buch wird, wenn man es mehrmals liest?»,
hatte Mo gefragt, als sie sich an Meggies
letztem Geburtstag noch einmal jedes ihrer
altvertrauten Bücher angesehen hatten. «Als
würde jedes Mal etwas zwischen den Seiten
kleben bleiben. Gefühle, Gedanken, Geräusche,
Gerüche... Und wenn du dann nach vielen
Jahren wieder in dem Buch blätterst, entdeckst
du dich selbst darin, etwas jünger, etwas anders,
als hätte das Buch dich aufbewahrt, wie eine
gepresste Blüte, fremd und vertraut zugleich.»
- Cornelia Funke; Tintenblut -
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Sie packen mich hart an den Handgelenken und zerren mich vor Gericht, stoßen mich auf die Knie und drücken mein Gesicht in den Staub, damit ich nicht vor meiner Strafe durch die Guillotine fliehen kann. Ein gleißend helles Licht umhüllt mich von der einen auf die andere Sekunde und der kühle Wind einer zarten Frühlingsnacht umspielt meinen Körper. Ein hohes Pfeifen dringt an meine Ohren, Menschen stürmen neben mir vorbei ans Gleis, Hektik steht ihnen ins Gesicht geschrieben, Metall trifft unter großer Reibung auf Metall, elektrische Türen öffnen sich und ich trete meine neue Stelle als Schaffner an. Ein Donner grollt am Himmel, ein Blitz jagt ihm nach, ich hebe den Kopf. Schwarze, undurchdringliche Wolkenberge türmen sich auf, zwei ungleich große Drachen erhitzen die Luft mit Feuer, die Hitze lässt mein Gesicht erröten. Ich wende Blick ab.
Ich schalte mein Nachlicht aus und lege das Buch beiseite, mit einer weiteren Geschichte im Herzen und einem Lächeln auf den Lippen schlafe ich ein.
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Mos Fingerspitzen ertasteten die
Fasern im gebleichten Weiß,
fuhren die Ränder entlang, nach
Erinnerungen suchend. Und sie
kamen, füllten ihm Herz und Hirn
mit tausend Bildern, tausend und
mehr vergessenen Tagen.
- Cornelia Funke; Tintentod -
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Die 16jährige Blue zieht bedingt durch den Beruf ihres Vaters oft um – bis sie sich darüber beschwert und ihr Vater in den Wunsch seiner Tochter einwilligt, für ein Jahr am selben Ort zu bleiben. Blue ist überglücklich, doch schon bald wird klar, dass es gar nicht so einfach ist, ein Jahr dieselben Menschen zu sehen. Blue muss lernen mit negativer Kritik umzugehen, jugendlich zu sein und wie es ist, ins Leben geworfen zu werden.
Ein Buch, das die Probleme einer 16-Jährigen mit Charme, Witz und einem Hauch von Tragik erzählt. Ein Buch, das genauso intelligent geschrieben ist, wie sein Titel vermuten lässt.
„Nur wenige Menschen begreifen, dass es keinen Sinn hat, nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens zu suchen“, sagte Dad einmal in einer Bourbon-Laune. „Die großen Fragen haben alle ihren eigenen Willen, sie sind unbeständig und ausgesprochen launisch. Aber trotzdem – wenn du geduldig bist, wenn du sie nicht zur Eile antreibst, dann stoßen sie irgendwann mit dir zusammen, wenn sie soweit sind. Und wundere dich nicht, wenn du hinterher sprachlos bist und in deinem Kopf kleine Comic-Piepvögelchen herumzwitschern.“
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Leonard Pardell, Architekturstudent, hat genug von seinem Alltag. Er hat das Gefühl, noch nichts erreicht zu haben und will mit knapp dreißig nun endlich etwas erleben. Ein Praktikum in Buenos Aires, Argentinien, schient genau das Richtige zu sein – doch schon am Münchener Bahnhof stellt er fest: Er wurde abgezockt. Ratlos, ohne Geld, ohne Perspektive steht er nun da. Aus der Not des Augenblicks heraus beschließt er, einen Job bei der Bahn als Nachtschaffner anzunehmen. Seiner Mutter und seiner Jugendliebe gaukelt er dennoch einen Aufenthalt in Argentinien vor. Auf seinen Touren und Aufenthalten lernt er neue Freunde und auch neue Feinde kennen – und er lernt vor allem übers Leben.
Eine Geschichte über das Ankommen und Abreisen, über die Liebe und den Hass, Habgier und Sehnsucht. Ein Buch, das die Wege unterschiedlichster Personen beschreibt, ihre Art detailliert darstellt und einem das Gefühl gibt, mitten unter ihnen zu sein. Jede der Figuren hat ihre Eigenarten und eigene egoistische Ziele, die dennoch auf eine faszinierende Art und Weise zusammenhängen. Steffen Kopetzkys Grand Tour ist eine bunte Mischung aus Lehrreichem über mechanische Uhren und diversen menschlichen Fehltritten und Makeln.
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Was ist mit der Zeit dazwischen, dachte er, wenn es unaufhörlich solche Augenblicke der Wiederkunft und Wiederkehr gibt? Wenn sich scheinbar immer, in jedem Augenblick, irgendein Kreis schließt. Wo ist dann der Ort der bloßen Zeit, die nur Zeit ist? Von der Zeit, die keine besonderen Zeichen mit sich führt, sondern nur ihr schlichtes Vergehen ist: die fünf Minuten, die zwischen einem Hauseingang und einer U-Bahnstation liegen? Die Augenblicke zwischen der Frage nach einer englischen Zeitung an einem spätnächtlichen Kiosk in Österreich und der Suche der Kioskbetreiberin, ob es diese Zeitung noch oder schon gibt? Die Hundertstel neuronaler Sekunden, die zwischen dem frühmorgendlichen Blick in den Spiegel und dem Augenblick liegen, da man sich selbst erkennt? Wo war diese Zeit? Wieso gab es bloß Ankünfte, die Kreise nur schlossen, um neue aufzumachen?
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Was ist das Wichtigste und absolut Aufregendste, das ein Mädchen mit süßen 16 erwartet? In Tallys Welt ist es eine Schönheitsoperation. Sie wird endlich von einer Ugly zu einer Pretty werden und ein aufregendes Leben voller Partys leben und umgeben von schönen Menschen. Doch dann lernt sie Shay kennen. Und Shay ist so ganz anders, als Tally und die anderen. Sie zeigt Tally eine andere Seite an ihrem Leben – und an dem Leben als Pretty. Und nicht alles, was Tally lernt, gefällt ihr.
Eine Zukunft, wie ich sie niemals erleben will. Schönheitsoperationen, die zur Pubertät gehören, weil das normal ist? Eine Menschheit, die aufgeteilt ist in Gruppen, nach dem Aussehen gehend? Diese Welt, in der Scott Westerfeld die Zukunft aufbaut, hat scheinbar einige Vorteile. Aber was dahinter steckt, hat gewaltige Nachteile, die ich für all die Vorteile, so toll es auch sein könnte – kein Mobbing, da jeder fast gleich aussieht, keine Gedanken um das tägliche Brot, keine Armut – niemals in Kauf nehmen würde.
Eine realistische Zukunft, die mir Angst macht, weil sie eine Frage aufwirft: Wozu ist die Menschheit noch fähig?
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