Man muss die Worte locken, wie ein junges Kätzchen, muss ihnen Komplimente ins Ohr flüstern, sie in Spitzenunterwäsche verführen. Man muss sie fühlen, tief im Herzen und mit jeder Faser seines Körpers. Man muss mit den Worten tanzen, sie spüren lassen, wie sehr man sie liebt, wie sehr man sie vergöttert. Dann erst kommen sie. Schüchtern, immer noch, doch je länger man sie im Arm hält, desto wilder werden sie. Und dann beginnt die Arbeit. Dann kann man die Worte formen, ihnen eine Geschichte aufzwängen und durch sie andere fühlen lassen. Erst dann kann man ihnen Bedeutung geben. Ein Herz. Eine Seele. Worte kommen nicht einfach. Man muss sie in sich tragen, sonst sind sie bedeutungslos.
Berufswunsch: Autorin.